Alles so schön bunt hier. Da sage nochmal einer, Studenten seien für nichts gut. Immerhin ist es acht von diesen zu verdanken, dass die Wii endlich mal wieder ein amtliches Spiel erhält. Eines ohne Ponys. Ohne Mathegrundkurs. Ohne Fitnessdiktat. Eines, in dem man tatsächlich Geschick, Können und Reaktion beweisen muss. Kurz: Kein Casual-Game, wenn man das böse Wort erwähnen will. „DeBlob“ nennt sich die Rettungsaktion für gestandene Gamer, die allerdings auf einem PC-Titel basiert.

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Gestartet als ein Projekt niederländischer Informatikstudenten, landet das bunte Treiben nun auch auf der Wii. Es beginnt wie so oft mit einer feindlichen Übernahme: Die nicht gerade freundlichen außerirdischen Invasoren von INKT, die ein wenig an das machthungrige Tentakel aus dem LucasArts-Klassiker „Day of the Tentacle“ erinnern, verachten Farbe und verehren das Graue. Nach der gewaltsamen Machtergreifung wird grau zur monochromen Staatsfarbe ausgerufen.

de Blob - Endlich: Ein gutes Wii-Spiel ohne Ponys und Tier-Babys!

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Kein Angst liebe Politiker: Nur rote Farbe, kein Blut.
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Farbe wird verboten, Plattenbaugrau wird die vorherrschende Wandfarbe. Das lassen sich die Farbrebellen natürlich nicht gefallen und starten einen Gegenangriff. Als großer Held soll man nun wieder für bunte Städte sorgen. Farbanschlag mal etwas anders. Der Retter in „De Blob“ ist eine rollende Kugel mit Schwammfunktion: Trifft man auf einen wandelnden Farbeimer, kann man dessen Farbe aufsaugen und damit die Umgebung einfärben: Häuser, Bäume, Steine, Kreaturen – alles wird in die aktuelle Farbe des Blobs eingetüncht.

Über eine Tankanzeige wird man über die aktuelle Farbfüllung informiert, geht diese auf null muss schleunigst nachgefüllt werden. Rollt man durch Wasser, verliert der kugelige Held zudem die komplette Farbe – das kann auch hilfreich sein, will man die Farbe schnell wechseln. Denn auch das Wechseln von Farben ist gefragt, genauso wie das Mischen neuer Töne. Wer also ein sattes Grün will, muss zunächst Blau und anschließend Gelb aufnehmen – Grundkenntnisse in Sachen Farbenlehre sind obligatorisch.

Tückische Steuerung

Gesteuert wird die bunte Kugel recht konventionell: Mittels des Nunchuck gibt man die Richtung vor, gesprungen wird über das Schütteln der Wiimote. Besonders Letzteres wird allerdings schnell zur Nervensache: Das Springen ist recht ungenau - oft bleibt der Blob an einer Kante hängen und will einfach nicht auf dem Millimeter entfernten Vorsprung landen, auch nicht nach wiederholtem Schütteln.

Packshot zu de Blobde BlobRelease: 3DS, DS, PC: unbekannt
Wii: 3. Quartal 2008
kaufen: Jetzt kaufen:

Eine etwas unsaubere Lösung, die dem rollenden Farbbeutel Symphatiepunkte kostet. Dafür gibt es aber eine nützliche Log-On-Funktion, mit der Farbbehälter anvisiert werden können, um das Auftanken zu erleichtern.

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Aus grau mach bunt.
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Das hat man auch oft nötig, denn ein Riesenareal will in bunten Farben versinken. Doch nicht nur das komplette Einfärben der Umgebung ist hier gefragt: Diverse Missionen müssen zudem erfüllt werden. Meist bestehen diese aus der Vorgabe, bestimmte Häuserblöcke in einer festgesetzten Zeit in einen oder mehreren Farbtönen zu streichen – das fängt harmlos an und wird in höheren Leveln immer mehr durch fiese Fallen und angriffslustige Gegner erschwert.

Leider kommt einem gerade in den hektischen Schlusssekunden einer Mission wieder die ungenaue Steuerung in die Quere, ein rettender Sprung führt leider zu oft ins Verderben. Macht nichts – die Missionen lassen sich jederzeit wiederholen. Den Missionszielen mangelt es zudem an Abwechslung, mehr als das Färben eines Straßenzugs gibt es meist nicht zu tun.

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Sieht aus wie Team Fortress 2 ist aber De Blob.
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Ein wenig erinnert das Rumgerolle an das Kult-Game „Katamari“, denn auch dort muss in einer offenen Welt alles abgerollt werden – nur, dass man hier keine Gegenstände aufsaugt, sondern Farbe verteilt. Genau wie bei „Katamari“ macht bei „De Blob“ allerdings auch das Design und die Physik einen Großteil des Spaßes aus. Gerade Letztere ist bei „De Blob“ gelungen: Je voller die Farbkugel wird, desto behäbiger wird das Steuern, mit weniger Farbe ist der Blob schneller unterwegs.

Musik zum Selberkomponieren

Doch nicht nur die Umgebung ändert sich mit der Farbe: Je nach Farbton alterniert auch die jazzige Hintergrundmusik – neben dem Aussehen der Stadt komponiert man so die Musik des Spiels mit. Aufgesammelte Muster lassen zudem neue Färbemöglichkeiten zu, die Stadt kann individuell gestaltet werden, wenn man sich nicht gerade in einer der kniffligen Missionen befindet.

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Bunter geht’s nicht mehr.
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Bei einer vollen Couchbesetzung gibt es zudem noch einen Multiplayer-Modus, in welchen bis zu vier Farbfanatische um die Vorherrschaft in einem Areal streiten können. Gewinner ist derjenige Blob, dessen Farbe die meisten Gebäude und Gegenstände in der Stadt ziert. Das wird besonders bei vier Spielern zu einem sehr hektischen und nervenaufreibenden Treiben, zu zweit ist das allerdings keine sonderlich unterhaltsame Sache. Zumal eine Rangliste oder gar ein Online-Modus fehlt.

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Auch im Multiplayer muss fleißig gestrichen werden.
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Ein weiterer Wermutstropfen ist das Speichersystem: Nur nach dem Abschließen eines Abschnittes lässt sich der Fortschritt speichern, dazwischen ist kein Speichern möglich. Da die Stadtbezirke oft sehr weitläufig angelegt sind, kann es schon mal eine halbe Stunde bis zum nächsten Speicherpunkt dauern – andernfalls muss man den Abschnitt wieder von vorne beginnen.