So haben sich die Politiker die Globalisierung sicher nicht vorgestellt: Weltweit grassiert eine schlimme Seuche, die den Tod als Anfang einer entsetzlichen Existenz vorsieht. Horden von Untoten rotten sich in jedem Fleckchen Erde zusammen und torkeln durch die ehemals blühenden Metropolen.

Dead Nation - GC 2009 Trailer

Die Menschheit hat der Übermacht nichts mehr entgegenzusetzen und wird von Tag zu Tag weiter dezimiert. Der Homo Sapiens an der Spitze der Nahrungskette? Das war gestern. Die Krone der Schöpfung sieht sich schreckhaft auf dem Rückzug - es wird auf das Überleben nach der Apokalypse umgestellt.

Dead Nation - Daumen retten Gehirn - ein Riesenspaß

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Der fackelt unter Garantie nicht lange.
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Schuld ist wieder einmal die Experimentierfreudigkeit einiger Forscher mit gefährlichen Viren. Diese können nun mal allerhand Unheil anrichten, wenn sie aus einem Labor entfleuchen. Und schon hat man den Salat: Milliarden an Wiedergängern lungern in den Straßen herum und fressen alles, was auch nur im Ansatz humanoid aussehen mag. Zu den letzten Menschen gehören die beiden Helden Jack McReady und Scarlett Blake, für die man sich entscheiden kann. Beide haben schon einen ziemlich langen Weg hinter sich. Mit Sicherheit sind sie nicht so weit gekommen, weil sie Skrupel besitzen, eine Waffe gegen das zu richten, was vor einiger Zeit noch ein Mensch war...

Kleine Geschichte - große Wirkung

Die Geschichte mag vielleicht so tief sein wie ein Gartenteich, passt aber wunderbar zur Spielmechanik. Die beschränkt sich nämlich in erster Linie darauf, so lange wie möglich am Leben zu bleiben, einen Weg durch die düstere Stadt zu finden, um bestimmte Zielpunkte zu erreichen. Irgendwo müssen doch noch ein paar Überlebende herumlungern. Auf der Tour erfährt man, wie es zum Ausbruch der Epidemie kam und was man vermutlich dagegen unternehmen kann. Das ist zwar verdammt waghalsig, scheint aber die letzte Hoffnung zu sein, wenn man nicht zwischen den mahlenden Kiefer geifernder Untoter geraten möchte.

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Überrannt von ranzigem Fleisch. Es gibt kein Entkommen.
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Mit einem Stick steuert man den Helden durchs Gebiet, während der zweite Steuerknüppel die Zielrichtung der Waffe vorgibt. Anfangs steht nur ein simples Gewehr zur Verfügung. Mit jedem erlegten Zombie können zweierlei Orbs eingesammelt werden: rote Kugeln für den Punktemultiplikator, gelbe für den Kontostand. Selbst in solch harten Zeiten hat Währung ihren Wert, und umsonst gibt es Waffen-Upgrades bestimmt nicht. Auf diese Weise kann das Gewehr mehr Durchschlagskraft gewinnen, mehr Munition in die Magazine pressen, schnellere Schusskadenz erhalten. Das klingt old-school? Das ist es auch, zumal als Ansicht die Vogelperspektive gewählt wurde, die bestenfalls durch die isometrische Sicht abgelöst wird, wenn es der Übersicht hilft.

Untot und Spaß dabei

Je weiter Scarlett oder Jack ins Innere der Metropole vordringen, desto exquisiter werden die Wummen. Eine MP mäht größere Gruppen Grabschleicher nieder, eine Schrotflinte eignet sich als starkes Werkzeug gegen eng zusammenstehende Monster, Flammen-, Klingen- oder Granatwerfer bekommen auch stärkere Gegner klein. Trotzdem muss man mit der Munition haushalten. Unendlich viele Kugeln schlummern lediglich im Gewehr, mit dem man zu Beginn in den Kampf geschickt wird. Auch Minen, Molotow-Cocktails oder Granaten sind machtvolle Instrumente zur Undead-Crowd-Control.

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Der Flammenwerfer hilft wunderbar gegen das Dutzend.
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So leicht zu besiegen bleiben die Zombies jedoch auch nicht. Zwischendurch kommen schon mal ein paar spezielle Mutanten zum Zuge, vor denen sich die Jäger in Acht nehmen sollten. Ein Riesenfettsack von Zombie rast beispielsweise mit schnellen Schritten auf euch zu, ein hopsender Riese fordert die Reaktionsgeschwindigkeit heraus und ein klingenbesetzter Hüne macht mit zwei Armbewegungen Pixelkebab aus dem eben noch siegessicheren Schützen.

