Ein Jahr Early Access und eine Million Tode später ist es fertig: Dead Cells mischt Altbekanntes aus Metroidvania, Roguelite und Pixellook. Was nach zuletzt recht abgenutzten Versatzstücken klingt, ergibt in der Kombination etwas sehr Gutes.

Werft einen Blick auf euren Glibberhaufen-Avatar in Dead Cells:

Dead Cells - Launch Trailer

Handeln wir direkt mal das Unwichtigste an Dead Cells ab: Ihr spielt eine Art grünen Glibber, der eine in einem Kerker vergammelnde Leiche wiederbeleben und fortan kontrollieren kann. Das große Ziel ist dann die Flucht, aber dieser stellen sich endlos viele Feinde entgegen, die euren Gastkörper früher oder später töten. Dieser Tod ist final und ihr beginnt wieder am Anfang, wo ihr einen neuen Körper übernehmt. Viel mehr Geschichte gibt es nicht, aber wozu auch einer Figur eine Story auf den Leib schreiben, wenn dieser ohnehin nur für kurze Zeit existiert?

Dead Cells mutet auf den ersten Blick wie ein typisches 2D-Metroidvania an, bringt mit seinen zufällig generierten Abschnitten und Permadeath aber typische Roguelike-Elemente ins Spiel. Wobei wir es hier mit einer Variation, einem sogenannten Roguelite, zu tun haben. Das bedeutet, dass bestimmte Errungenschaften über den Tod hinaus erhalten bleiben. Dieses Konzept schwächt eure Enttäuschung über das häufige Ableben spürbar ab.

Dead Cells verschiedene Level sind kreativ und animieren stets zum Erkunden

Jäger und Sammler

Die Insel, auf der Dead Cells spielt, ist in mehrere Bereiche aufgeteilt: Ihr startet stets im Kerker, danach ergeben sich die Folgeabschnitte in verschiedener Reihenfolge: Ob ihr also zuerst in der vergifteten Kanalisation, den Katakomben oder doch auf den Schlossmauern landet, hängt allein von euch ab. Ihr startet stets mit einem simplen Schwert, hinzu kommt schnell ein Bogen oder ein Schild. Diese Ausrüstung genügt bestenfalls für die ersten Monster, denen ihr begegnet. Schon vom ersten Durchlauf an arbeitet ihr allerdings an besserem Equipment: Ihr findet es zum einen in Schatztruhen oder hinter Türen, die ihr gegen Bezahlung entriegeln könnt. Das dafür nötige Gold lassen besiegte Gegner zurück.

Zum anderen stoßt ihr immer wieder auf Entwürfe, aus denen der Sammler, ein euch freundlich gesonnener NPC, den entsprechenden Gegenstand bauen kann. Dafür wiederum benötigt ihr runde, leuchtende Zellen, die ihr regelmäßig erhaltet. Den Sammler trefft ihr nur zwischen einzelnen Inselbereichen – sterbt ihr, bevor ihr eure Zellen eintauschen konntet, sind sie futsch. Wenn ihr die Souls-Spiele und deren Seelen-Konzept kennt, habt ihr eine ungefähre Vorstellung vom mit diesem Verlust einhergehenden Gefühl.

Packshot zu Dead CellsDead CellsErschienen für PC, Nintendo Switch, PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Sich ein Spiel erarbeiten

Was ihr einmal freigeschaltet habt, kann euch niemand mehr nehmen. Wobei ihr bei einem Neustart immer wieder mit den minimalen 100 Hitpoints sowie dem schwächsten Schwert startet. Die zuvor freigeschalteten Hilfsmittel tauchen aber nun im Spiel als sammelbare Items auf. Zu eurem Loadout gehören immer zwei Waffen sowie zwei zusätzliche Gegenstände, die zum Beispiel Granaten, Fallen oder eine Art mittelalterliche Selbstschussanlage sein können. Waffen und Fähigkeiten lassen sich in ihrer Wirkung kombinieren: Unter den richtigen Voraussetzungen kann der Stampfsprung beim Aufprall eine Ölspur erzeugen, die sich durch eine Brandbombe anschließend entzünden lässt. Ebenso besteht eine naheliegende Wechselwirkung zwischen einer Elektro-Peitsche und einem Wasserbecken, in dem sich Feinde befinden.

Kennt ihr diese Pixel-Art-Perle schon?

Gewisse Errungenschaften sind komplett permanent: Dazu gehört zum Beispiel die Fähigkeit, an bestimmten Stellen Ranken erschaffen zu können, die euch neue Wege in die Höhe eröffnen. Durch die extrem vielen Kombinationen aus Waffen und Sekundärskills spielt sich Dead Cells immer wieder ein wenig anders – aber stets wahnsinnig schnell und präzise. Wer sehr vorsichtig und langsam agiert, kann die Gegner zwar besser kontrollieren, das Spiel unterbindet ein zu behutsames Vorgehen aber recht clever: Immer wieder gibt es Türen, die nach einer bestimmten Zeit dauerhaft versiegelt werden – wer zu langsam ist, muss auf die dahinter liegenden Belohnungen verzichten.