Man nennt sie „Die Schatten“. Ein dramatischer Name für die wohl ungefährlichsten Videospielzombies aller Zeiten. Wayne interessiert's? Randall Wayne, einen fünfzigjährigen Knacker, der seine Familie und seine überlebenden Verbündeten aus den Augen verloren hat. Er muss an der Brut vorbei. Mal rennend, mal springend, mal mit der Axt bewaffnet.
Schaurig, schattig, unkonventionell. Leider fehlt dem Grusel-Plattformer noch ein Schuss Genialität.FazitRandall ist ganz schön fit für sein Alter. Drei Meter Sprungdistanz? Kniffelig, aber mit Anlauf machbar. Am Ende haut es ihn beinahe in den Abgrund. Nur der rettende Griff an die Kante schützt ihn vor dem sicheren Tod. Jetzt noch schnell hochhangeln und eilig weiterhasten, bevor das Schattenpack Blut riecht.
Indiana Jones und Ethan Hunt wären stolz auf ihn. Randall spürt zwar schon nach wenigen Metern den Streik seiner ausgepumpten Lungen, aber in Sachen nervenaufreibende Flucht wandeln alle drei auf demselben Drahtseil.
Rollt sich unser Held gar an Trittfallen und Sägeblättern vorbei, deren rasiermesserscharfe Klingen ohne Vorwarnung aus den Wänden hervortreten, denkt man schnell an Indys „letzten Kreuzzug“.
Dummerweise kennt Randall den Film nicht. Aus seiner Sicht würde er erst in zwei Jahren die Kinos stürmen. Vorausgesetzt, das 1986er-Seattle seiner alternativen Zeitlinie wäre nicht von einer gemeinen Seuche heimgesucht worden, die alle Befallenen in triebgesteuerte Fressmonster verwandelt. Der arme Kerl hat somit ganz andere Sorgen.
Der Grafikstil und die Umgebungen sehen wunderbar aus.Von seiner Gruppe getrennt und von einem kleinen Hoffnungsschimmer getrieben, seine Familie wiederzufinden, hetzt er durch die Trümmer der Stadt. Mit der Axt auf dem Rücken, mit Zwille, Revolver und Gewehr in Reichweite, auch wenn Munition verdammt rar ist. So ein Kopfschuss ist schließlich die wirksamste Methode, einem Zombie das Lichtlein auszublasen.
Zur Not geht das auch mit der Axt, allerdings müssen die Schlurfer dafür wehrlos auf dem Boden liegen und das Beil mit dem Schmackes eines Fleischermeisters auf die Rübe bekommen. Blut spritzt, ein Keuchen verlässt den gammelnden Körper. Endlich Ruhe und genug Zeit, den Ausgang aus der aktuellen Szenerie zu finden. Und das ist meist noch schwerer.
„Deadlight“ von der jungen Softwareschmiede Tequila Works setzt durchgehend auf einen zweidimensionalen Spielablauf. Der abgewrackte Knacker sprintet vornehmlich von links nach rechts, bewegt sich aber auch gerne in der Vertikalen, wenn es nicht anders geht. Zäune, Telefonmasten, Schränke und Feuerleitern führen ihn unbeschadet am tödlichen Mob vorbei, bieten Sprungelegenheiten oder schlichtweg ein ruhiges Fleckchen. Zombies können hier nämlich weder springen noch klettern. Jede höhere Ebene ist eine rettende Insel.
Sowohl Grafik- als auch Soundeffekte sind richtig klasse.Eine Insel in pechschwarz, so wie alle vordergründigen Grafikelemente. Der Held, Freunde und Feinde erscheinen nur als dunkle Silhouetten auf dem Bildschirm, während farbenfrohe, aber trostlos gestaltete dreidimensionale Hintergründe als Kontrastmittel herhalten. Angesichts des Stils denkt man zuerst an Limbo oder Outland, aber weil Tequila Works abstrakte Plattformwelten vermeidet, erinnert vieles in Deadlight eher an eine plattformbasierte 2-D-Variante von Alan Wake. Wunderschöne Licht- und Schattenspiele, die vermittelte Einsamkeit, ja sogar die Stimme des Helden, die immer wieder zu kurzen, aufklärenden Monologen ansetzt.
