Wir erinnern uns: Als Strategiegigant Relic Entertainment Anfang 2009 die langersehnte Fortsetzung seines Meisterstücks „Warhammer 40000 – Dawn of War“ veröffentlichte, war die Verwunderung groß: Vorbei war die Zeit der Massenschlachten, in denen sich hundert Moscha-Boyz der Orks auf zwei dutzend Space Marines stürzten, während eine Armada von Panzern und Mechas in die Menge ballerte. Stattdessen war Taktik im eher kleineren Maßstab gefragt, ganz anders, recht innovativ und einfach gut.
Kam diese Änderung bei den meisten Fans gut an, gab es doch auch einen Wermutstropfen: Die Fortsetzung reduzierte die Anzahl der Fraktionen des ersten Teils, die mit dem letzten Add-on „Soulstorm“ auf stolze neun gestiegen war, auf vier. Zwar befanden sich unter den kriegslüsternen Völkern jetzt die Tyraniden als Newcomer, doch als Fan konnte man nicht anders als zu fragen: Wo sind meine den Fernkampf liebenden Tau? Wo die schrecklich starken Necrons? Und wo, wo um alles in der Welt sind die dunklen Kräfte des Chaos?
"Los Leute, was brauchen wir in unserem Add-on?" - "Hm, wie wär's mit Schleim?"Relic ist seit jeher für gute bis hervorragende Expansions bekannt (die eher schwache „Tales of Valor“-Erweiterung für „Company of Heroes“ mal ausgenommen) und so verwundert es nicht, dass die Kanadier nun auch zu „Dawn of War II“ ein Add-on herausbringen und mit dem Chaos die erste spielbare Fraktion nachliefern. Und eines sei bereits vorweggenommen: Wenn Relic diesen qualitativen Standard aufrechterhält, können wir nur hoffen, dass es nicht die letzte Erweiterung ist.
Seit den Ereignissen des Hauptspiels ist ein Jahr vergangen. Im Aurelia-Sektor taucht plötzlich der Planet Aurelia selbst auf – lange war die Welt in den Tiefen des Warps verschwunden, jener gefährlichen Paralleldimension, die nicht nur die Heimat diverser Monstren und Dämonen ist, sondern auch Machtquelle der Psioniker, welcher Fraktion auch immer sie angehören mögen. Nun, durch einen Warpsturm zurückgekehrt, ist der einst blühende Planet zur desolaten Eiswüste verkommen. Und dennoch empfängt der Space Marine-Orden der Blood Ravens, der im Aurelia-Sektor heimisch ist, einen Notruf von der Oberfläche. Also werden der Force Commander und seine Männer Avitus, Tarkus, Thaddeus, Cyrus und der als Dreadnought-Mecha reinkarnierte Captain Davian Thule ausgesandt, das Signal zu überprüfen.
Cool, cooler, Space Marines - auch im Add-On noch die härtesten Hunde des Imperators.Wer jetzt eine Falle wittert, hat natürlich völlig recht. Schon bald treffen unsere aus dem Hauptspiel bekannten Supermänner auf Verräter der Imperialen Garde und auf die Truppen des Chaos, angeführt vom Chaos Lord Eliphas, den manche vielleicht noch aus dem Add-on „Dark Crusade“ des ersten Teils kennen, und dem Neuling Araghast, liebevoll „Der Plünderer“ genannt. Genauso interessant: Sie treffen auf einen Skriptoren mit dem klangvollen Namen Jonah Orion, der sich ihnen prompt anschließt und fortan das sechste Mitglied eurer Truppe ist.
Als mächtiger Psioniker kann der Blitze schleudern, Gegner mit heiligem Feuer aus Gebäuden brennen und seine Kameraden heilen. Je nachdem, wie ihr ihn skillt, hat er Zugriff auf verschiedene Accessoires, die ihm neue Fähigkeiten verleihen, und ihr könnt ihm entweder einen Stab in die Hand drücken, damit er seine Fähigkeiten aus der Ferne einsetzt, oder ein Schwert, damit er den Ungläubigen in die Augen schauen kann, während der kalte Stahl sie läutert. Gemeinsam müssen sie sich den Ketzern entgegenstellen – und dabei auch noch so manches über ihren eigenen Orden herausfinden.
"Brenne, Ketzer!"„Ketzer“ ist ein gutes Stichwort, denn im Grunde dreht sich die Kampagne von „Chaos Rising“ um die Frage nach Verderbtheit, Verlockung und Buße. Nach den ersten paar Missionen (die man bereits mit hochgelevelten, gut ausgerüsteten Veteranen beginnt) hat man schnell raus, dass die Kampagne ähnlich wie im Hauptspiel funktioniert, es gibt optionale und obligatorische Missionen, das erfrischend Suchtinduzierende Loot- und Itemsystem ist wieder zurück und die Recken dürfen immer noch leveln, Stats verbessern und Skills lernen. Mehr als zuvor sogar, die Skilltrees sind verlängert und um jeweils mindestens zwei neue, mächtige Fähigkeiten erweitert worden. Das macht alles nach wie vor Laune, ist aber im Grunde nur more of the same. Nicht, dass das bei „Dawn of War II“ was Schlechtes wär.
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R0bs0N16.03.2010 15:12
geil aber zu kurz15.03.2010 11:02
neo14.03.2010 09:10
heretic13.03.2010 00:53
heretic12.03.2010 21:04
von THQ, Relic EntertainmentGenre: StrategiePC: 12.3.2010Offizielle WebseiteFreigegeben ab 16 Jahren
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