Zugegeben, der Titel des Spiels lässt den erfahrenen PSP-Zocker zunächst mal die Nase rümpfen. Doch bereits nach wenigen Minuten Spielzeit sorgte der kopftote Fred bei uns für hervorragende Unterhaltung. Was es mit der leblosen Rübe auf sich hat und wieso ihr euch dieses Spiel nicht voreilig aus dem Kopf schlagen solltet, erfahrt ihr im Test.

Dead Head Fred - GC 2007 Trailer

Verseuchte Heimatstadt

Dead Head Fred ist ein Action-Adventure mit Survival-Horror-Szenario. Statt sich dabei wie Konkurrent „Silent Hill Origins“ todernst zu nehmen, setzt der Titel allerdings auf satirischen Humor. Das sorgt dafür, dass ihr zwar selten eine Gänsehaut verspürt, stattdessen aber so manchen Lachkrampf überstehen müsst. Immer wieder werden typische Survival- Horror-Elemente aufgegriffen und vorzüglich parodiert. Das Spiel wirkt dabei jedoch keinesfalls lächerlich oder gar albern, sondern verbindet die witzigen Elemente gekonnt mit der durchaus atmosphärischen Handlung.

Dead Head Fred - Action mit Köpfchen: Mit abgedrehten Ideen schlurft Zombie-Fred in unsere Herzen.

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Die Schauplätze wirken allesamt detailliert und abwechslungsreich.
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Die Geschichte des Hauptcharakters ist schnell erzählt. Fred Neumann lebt in einer Stadt, in der merkwürdige Dinge vor sich gehen. Das lokale Atomkraftwerk sorgt nicht nur für eine flächendeckende Stromversorgung, sondern auch für eine großzügige radioaktive Strahlung. Tote erheben sich aus ihren Gräbern und Mutationen sind an der Tagesordnung. Perfekte Bedingungen also für ein Survival-Horror-Spiel. Als Fred den Ursachen auf den Grund geht, trifft er auf Bösewicht Ulysses Pitt, der ihm kurzerhand die Birne vom Hals reißt und die Leiche in der Nähe des Atomkraftwerks vergräbt.

Glücklicherweise gibt es da noch den verrückten Wissenschaftler Dr. Steiner, der Fred zu einem zweiten Leben verhilft. Mit Hilfe eines seltsam anmutenden Glasbehälters samt grüner Flüssigkeit konserviert und reaktiviert er Freds Gehirn samt Augen. Statt einem Kopf schmückt nun dieser Glasbehälter Freds Hals. Mit wenigen Erinnerungen und großer Entschlossenheit macht sich der entstellte Fred nun auf den Weg, die Geheimnisse von „Hope Falls“ zu lüften und den bösen Ulysses Pitt zur Rechenschaft zu ziehen.

No Future!

Im Spiel steuert ihr den Protagonisten aus der Verfolgerperspektive. Zahlreiche Zwischensequenzen, die sehr professionell aber leider nur in englischer Sprache vertont wurden, treiben die Handlung regelmäßig voran. Wer Verständnisprobleme hat, schaltet im Optionsmenü die Untertitel ein.

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In zahlreichen Zwischensequenzen wird die Story erzählt.
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Wie von anderen Spielen des Genres leider schon gewohnt, trüben auch bei Dead Head Fred ein paar Kameraprobleme den Spielspaß. Vor allem in hektischen Situationen, in denen ihr beispielsweise Skeletten oder Zombies die Ohren lang zieht, geht die Übersicht aufgrund schlecht gewählter Perspektiven häufig verloren. Zwar könnt ihr die Kamera per Analogstick frei justieren, doch das geht leider nur mit gedrückter R-Taste, die Fred gleichzeitig blocken lässt.

Dies ist jedoch auch schon der einzige große Kritikpunkt, denn in punkto Gameplay, Präsentation und Steuerung lassen die Entwickler nichts anbrennen. Das wohl interessanteste Feature des Spiels ist die Möglichkeit, Freds Kopf jederzeit zu wechseln. Bis zu acht verschiedene Häupter trägt Fred mit sich herum. Sobald der Wechsel vollzogen ist, verfügt Fred über völlig neue Eigenschaften und Fähigkeiten. Während er mit dem Glasbehälter durchaus agil durch die Gegend läuft, bremst ihn der Steinschädel ordentlich aus. Dafür kann Fred damit fragile Wände oder Schränke zertrümmern und sich somit neue Wege schaffen.

Erfolg ist Kopfsache

Interessant ist auch der Zombiekopf, mit dem Fred Flüssigkeiten und Gase aufsaugen kann. So ist der Weg an einigen Stellen beispielsweise durch brennende Gegenstände versperrt. Mit einer Kombination aus linker Schultertaste und einer Analogstickbewegung schnallt sich Fred den passenden Schädel auf den Hals, zieht sich an einem Wasserbehälter ein paar Liter Flüssigkeit in die Birne und löscht damit den Brandherd. Um besser zielen zu können, dürft ihr dabei sogar in eine Egoperspektive mit Zielvisier schalten.

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Charaktere und Handlung sind immer wieder für eine Überraschung gut.
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Mit dem Standardkopf erlangt Fred sogar per Knopfdruck für ein paar Sekunden Unsichtbarkeit – das beste Mittel, um fiese Feinde und komplexe Alarmanlagen zu umgehen. Die Schauplätze des Spiels wurden allesamt ebenso detailliert gestaltet wie die vielen Charaktere und Gegner. So seid ihr zu Beginn beispielsweise in einem großen Anwesen unterwegs, das aus zahlreichen Räumen besteht. Kaum ein Raum gleicht dabei einem anderen und viele Einrichtungsgegenstände werten die Optik auf.

Mäßiges Kampfsystem und tolle Rätsel

Als Geduldsprobe erweisen sich jedoch die zahlreichen Ladezeiten. Zwar müsst ihr selten länger als zehn Sekunden warten, bis Fred beispielsweise einen Raumwechsel vollzogen hat, dafür häufen sich die Unterbrechungen aber merklich. Ein wenig unspektakulär fallen die häufigen Auseinandersetzungen mit den zahlreichen Gegnern aus. In den meisten Fällen reicht es, die Angriffstaste möglichst häufig zu drücken. Habt ihr es mit starken Kontrahenten zu tun, solltet ihr jedoch auch regelmäßig die Blocktaste einsetzen.

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Hier ist Fred mit seinem Jar Head unterwegs – nicht schön aber selten!
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Gelegentlich bietet sich auch die Möglichkeit, eine Attacke des Gegners zu kontern und ihm dann durch eine kleine Kombo den Rest zu geben. Solche Aktionen werden sogar mit kleinen Bluteffekten und einem brachialen Finale ausgeschmückt, bei dem ihr dem Gegner beispielsweise den Kopf abreißt. Was sich hier vielleicht ein wenig brutal anhört, wirkt im Spiel aber sehr viel harmloser, weil es gut in das Szenario passt und auf eher witzige Weise inszeniert wird.

Unterhaltsames und schön ausgearbeitetes Action-Adventure, das für Spaß und Abwechslung sorgt. Hier haben die Entwickler Köpfchen bewiesen!Fazit lesen

Abseits der Kämpfe sorgen viele Rätsel, die häufig nur mit dem richtigen Köpfchen gelöst werden können, für gute Unterhaltung. Im Laufe des Spiels lassen sich die praktischen Rüben sogar noch verbessern. Somit erlangt ihr neue oder verbesserte Fähigkeiten, mit denen sich beispielsweise eure Lebensenergie automatisch regeneriert oder ihr euren Gegnern noch effektivere Attacken entgegensetzen könnt.