Stealth-Spiele sind so eine Sache: Der Spieler von heute erwartet mehr als einige öde Gänge mit zigtausend Widersachern. Stattdessen steht zumindest eine abwechslungsreiche Spielwelt mit genügend sinnvollen Hilfestellungen auf der Pflichtenliste, damit der Käufer sein erworbenes Produkt auch durchspielt und nicht nach ein paar Minuten entnervt in die Ecke stellt. Hierfür ist jedoch eine gute Balance zwischen Herausforderung, Realismus und Spielbarkeit zwingend erforderlich. Leider war es den Entwicklern von Death to Spies nach den Punkten Herausforderung und Realismus bereits genug…

Death to Spies - Moment Of Truth - TrailerEin weiteres Video

Spione in geheimer Mission...

„Und schon wieder Zweiter Weltkrieg…“, mögen sich jetzt Viele von euch denken. Doch glücklicherweise ist Death to Spies nicht der x-te Ego-Shooter im D-Day-Szenario, sondern eine Art „Splinter Cell meets Metal Gear Solid“. Im Großen und Ganzen geht es darum, auf vorgegebenen Karten bestimmte Personen zu kontaktieren oder eben um die virtuelle Ecke zu bringen.

Death to Spies - Der Spion, der es versiebte: die Russen in den Fußstapfen von Sam Fisher

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Schöne Bescherung: Statt Lebkuchen gibt es zu Weihnachten nun Frisches aus der Bleispritze.
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Hobby-Rambos dürfen das verschwitzte Stirnband und das ratternde Maschinengewehr aber in der Ecke stehen lassen, denn mit Waffengewalt lebt es sich im Spiel gefährlicher als ohne. Schließlich sind wir in allen Missionen auf uns allein gestellt, und die deutsche Wehrmacht ist stets in der Überzahl. Bereits der kleinste Laut erregt die Aufmerksamkeit der bösen Krauts und verringert konstant unsere Überlebenschance sowie den Erfolg der Mission.

Death to Spies geht in Sachen Realismus eine Stufe weiter als dessen Vorbilder und ermöglicht es dem Spieler, jeden erledigten Feind seiner Waffen, Munition und sogar der Kleidung zu berauben. Damit sich die Schergen nicht wundern, warum eine halbnackte Leiche auf dem Weg liegt, dürfen wir diese nach bester Hitman-Manier auch gleich noch in der Pampa entsorgen. So machen wir es uns also in der neuen Kutte bequem, spazieren stolz in die deutsche Festung und... werden prompt erledigt.

Denn irgendwie haben die fiesen Kerle dennoch bemerkt, dass eben kein Deutscher, sondern ein russischer Spion unter den Klamotten steckt. Also Savegame neu laden und noch einmal ausprobieren. Dieses Mal sterben wir noch einen Tick früher, weil uns ein Gegner merkwürdigerweise hinter einer Wand entdeckt hat. Egal, Savegame nochmal laden und wieder das eigene Glück auf die Probe stellen…

Packshot zu Death to SpiesDeath to SpiesErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Der Spion, der es versiebte…

Zum Glück verfügt Death to Spies über ein freies Speichersystem, dass es Euch erlaubt, egal wann und wo Euren Spielfortschritt abzusichern. Alles andere hätte die Frustkeule deutlich verstärkt. Denn in jeder Mission wird der Tastaturspion bis aufs Äußerste gefordert. Durch Haupteingänge zu marschieren, ergibt nur selten Sinn, zumal diese meistens von einer ganzen Kolonne feindlicher Soldaten bewacht werden.

Death to Spies - Der Spion, der es versiebte: die Russen in den Fußstapfen von Sam Fisher

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Ich geb Gas, ich hab Spaß – und mehrere Krauts auf der Motorhaube!
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Anhand einer einblendbaren, transparenten Minikarte können wir glücklicherweise überprüfen, wo sich wie viele Feinde befinden. Dazu werden nach bester Metal Gear Solid-Manier die Sichtkegel angezeigt. Weg frei für den Erfolg also? Mitnichten! Trotz aller Hilfen und der Möglichkeit, jeden Widersacher bis aufs sprichwörtliche letzte Hemd zu säubern, ist Death to Spies nur für Profis wirklich interessant. Bestes Beispiel: Wenn wir uns bei Schusswechseln zu nahe an Gegnern befinden, schmeißen diese oft eine Granate, denen unmöglich auszuweichen ist.

Halten wir jedoch Sicherheitsabstand, schießen wir mit den meisten Ballermännern ins Leere – das passiert selbst mit Gewehren wie dem Kar98. Erfreulicherweise gibt sich die Maus-/Tastatursteuerung nicht allzu komplex - der realistische Rest des Spiels sowie einige noch vorhandene Bugs machen die Angelegenheit bereits schwierig genug.

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„Also oben bin ich zumindest schon einmal...aber wie komme ich unbeschadet wieder runter?“
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Die Künstliche Intelligenz der Gegner geht in Ordnung, auch wenn es hier und da verwunderlich ist, warum sie bei Schusswechseln den Rückzug antreten, nur um zwei bis drei Sekunden später wieder auf uns loszustürmen. Wenigstens sind eure Gegenspieler nicht nur recht gut mit ihren Augen, sondern auch mit den Ohren unterwegs. Abhängig davon, ob wir nun rennend, gehend, geduckt oder sogar liegend vorgehen, vergrößert bzw. verkleinert sich der „Sichtkegel“ - in diesem Fall eher Hörkegel – der Nazis.

Wenn es doch nur nicht so schwer wäre... Death to Spies macht trotzdem Spaß!Fazit lesen

Technisch gibt sich Death to Spies recht bescheiden und kann zumindest mit atmosphärischen und teils richtig schicken Szenerien punkten. Abzug in der B-Note gibt es dann aber schon wieder bei den eher mittelprächtigen Animationen und dem Design der Charaktere. Die Synchronisation – die Deutschen sprechen logischerweise mit eigenem Akzent – ist zwar nicht herausragend, aber für einen Stealth-Titel durchaus in Ordnung, auch wenn sich die Sprachsamples mit der Zeit wiederholen.