Das gilt zumindest für die „urbane“ Hälfte des Spiels, in der Randell quer durch die Stadt hastet, Türen einrennt und sich durch die offenen Fenster verlassener Einfamilienhäuser quetscht. Obwohl selbstverständlich jede Ortschaft so angelegt wurde, dass man sie mit den üblichen Jump-and-Run-Methoden erreicht, erinnert nichts an Super Mario. Die Umgebung wirkt authentisch, weil auch Randall keine absurden Sprunghöhen erreicht. Einzig der Wandsprung dehnt die uns bekannte Physik ein klein wenig.
von Microsoft Game Studios, Tequila Works
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Schade finde ich, dass es nicht für die PS3 erscheint!
Mich hat damals Outland sehr fasziniert und zog mit seinem Gameplay und Gamedesign in den Bann.
Hoffe mal, dass es bald auch für die PS3 erscheint.
Ebenfalls habe ich auhc Steam das Game Mark of the Ninja entdeckt, dass das gleiche Gamedesign benutzt.
Gibt es keine Möglichkeit, die Developer oder auch die Publischer zu überzeugen, es auch für die PS3 zu programmieren??
An die Red: "unrealistische" Kanalisationen in einem Zombiespiel zu kritisieren, da muss man auch erstmal drauf kommen ;P
Es geht nicht darum, dass die Kanalisation an sich unrealistisch ist, sondern dass die urbane Umgebung davor und danach deutlich realistischer rüberkommt. Der Kanalisationsteil begeht halt imho argen Stilbruch und ist auch spielerisch ganz anders. Aus einem "Alan Wake in 2D" wird dann halt mehr ein üblicher, abstrakter Plattform-Puzzler.
Die Kanalisation ist also nicht das Problem. Sie passt nur nicht sonderlich gut in den Rest des Spiels.
Hätte ich hier auch erwartet!
Hätte ich hier auch erwartet!
Fällt dir bei deinen Vergleichen etwas auf?! Laß mich dir auf die Sprünge helfen-deine aufgezählten Titel(keine ahnung was THPS ist^^) sind allesamt MP Titel ohne Story mit Focus auf irgendwelche Herausforderungen zum weiterleveln. Deadlight ist das genaue Gegenteil dieser Art von Spielen. Es möchte eine Geschichte erzählen, Spannung und Atmosphäre aufbauen, was es auch hervorragend schafft! Der Storytwist am Ende schafft es auch, die ansonsten halt 08/15mäßige Zombiestory über Genrestandart zu heben(obwohl das schon stark an ein altehrwürdiges Survival-Horrorspiel für die PSone erinnert).
An die Red: "unrealistische" Kanalisationen in einem Zombiespiel zu kritisieren, da muss man auch erstmal drauf kommen ;P
Naja, Trials Evolution spiel ich immer noch und es hat 12€ gekostet, THPS auch, Castle Crashers, Worms, etc.
Hätte ich hier auch erwartet!
... Und dafür 12€ zu verlangen find ich richtig mies^^. Naja, mein Summer of Arcrade ist damit zu Ende :).
Da hättest du auch für 60 Euro Modern Warefare kaufen können. Wobei das immerhin weder Stil noch Innovationsgebend ist.
Es gibt keinen weiteren Schwierigkeitsgrad, es gibt nichts zum freispielen, keine Überraschungen, nix...also wirklich nix.
Wenn man das Spiel durchgespielt hat, hat man alles. Und dafür 12€ zu verlangen find ich richtig mies^^. Naja, mein Summer of Arcrade ist damit zu Ende :).