„Ist das krank!“, „Was für ein kranker Scheiß“ oder „Wie krank muss man sein?“ - ein Querschnitt der Kommentare von Kollegen oder Freunden, die mir beim Spielen von Dead to Rights: Retribution zusahen. Was so oft als „krank“ betitelt wird, kann doch eigentlich nur genau das sein. Oder sind die alle nur verweichlicht?
Ein bescheidener Kahn tuckert müde durchs Dunkel der Nacht, geradewegs auf die schmutzstarrenden Docks zu, wo sich eine schwer verletzte Gestalt an Land schleppt. Ein Kerl wie ein Baum, der sich sichtlich geschwächt und unter den Auswirkungen seiner Verletzungen auf dem Boden windet. „His little doggie's not around“, spotten zwei dreckig-speckige Halunken, als sie von oben auf ihn herabschauen und ihn hohnlachend zum Teufel wünschen.
Schon der erste Ladebildschirm sagt: "Das wird kein Kindergeburtstag".Plötzlich schält sich ein giftig starrendes Augenpaar mit einem aggressiven Knurren aus dem Schatten hinter ihnen. Der am Boden kauernde Mann sagt bloß ein Wort: „Kill“ - der Hund gehorcht. Er schnappt nicht etwa gereizt nach einem Bein, sondern springt einem der Angreifer an die Kehle, labt sich an den austretenden Blutfontänen und leckt sich die Zähne mit einem zornigen Blick gen Kamera. Gestatten: Jack Slate und sein Flohteppich Shadow, das sechsbeinige Antiterrorkomitee in diesem spielbaren B-Movie namens Dead to Rights: Retribution.
Warum der Köter? Schätzungsweise weil zwei Fäuste und dreißig messerscharfe Zähne besser sind als nur zwei Fäuste. Und weil sich in Grant City mehr als genug abgegriffener Pöbel herumtreibt, um eine ganze Armee auf Trab zu halten. Terroristen, die einen Wolkenkratzer in Beschlag und jede Menge Geiseln nehmen; schießwütige Triadenschmierköpfe in den Straßen; und irgendwo in der Mitte des ganzen Haufens tummelt sich der übliche, vormals noch so freundlich lächelnde Verräter, den müffelnden Geruch einer Verschwörung im Schlepptau. Wir sehen: Die Passt-schon-Schablone sitzt bei Entwickler Volatile perfekt.
Eine ganze Stadt in Aufruhr: Terroristen haben den Temple Tower besetzt.Auf Jacks To-do-Liste steht nach wenigen Stunden zudem ganz fett „RACHE“, als er einen herben persönlichen Rückschlag hinnehmen muss. Herrje, an dieser Stelle plärrt er ja fast los, dieser breitschultrige Affe, dem man keine Gefühle, geschweige denn einen Ausbruch derselben zutraut. Ehrlich gesagt war ich fast erschreckt, dass die Entwickler überhaupt versucht haben, dem ausschließlich über Leichen gehenden Berserker emotionale Facetten einzuschärfen.
Aber eine Sekunde später war ich auch sehr erleichtert, dass es keine deutsche Version gibt. Schon in der Originalsprachausgabe ist bestenfalls die Bemühung erkennbar, dem Spieler auch nur die kleinste Gefühlsregung abzuringen. Ich will gar nicht darüber nachdenken, was eine deutsche Dilettantendarbietung aus der ganzen Chose gemacht hätte. So bleibt es wenigstens bei einer sauberen Betonung und guten englischen Sprechern, die alle Stimmungen wunderbar rüberbringen.
Wenn es so weit kommt, ist es schon zu spät. Für den am Boden liegenden Kerl natürlich.Was Jack angeht: Irgendwann hab ich seine schnodderige, zuweilen zynische Art und den Bad-Cop-Anstrich fast liebgewonnen. Ja, sein Charakter wird nie im Leben seinen Adoniskörper überstrahlen oder in Max-Payne-Sphären vordringen, obwohl er ein ähnliches Schicksal erleidet und sein Spiel eine genauso depressiv-verschneite Stimmung verströmt. Stierender Blick, hervorstehendes Gebiss und Vampirzähne hin oder her – dreimal, viermal im Spiel fallen Worte ungeahnter Tiefe, die den Cop kurzzeitig in ein anderes Licht rücken, als es seine ramboeske Muss-töten-Attitüde erahnen lässt. In diesen Momenten blitzt gar so etwas wie Persönlichkeit auf. Nicht so hell, dass man zitternd mit ihm bangt, aber genug, damit man ihn zumindest ernst nimmt.
von Namco Bandai, Volatile GamesGenre: Action, Third PersonPS3, XBox 360: 23.4.2010Freigegeben ab 18 Jahren
Kingdoms of Amalur: ReckoningXBox 360, PS3, PC: 10.2.2012 Vorschau lesen
The Darkness 2XBox 360, PC, PS3: 10.2.2012 Vorschau lesen
Mass Effect 3XBox 360, PC, PS3: 9.3.2012 Vorschau lesen
Ans GAMONA-TEAM wenn ihre kollegen sagen ''Wie Krank kann man sein?'', dann so leid es mir tut haben ihre kollegen in so eine beruf nichts zu suchen. Sie können ja blümchen spiele spielen. Aber man merkt an dem bericht von PoP, wieviel ahnung diese seite von Spielen hat. Wenn ihrs besser könnt dann entwickelt selbst ein spiel
die treppe hab ich beim ersten mal schon gesehen ;)
stört mich also nicht dass es hier nicht rauskommt.
Wirklich kein gelungenes Spiel, es macht zwar Spaß (ganz am Anfang), aber wird sehr schnell öde und dann kommt die Routine.
Wieder eine Ballertour durch eine absolut lineare Levellandschaft oder Faustkampf mit einigen Gegner, achja dann kommt mal wieder die schleicheinlage mit dem Hund, alles dabei nur nichts wirklich gut gemacht.
Das Zeitlupengeballer.....mh ja es ist da aber WOZU??? Habs mal angemacht, aber eigentlich braucht man es das ganze Game nicht.
Und am besten sind die Gegner im Nahkampf, kommen mit Maschinengewehr oder Shotgun an und sobald man ihnen sich auf 1-2 Meter nähert stecken sie die Waffen weg und wollen sich mit Fäusten Hauen..........Shotgun ist auf naher Distanz ja auch total nutzlos!!!
Also solch ein KI Verhalten find ich bescheuert.