Der Mann hat Strategie im Blut: Daniel Kading arbeitet schon seit acht Jahren bei Relic Entertainment, wo er unter anderem an der Erweiterung für Impossible Creatures, Dawn of War: Dark Crusade, Dawn of War 2 (alle PC) sowie The Outfit (Xbox 360) mitgewirkt hat. Derzeit geben er und sein Team der ersten Dawn-of-War-2-Erweiterung Chaos Rising den letzten Schliff.
Unser US-Korrespondent Roland Austinat unterhielt sich mit dem kanadischen Strategen in dessen Büro im 15. Stock eines Hochhauses, das kurz zuvor noch als Kulisse für den in Vancouver gedrehten "The A-Team"-Kinofilm herhalten musste.
gamona: Hallo Daniel, fast ein Jahrzehnt als Strategiespiel-Entwickler, davon über die Hälfte der Zeit im Warhammer-40K-Universum – wird dir das Fantasy-Science-Fiction-Szenario mit der Zeit nicht ein bisschen langweilig?
Daniel Kading:: Überhaupt nicht. Warhammer 40K besitzt noch immer jede Menge Potenzial für spannende Spiele. Allein die Rassen, die in dem Universum unterwegs sind: die raubeinig-noblen Space Marines, die abstrus-lustigen Orks oder die "Elfen im Weltraum", wie ich die Eldar gerne nenne. Dazu kommt die Geschichte des Warhammer-Universums und seinen wirklich detailliert beschriebenen Szenarien. Eher eine Herausforderung: vor diesem Hintergrund eine Mission so zu gestalten, dass sie nicht an eine Mission eines bereits erschienenen Echtzeitstrategiespiels erinnert – und die Charaktere des Universums so realistisch wie möglich in der Spielwelt zum Leben zu erwecken.
Büro mit Aussicht: Lead Designer Daniel Kading: wacht über das Wohl von Dawn of War 2: Chaos Rising.gamona: Was macht ein Lead Designer bei Dawn of War 2: Chaos Rising denn eigentlich genau?
Daniel Kading: Ich beschäftige mich primär mit der Kampagne, bin aber auch für den Mehrspieler-Part sowie die Download-Inhalte verantwortlich.
gamona: Dann gleich eine Frage zur Kampagne: Wie kommt es, dass wir in Chaos Rising keine neue spielbare Kampagnenfraktion bekommen? Bei Dawn of War und dessen Erweiterungen sah das noch anders aus.
Daniel Kading: Zu Beginn der Entwicklung haben wir beschlossen, das Hauptaugenmerk auf den Fortschritt beziehungsweise den Ausbau der bestehenden Helden zu legen. Das Erstellen einer neuen Rasse ist in Dawn of War 2 deutlich komplexer als in früheren Spielen – wir wollen und können nicht einfach nur eine neue Armee bauen und dann eine Kampagne darum herum stricken. Stattdessen müssen wir uns aufgrund der Rollenspielkomponenten Gedanken über deren Level-Fortschritt machen, über ihre Spezialfähigkeiten und die Waffen und Rüstungen, die ihr im Laufe einer Kampagne bekommt.
Vergesst auch nicht, dass die Space Marines ganz klar die beliebtesten Figuren der Warhammer-40K-Fans sind. Das soll nicht heißen, dass wir niemals andere Fraktionen in der Einzelspieler-Kampagne zu Gesicht bekommen werden: Ich persönlich würde in der nächsten Erweiterung gerne jemand anderen steuern.




























@H. Hegemann: Ich war ganz in Echt in Vancouver und hab das Bild von Daniel vor der Hochhausschlucht selbst geschossen.