Was als Underground-Wrestlingtitel mit Def Jam-Gastbesetzung begann, entpuppte sich mit der Zeit als waschechter Hip-Hop-Prügler mit passender Musiklabel-Lizenz. Auch der neueste Teil der Serie setzt auf krasse Raps, fette Beats und brachiale Auseinandersetzungen.

Dennoch spielt sich das Ganze deutlich anders als der Vorgänger. Inwiefern die coole Gangsterkeilerei an Style gewonnen hat und welche Auswirkungen das auf das Gameplay hat, erfahrt ihr im Test! Check it out, man!

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Erfrischend anders!
Wer in den letzten Jahren regelmäßig Spiele aus dem Hause EA gespielt hat, dem dürfte nicht entgangen sein, dass viele Serien häufig lieblos fortgesetzt wurden. Neue Features waren Mangelware und wirkten sich oft nur unwesentlich auf das festgefahrene Gameplay aus. Ob es nun an der neuen Konsolengeneration oder einer frischen Firmenphilosophie liegt - seit einigen Monaten wird die Stagnation immer häufiger durchbrochen und auch "Def Jam Icon" ist ein Beispiel dafür.

Def Jam Icon - Fett: Hier gibt sich die Hip-Hop-Prominenz die Klinke in die Hand - und danach auf die Mütze!

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Mit dem Turnschuh mitten ins Gesicht - bei Def Jam geht's ordentlich zur Sache.
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Mit FIFA 07 für die Xbox 360 beschreitet man neue Wege, NBA Street Homecourt wurde gänzlich überarbeitet, und auch die Def Jam-Serie präsentiert sich auf völlig neue Art. Die Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt: Im "Create a Label"-Modus stellt ihr euch dem knallharten Musikgeschäft. Zum einen gilt es Nachwuchskünstler zu promoten und ihre Platten in die Musikcharts zu hieven, zum anderen müsst ihr euch natürlich böse Widersacher vom Hals halten und Freunden zu Hilfe eilen. Ziel ist es, eine Ikone des Musikgeschäfts zu werden.

Create a Rapper
Zu Beginn erstellt ihr einen Vorzeigerapper, den ihr durch Bewegungen beider Analogsticks in Sachen Anatomie und Gesichtsform komfortabel gestalten könnt. Nachdem auch Frisur, Haut-, Haar- und Augenfarbe bestimmt sind, müsst ihr euch noch für einen Kampfstil und euren Musiktrack entscheiden. Letzterer spielt bei Def Jam Icon eine besondere Rolle, denn die Musik ist nicht nur nettes Beiwerk, sondern neuerdings sogar Teil des Kampfsystems.

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Böse Jungs mit noch böserem Gesichtsausdruck gibt's hier jede Menge.
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Während des "Create a Label"-Modus, der Kernstück des Spiels ist, prüft ihr regelmäßig euren Posteingang am virtuellen PC. Dort bekommt ihr mehr oder weniger wichtige Aufträge, die meistens zu direkten Konfrontationen führen. So helft ihr befreundeten Rappern aus der Patsche oder zeigt einem Konkurrenten, wer Herr im Haus ist. An unterschiedlichen Schauplätzen trefft ihr dann auf euren Widersacher, dem ihr nach allen Regeln der Kampfkunst die letzten Hirnzellen weich klopft. Die meisten der Def Jam-Rapper wurden übrigens von ihren realen Vorbildern synchronisiert, was dem ohnehin stimmigen Titel noch mehr Atmosphäre verleiht.

Die Steuerung ist eine Mischung aus vertrauten und völlig innovativen Elementen. Alle vier Fronttasten dienen verschiedenen Attacken. Jeweils zwei Tasten lösen schnelle schwächere beziehungsweise langsame kraftvolle Angriffe aus. Per rechter Schultertaste wird geblockt, wobei ihr zusätzlich den rechten Analogstick nach vorne oder hinten ziehen müsst, um entsprechend hohen oder niedrigen Attacken zu begegnen. Mit zwei weiteren Schultertasten lässt sich der Gegner beizeiten verspotten, was eurem Auftreten noch mehr Coolness verleiht.

