Die Polkappen schmelzen, die Erde wird überflutet und ein Stückchen Land ist plötzlich tausendmal mehr wert als Gold. Kevin Costner zeichnete 1995 eine düstere Vision unserer Zukunft und wollte schon damals auf den drohenden Klimawandel aufmerksam machen.

Doch ignorant, wie wir Menschen nun mal sind, ist die Welt im Jahr 2025 weitläufig von Wasser bedeckt – zumindest wenn es nach dem Moskauer Studio Biart geht. In deren Endzeit-Shooter schlüpfen wir in den Neoprenanzug von Lieutenant Syrus Pierce, Anführer einer Elite-Tiefsee-Kampfeinheit der US Navy Seals, und gehen mal wieder auf Terroristenjagd. Was ganz Neues. Nur dieses Mal nicht in Bagdad oder auf Kuba, sondern in den Tiefen des Meeres. Dort haben sich Bioterroristen in Unterwasserbasen eingebunkert und bedrohen die Welt mit einem Giftgasangriff. Wie gut, dass Agent Pierce einen schicken Spezialanzug mitgebracht hat und im Notfall dank Jet-Antriebs ruck-zuck vor Fischen mit Hightech-Gräten entkommt.

Deep Black - Terroristen machen ihr Seepferdchen

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Mensch gegen Maschine - 1:0.
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An Maus und Tastatur angekommen, stehen die üblichen Tests auf dem Programm: Wie funktioniert eine Schrotflinte, was bringen Kisten und Felsen und wie wirft man eigentlich Granaten? Dann geht’s endlich ab ins kühle Nass: Lichtschächte durchbrechen den trüben Wassergraben, Kisten schwimmen herum und verpassen dem Zugang zur Basis der Bioterroristen einen schön dreckigen Touch. Zwar können wir uns dank Jet-Antriebs frei unter Wasser bewegen, aber so richtig nach Tauchen fühlt sich das noch nicht an. Pierce schwebt eher wie im Weltraum, weil die Strömung des Wassers ihn kaum wegdrückt - und nur marginal nach oben oder unten zieht. Schade.

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Deep Blue Sea – dem Tod entgehen nur Quicktime-Helden.
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Während sich Pierce gerade um das Erlangen seines Seepferdchens müht, kommt eine Drohne auf ihn zugeschossen. Dick und rund wie ein Karpfen, aber offensichtlich gepanzert und mit der Intelligenz eines Minicomputers. Praktisch, denn ein Ding aus Nullen und Einsen lässt sich bekanntlich hacken. In Deep Black dient dazu eine spezielle Harpune, die irgendwie in den Kabelsalat des Gegners eindringt und seinen Code manipuliert. Ob das technisch möglich ist, wissen wir zwar nicht, drücken aber einfach ab und warten kurz, bis der Drohnenfisch gehackt ist. So gewinnt ihr den Burschen als fischigen Bodyguard, der gegen zwei weitere Robofische Feuerschutz gibt.

Fischfutter oder Bodyguard

Die Harpune dient auch zum Öffnen von Schleusen. Die elektronische Apparatur dafür liegt allerdings deutlich oberhalb der Wasserlinie. Ergo wird ein Ventil geöffnet, Wasser strömt ein und der Elitesoldat kann seinem Hackerhandwerk nachgehen. So öffnet sich das Schleusentor zur Zentrale der Bioterroristen, die offensichtlich in erster Linie auf robotische Haiwächter setzen. Einer greift direkt an und ihr habt zwei Optionen: Entweder hackt ihr das Ding und lasst euch von ihm beschützen, denn Bodyguard-Fisch 1 hat nicht durch die Schleuse gepasst. Oder ihr killt erst den einen, weicht dann den Miniraketen des anderen aus und verarbeitet ihn via Ultraschallschrotflinte zu Frikassee.

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Realität vs. Pressebild. Vor allem an der Texturschärfe müssen die Russen feilen.
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Danach führt der Weg durch einen Schacht, der an einem Plateau endet. Auf dem patrouillieren feindliche Söldner, deren Lebenslichter nach dem Auspusten schreien. Auch hier gibt’s wieder verschiedene Wege: Entweder ihr schleicht an die Gatling-Gun oberhalb des Plateaus und zersiebt den Feind. Oder ihr greift mit euren normalen Waffen an. Oder aber ihr zieht die Gegner einzeln per Greifhaken ins Wasser und erwürgt sie mithilfe gedrückt gehaltener F-Taste.

Die drei Missionen, die wir gespielt haben, fühlten sich bereits ziemlich atmosphärisch an. Da wuseln fleißige Wartungsroboter an Rohren entlang, packen den Schweißbrenner aus, und eine ganze Halle wird plötzlich mit starkem Scheinwerferlicht geflutet. Das sieht besonders aus der Perspektive unter Wasser sehr stark aus. Generell schwankt die Technik allerdings wie George Clooney auf seinem Fischerboot in „Der Sturm“. Auf der einen Seite steht das exzellent animierte Wasser, auf der anderen aber auch Levels, die an der Oberfläche spielen und mit ihrem Grau-in-Grau-trifft–auf-Matschtexturen-Gemisch wenig Freude auslösen.

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Auch an Land und in der Luft soll geballert werden. Nur bitte schicker als hier...
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Ähnlich sieht die Balance bei den Gegnern aus. Während im Meer recht clever agierende Haidrohnen umherschwirren und es uns ein besonders großes Exemplar richtig schwer gemacht hat, ist die KI der Landtruppen bestenfalls mit einem verfaulten Fisch zu vergleichen. Die Jungs gehen nur selten in Deckung, lassen sich nicht davon beirren, dass rechts und links ihre Kameraden fallen, und stürmen allzu gerne direkt in den Lauf unseres Sturmgewehrs. Die Jungs sind zwar gepanzert wie ein russisches Atom-U-Boot, sollten aber ganz dringend noch mal in die Taktikschule.