Dead Space stand in den vergangenen Jahren für feinste Horror-Shooter, die das fürchterliche Alien-Gen besaßen: dunkle Raumschiff-Gänge, Mark zerreißende Akustik, Spannung, fiese Monster aus dem All. Und dann zeigt Entwickler Visceral Games auf der E3 plötzlich ein Video, das vor allem auf Action setzt. Gehört das nur zum "Klappern" auf der Messe, wo nur "lauter, schneller, blutiger" zählt oder krempelten die Amis den Spielablauf in Dead Space 3 komplett um?

Denn statt durch finstere Korridore zu schleichen, kämpft der uns wohlbekannte Isaac Clarke plötzlich auf der Oberfläche des Eisplaneten Tau Volantis um sein Leben. Laut Producer John Calhoun befindet er sich auf einem Rachefeldzug, "der die Auslöschung der Nekromorph-Plage für alle Zeiten zum Ziel hat."

Nebenbei soll auch noch die Menschheit gerettet werden und außerdem sucht der Held auch noch nach seiner Partnerin Ellie. Die ist nämlich bei der Bruchlandung auf dem kalten, abweisenden Felsbrocken verloren gegangen.

Mehr Action, weniger Horror?

Fans der ersten beiden Teile können aber zumindest teilweise aufatmen: der planetare Ausflug wird nicht die gesamte Handlung bestimmen. Laut Calhoun soll es verschiedene Locations geben. Clarke turnt also auch weiterhin in den Tiefen des Alls herum und durchkämmt enge Raumschiffkorridore, die spärlich beleuchtet sind.

Davon war aber auf der E3 herzlich wenig zu sehen. Die bisherigen Eindrücke erinnern eher an eine Fortsetzung von Lost Planet, denn eine bedrückende Horror-Show. Aber immerhin: Die musikalische Untermalung scheint mit ihrer dramatischen Inszenierung immer noch erstklassig zu sein.

Dead Space 3 - Weniger Horror, mehr Action?

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Kain und Abel? Die zwei Protagonisten haben sich zumindest farblich nicht aufeinander abgestimmt.
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Wir beobachten den Protagonisten im zweiten Akt des Shooters im Kampf gegen grässlich-gigantische Boss-Kreaturen und fehlgeleitete Fanatiker, aber auch riesige Unwesen, die stark an Akriden erinnern. Aber natürlich handelt es sich um fiese Nekromorphe, die plötzlich aus dem vereisten Untergrund brechen, um alles zu verschlingen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn das titanische Ekel-Monster zögert nicht, Mr. Clarke einfach mal in seinem gefräßigen Schlund verschwinden zu lassen. Schwupps, isser weg!

Packshot zu Dead Space 3Dead Space 3Erschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: ab 19,90€

Damit ist das Abenteuer aber noch lange nicht beendet, denn in den glitschigen Innereien geht es irgendwann - spätestens bei Release, der für Februar 2013 auf PS3, 360, und PC angekündigt ist - weiter. Eines ist aber sicher: Der Ausgang wird ein anderer sein als der Eingang...

Dead Space 3 - Weniger Horror, mehr Action?

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Da freut sich aber jemand, dass ich wieder nach Hause komme…
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Es gibt eine Reihe von Gründen, die daran zweifeln lassen, dass Dead Space 3 atmosphärisch an seine klaustrophobischen Vorgänger anknüpfen können wird. Zum einen natürlich die Tatsache, dass wohl bedeutende Teile des Abenteuers eben nicht mehr in beengten Räumen, sondern auf weiten Planetenoberflächen spielen. Dort kann man zwar sehr weit schauen und auch wundervoll malerische Himmel bewundern. Jeder sichtbare Ort soll angeblich auch zu Fuß erreichbar sein. Das Überraschungsmoment ist jedoch bei einem solchen Szenario eingeschränkt.

Die ganze Story gibt‘s nur im Koop-Modus

Als schwerwiegender könnte sich allerdings die Tatsache erweisen, dass Episode Nummer drei von Beginn als kooperatives Erlebnis ausgelegt ist. Zwar betont der Producer, dass man Dead Space 3 ohne weiteres im klassischen Spielablauf ohne KI-Begleiter auch solo durchspielen könne. In diesem Fall gehen euch aber zusätzliche Story-Inhalte und Gameplay-Mechaniken des Koop-Modus verloren.

Der erlebte Schrecken könnte sich also allein schon dadurch reduzieren, dass ständig ein zweiter Spieler an eurer Seite herumlungert - übrigens nur, solange eine Internetverbindung besteht. In diesem Fall zwar mit Drop-in-/Drop-out-Feature. Offline wird es aber keine Koop-Schlachten geben.

Mehr Action, weniger Horror-Elemente - es wäre schade, wenn sich das tatsächlich bewahrheitet.Ausblick lesen

Die neue Figur - ein gewisser Sergeant John Carver, - scheint so ziemlich das Gegenteil von Isaac Clarke darzustellen. Das spiegelt sich auch in seiner Ausrüstung wieder. Damit dies auch wirklich niemandem entgeht, glüht Carvers Visier rot, während Isaac mit blauem Funkeln "glänzt". Ein bisschen platt wirkt das, wie auch die etwas tumben Sprüche, die sich die beiden Partner an den Kopf werfen: "Geh ihm aus dem Weg!", ruft der eine im Gefecht gegen einen Riesenbohrer. "Ach, wirklich?!", antwortet der andere ein wenig plump. Freundschaft ist das nicht. Doch das wird sich im Verlauf der Kampagne möglicherweise noch ändern.

Dead Space 3 - Weniger Horror, mehr Action?

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Die Handlung soll zumindest teilweise in den Tiefen des Alls für klaustrophobische Momente sorgen.
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Neuerdings scheint es übrigens auch im Dead-Space-Universum ein Deckungssystem zu geben. Auch das deutet darauf hin, dass die Macher auf eher offene Schlachten und Schusswechsel setzen als auf hinterhältig ablaufende Attacken. Vor denen müsste man sich ja nicht verbergen, weil man gar nicht weiß, dass ein Angriff bevorsteht.

Vielleicht nahm Visceral auch aus diesem Grund Änderungen am Waffensystem vor, über die allerdings kaum ein Wort verloren wird. Anscheinend wird es universelle Magazine für alle Knarren geben und insgesamt der zuvor eher spärliche Munitionsvorrat aufgestockt werden. Klar ist außerdem, dass Isaac sein Geschick unter Beweis stellt, indem er Waffen und Werkzeuge anpasst.

Die setzt man selbstverständlich auch gegen die neuen Nekro-Formen ein: Fodder teilen sich beim Angriff in zwei Schreckensbiester auf, Feeder sind aus Verzweiflung zu Kannibalen mutiert und auch sogenannte Schneebestien sollen euch zukünftig das Überleben zusätzlich erschweren. Ach ja: Einen kompetitiven Multiplayer-Modus wird es offiziellen Aussagen zufolge diesmal nicht mehr geben.