Beat the bass
Wo sich echte Hip-Hop-Stars die Faust ins Gesicht drücken, muss natürlich im Hintergrund die passende Musik erklingen. Da man es mit dem Lautstärkepegel jedoch ein wenig zu gut gemeint hat, vibriert die gesamte Umgebung eindrucksvoll im Basstakt. Gas- und Wasserleitungen, elektrische Geräte, Lautsprecherboxen, Fenster, Häuserdächer und vieles mehr gehen zunehmend im Takt der Musik zu Bruch und sorgen für unangenehme Folgen. So schießt aus einem defekten Kamin bei jedem weiteren Bassschub eine Stichflamme, aus dem Hydranten steigt eine Fontäne und von der Decke fallen Scheinwerfer.

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Während die Fäuste fliegen, geht das Appartement in Flammen auf.
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Sollte sich einer der Rapper im passenden Moment an einem dieser gefährlichen Hotspots befinden, wird er Opfer des Schadens und verliert einen Teil seiner Energie. Mal rennt er eine Weile lang flammend durch das Appartement, mal streckt ihn ein hinab fallender Gegenstand zu Boden. Solche Situationen lassen sich natürlich bewusst herbeiführen, in dem ihr euren Gegner durch eine Aufwärtsbewegung des rechten Analogsticks ergreift. Habt ihr den Kameraden im Griff, könnt ihr ihm entweder per Steuerkreuz durch eine Takedown-Attacke zusetzen oder ihn gezielt durch eine weitere Bewegung des rechten Sticks in die gewünschte Richtung schleudern.

Hey Mr. DJ!
Werft ihr euren Kontrahenten in einen der Hotspots, könnt ihr entweder auf den passenden Takt hoffen oder die Turntables selbst in die Hand nehmen. Per linker Schultertaste aktiviert man den DJ-Modus. Lässt man die Taste nun gedrückt und dreht den rechten Stick mehrfach im Kreis, wird die Scheibe automatisch gescratched und somit die nächste Basssequenz angepeilt, die für Detonationen und das Auslösen sämtlicher Hotspots im Level sorgt. Auf diese Weise fügt ihr dem Kontrahenten gezielt großen Schaden zu.

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Gegner platt, Tanke abgeraucht - was will man mehr?
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Ebenfalls neu ist das Fehlen von Energieleisten. Stattdessen lässt sich der Gesundheitszustand direkt in der zunehmend demolierten Visage eures Gegenübers ablesen. Je mehr Schwellungen und Verletzungen im Gesicht zu erkennen sind, desto näher seid ihr eurem Ziel. Ebenfalls cool ist die Möglichkeit, im Kampf den Track zu wechseln. Schafft ihr es durch ein komplexes Bewegungsmuster beider Analogsticks, euren Song aufzulegen, geht die Keilerei viel besser von der Hand und eure Angriffe haben größere Wirkung. Sowohl beim Scratchen als auch beim Wechseln des Tracks seid ihr jedoch so sehr mit den Turntables beschäftigt, dass ihr den Attacken des Gegners wehrlos ausgesetzt seid.

So interessant die Interaktion mit der Umgebung auch ist, das Kampfsystem wurde dafür leider im direkten Vergleich mit dem Vorgänger ein wenig vereinfacht. Es macht zwar Spaß, die Tücken und Besonderheiten der Locations zu seinem Vorteil zu nutzen, doch die Interaktion mit der Umgebung motiviert langfristig leider nicht so sehr, wie es ein komplexeres Kampfsystem getan hätte. Zusätzliche Spielmodi, in denen ihr beispielsweise auch ohne DJ-Feature einen Kampf bestreiten könnt, runden das Ganze ab.