Wohl dem, der auch die entlegensten Ecken nach neuen Rüstungsteilen absucht. Die können nämlich nicht an einer der Waffenverkaufsstationen erworben werden, die am Ende einer jeden Etappe aufgestellt sind. Manchmal hätten die Checkpoints gerne etwas freundlicher verteilt werden können. Ungeübte Spieler werden wahrscheinlich viele Passagen mehrmals in Angriff nehmen müssen.

Für Horrorfans und Shooter-Puristen sind 12,99 Euro für den Download nicht zu viel verlangt. Hirn aus, Waffe an!Fazit lesen

Masse gegen Menschheit

Eine unheimliche Dynamik kommt immer dann ins Spiel, wenn es zum Großangriff der Zombies kommt. Wie bei Left 4 Dead stürmen ganze Hundertschaften auf euch zu, untote Gesellen springen plötzlich aus der Kanalisation empor oder hüpfen aus Lkws heraus. Ganz so unvorhersehbar wie in Valves Shooter läuft das hier jedoch nicht ab. Aus welcher Richtung die nächste Welle heranstürmt, ist abzuschätzen. Fies ist es nichtsdestoweniger, denn meistens kommt das Gesocks aus mehreren Richtungen gleichzeitig angewetzt. Wenn dann auch noch einer der gefürchteten Mutanten darunter ist, helfen nur noch die clever gesparte Munition, Reflexe wie ein Waldluchs und vielleicht das eine oder andere Autowrack, das wunderbar mit ein paar gezielten Schüssen zur Explosion gebracht werden kann und dabei ein paar Zombie ins endgültige Jenseits mitnimmt.

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... oder einfach eine Explosion - und gut is'.
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Die Explosionen sehen obendrein sehr hübsch aus und lassen eine Menge Geröll durch die Gegend schleudern. Die Physik-Engine verrichtet in diesen Momenten einen sehr guten Dienst. Leider können die Flammensäulen nicht immer mithalten. Das Feuer breitet sich nicht aus, wirkt brav und soll zumeist nur eine Barriere für den Spieler darstellen. Ansonsten kann sich der Look der Stadt durchaus sehen lassen. Schmutzige Straßen und düstere Ecken, die nur von der Taschenlampe der Spielfigur ausgeleuchtet werden, geben ein bedrückendes Bild vom Ende der Menschheit ab. Die Gebäude verfallen zusehends und zeichnen eine realistische Vision vom Verfall einer ehemals stolzen Zivilisation.

Hitliste der Hitmen

Auch der Soundtrack schlägt in diese Atmosphärenkerbe. Die düstere Hintergrundmusik erinnert an Industrial-Helden der achtziger Jahre, könnte aber gleichzeitig auch aus einem Zombie-Schinken dieser Zeit entnommen sein. Besonders bei den Massenstürmen kommt eine sinistre Dynamik zum Tragen. Auch das Gestöhne und Geächze der Zombies lässt Horrorfans wohlige Schauer über den Rücken laufen. Schade, dass die Waffensounds dagegen eher schwach wirken. Eine Maschinenpistole darf auch gerne ein wenig druckvoll wummern, was von den Häuserschluchten eindrucksvoll zurückgeworfen werden könnte. Aber wir wollen von einem kleinen Download-Game nicht zu viel erwarten.

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Kaum ein Stein ist auf dem anderen geblieben.
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Motivationsschübe erzeugen auch die Weltranglisten. Die Virenzyklen von jedem Land werden im Menü genannt, wo man auch die genauen Zahlen von getöteten Zombies erfährt. Natürlich wird der beste Untotenjäger noch einmal extra geehrt. Über das Menü können auch Mitspieler für die Kampagne gesucht werden. Zu zweit gruselt es sich sowieso schöner. Wer nicht über das Network auf Partnersuche gehen möchte, bestellt am besten einen Kumpel zu sich und platziert ihn mit einem Joypad im heimischen Spielzimmer - aber vorher den Raum hübsch abdunkeln, damit die Atmosphäre so richtig schön den Nacken nach oben krabbeln kann.