"Schaurig, schattig, unkonventionell. Leider fehlt dem Grusel-Plattformer noch ein Schuss Genialität." - Denis Brown

Tequila Works feiert mit Deadlight eine gelungene Premiere. Stil und Atmosphäre sind grandios düster, Randall ist ein ungewöhnlicher Held und auch sonst gibt sich die Gruselhüpferei unkonventionell. Inhaltlich kommt Deadlight aber nicht ganz so gut davon.

Die interessante Mischung aus Geschicklichkeitsaufgaben und Zombieschlachterei nimmt erst in der zweiten Hälfte richtig Fahrt auf, wenn Sprung-, Schalter- und Kistenrätsel einen angemessenen Schwierigkeitsgrad erreichen. Davor stirbt man zwar viele Bildschirmtode, aber nicht, weil man an der Lösung eines Problems herumgrübelt, sondern weil man beim ersten Sichten zu spät reagiert. Trial and Error in Perfektion. Dennoch: Spätestens beim dritten Anlauf sollte jede Falle zu knacken sein.

Vor den Zombies braucht sich hingegen niemand zu fürchten. Klar, sie erledigen Randall sofort, wenn sich mehr als drei gleichzeitig auf ihn stürzen, und einfaches Umballern ist wegen des extrem geringen Munitionsvorrats selten möglich. Doch ihre buchstäbliche Hirnlosigkeit und ihr Unvermögen, selbst kleinste Ebenen hochzuklettern, nimmt ihnen schon sehr früh jeglichen Schrecken.

Deadlight ist für Xbox 360 und seit dem 25. Oktober 2012 für PC erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen oder direkt downloaden bei gamesrocket.

Pro

  • Gute musikalische Untermalung
  • Grandiose Soundeffekte
  • Tolle (englische) Sprecher
  • Teils gut versteckte Geheimnisse
  • Immer fair
  • Gelegentlich nette Puzzles
  • Tadellose Steuerung
  • Überwiegend realitätsnahe Inszenierung
  • Interessantes Setting
  • Wunderschöne Licht- und Schattenspiele
  • Grandios düstere Atmosphäre

Contra

  • Relativ kurz
  • Trotz auffindbarer Geheimnisse wenig Wiederspielwert
  • Über lange Strecken spielerisch unterfordernd
  • Heftiger Stilbruch im mittleren Akt
  • Wegen schattiger Grafik sehr Trial-and-Error-lastig
  • Zahnlose Zombies
  • Lange Ladepausen nach dem Ableben

Grafik

Der düstere Stil aus vordergründigen Silhouetten und farbstarken 3D-Hintergründen wirkt im Jahre 2012 nicht mehr unverbraucht, kommt aber noch immer gut an. Die Szenarien wurden überall mit Details zugestopft, die allein dem optischen Vergnügen dienen – schick. Leider fehlt den Plattformen und Fallen gelegentlich ein wenig Kontrast, was zu vielen unnötigen Bildschirmtoden führt. Nichtsdestotrotz ist der optische Eindruck umwerfend.

Sound

Ein Kompliment an das Audioteam. Musikalisch bleibt Deadlight zurückhaltend, setzt aber immer im richtigen Moment ein und liefert schaurige Tunes ab. An der Soundeffektfront sitzen jedoch wahre Meister ihres Fachs. Selten konnte man in einem XBLA-Spiel derart intensive und lebensnahe Klänge vernehmen. Ablaufendes Wasser, sich krümmendes Blech, hauchende Zombies... man fühlt sich, als ob man direkt daneben stünde, so breitgefächert und reichhaltig klingen sie.

Gameplay

Deadlight fährt ein spannendes Konzept auf, das immer wieder zwischen Geschicklichkeitsaufgaben und Zombiehatz springt. Leider entwickelt sich der Spielablauf nur zögerlich. Der Schwierigkeitsgrad bleibt bis in die zweite Hälfte hinein sehr zahm und verlässt sich auf das Trial-and-Error Prinzip ohne Ausbruch aus den eigens erstellten Grundregeln. Dieses Konzept bereitet grundsätzlich viel Spaß, wäre aber noch ausbaufähig. Rein spielerisch werden Genrekenner permanent unterfordert.