Halbgötter erobern die PC-Bildschirme. Wer nun denken mag, eine neue Ärztesimulation stünde an oder das Leben des gemeinen gamona-Redakteurs würde versoftet, liegt allerdings falsch. In „Demigod“ von Gas Powered Games („Dungeon Siege“, „Supreme Commander“, „Space Siege“) streiten sich mächtige Kampfmaschinen um den Status eines vollwertigen Gottes. Dass damit monumentale Mehrspieler-Schlachten einher gehen, bei denen kein Stein auf dem anderen bleibt, versteht sich quasi von selbst.

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Es kann nur Einen geben

Die Grundidee von „Demigod“ ist schnell erklärt: Zu Beginn einer jeden Partie wählt ihr einen von acht verfügbaren Halbgöttern und führt diesen in knallige Schlachten gegen andere Helden. In typischer Rollenspiel-Manier gewinnt euer Charakter mit jedem ausgeschalteten Gegner an Erfahrung, die ihr in neue Fähigkeiten steckt. Je nach Spielmodus gilt es, das Hauptquartier eurer Kontrahenten, hier genannt Zitadelle, einzuäschern, die meisten Halbgötter über den Jordan zu schicken oder Flaggen einzunehmen.

Demigod - Göttliche Konkurrenz für DotA

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In jedem siebten Ei eine Figur: hier etwa die sexy-tödliche Amazone.
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Die sind, ähnlich wie in Taktik-Shootern à la „Battlefield“, zentrales Spielelement, da sie den Weg zum Feind ebnen und einzigartige Vorteile mit sich bringen. So haut euer Heroe etwa stärker zu, bekommt mehr Gesundheitspunkte spendiert oder wird stolzer Besitzer von auf der Karte verteilten Goldminen. Mit dem wertvollen Erzmetall wiederum gönnt ihr euch die bereits angesprochenen Waffen- und Rüstungsverbesserungen oder kauft Heil- und Manatränke im großen Stil ein.

Jedem das Seine

Neben zahlreichen Verpflichtungen wie dem Drang, alle Konkurrenten zu vernichten, bringt das Dasein als Halbgott auch so manchen Komfort mit sich. Denn statt auf sich alleine gestellt den Kampf aufnehmen zu müssen, schließen sich den mächtigen Kreaturen automatisch generierte Einheiten an. Hier zeigt sich eine weitere Besonderheit von Demigod: die Unterteilung der Halbgötter in zwei grundverschiedene Gruppen.

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Gestatten, unser süßes Redaktions-Haustier Stinki – ein liebenswertes Mistviech!
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Vier der acht Helden gehören den so genannten Assassinen an, die anderen vier den Generälen. Letztere sind im direkten Schlagabtausch vergleichsweise schwach. Dafür dürfen sie die vom Spiel erzeugten Truppenmassen selbst steuern und taktisch geschickt gen Feind schicken. Den Assassinen bleibt das verwehrt. Sie müssen damit leben, dass die verbündeten Einheiten auf eigenen Wegen wandeln und sie nur indirekt unterstützen. Als Ausgleich sind die Assassinen im Kampf „Mann gegen Mann“ stärker.

Allzu kreativ war Gas Powered Games bei der Erstellung der Demigods allerdings nicht. Jeder Einzelne entspricht einem bestimmten Grundtypus, vom mächtigen Haudrauf über den gewitzten Fernkämpfer bis hin zu Heilern und Tanks. Vorteil dieses Grundlagen-Designs nach Schema F: Die Balance ist schon jetzt passabel und wird in regelmäßigen Updates stetig weiter verbessert. Übermächtige Charaktere oder Taktiken konnten wir in unserer Testphase jedenfalls nicht ausmachen.

Nichts für Einzelgänger!

Kategorische Einzelspieler werden mit Demigod nicht glücklich: Das Spiel ist klar als Multiplayer-Strategie konzipiert. Eine klassische Singleplayer-Kampagne samt ausgefeilter Story ist nicht vorhanden. Stattdessen müsst ihr mit einem lieblos gestalteten und aufgesetzt wirkenden Turniermodus Vorlieb nehmen, der die acht Karten Demigods nacheinander und ohne jede Verflechtung abspult.

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Jeder Demigod beherrscht einzigartige Fähigkeiten. Hier im Einsatz: der „Darmwind des Todes“. Oder so ähnlich…
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Diese verdienen dafür umso mehr Lob. An Kreativität sind die Maps kaum zu überbieten. Mal kämpfen wir auf schmalen, optisch an eine Schlange angelehnten Wegen, ein andermal machen wir von Wasserfällen umzäunte Tempelanlagen unsicher. Aus Gründen der Fairness sind die Gebiete in der Mitte gespiegelt. So herrscht stets Chancengleichheit, weil alle Spieler die gleiche Ausgangslage haben.

Aufgrund der knallharten Fights in den Multiplayer-Duellen mit bis zu zehn Spielern raten wir selbst obligatorischen Singleplayer-Gegnern den einmaligen Offline-Durchmarsch an, da ihr in den ersten Partien sonst wenig zu lachen habt. Geübte Kontrahenten blasen Anfänger schneller von der Karte als Chef Grimm uns den Marsch, wenn wir uns wieder einmal nicht an Artikelabgaben halten.

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Die Karten sind ebenso kreativ wie fair gestaltet, weil einfach in der Mitte gespiegelt.
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Community-seitig liefert Demigod derzeit viel Pflicht, aber wenig Kür. Chats, Rang- und Freundeslisten, Turniere: check. Gildenunterstützung, komfortable Matchsuche: Fehlanzeige. In zahlreichen Testpartien warteten wir entweder elendig lange auf Mitstreiter oder bekamen automatisch KI-Generäle zur Seite gestellt, ohne dies eigentlich zu wollen.

Demigod macht süchtig, krankt aber an zu geringem Umfang und witzlosem Einzelspieler-Modus. Liebe Entwickler: Husch, husch, ins Kämmerchen und neue Inhalte stricken, bitte!Fazit lesen

Derzeit ebenfalls problematisch: Die schlechte Verbindungsqualität zu den US-Servern resultierte während der Testphase häufig in Lags und Spielabbrüchen. Aus diesem Grund werden laut Publisher Atari für die in wenigen Tagen erscheinende deutsche Version Server in Europa platziert. Ein jederzeit flüssiges Spielerlebnis soll so garantiert werden. Wir nehmen Atari beim Wort, prüfen dies kritisch nach und werten entsprechend ab, sofern auch mit der deutschen Fassung Verbindungsprobleme auftreten.