"Was, wenn eine Frau auf die Hilfe der Geliebten ihres Freundes angewiesen wäre? Eine interessante Frage, die in einem soliden Film umgesetzt wird." - Peter Osteried

Der spanisch-kolumbianische Thriller lebt von seiner ruhigen Erzählung und spielt mit Urängsten: Isolation, Klaustrophobie, Einsamkeit. Dabei bleibt er weitestgehend realistisch und gestaltet die Geschichte so, dass man in jedem Moment durchaus glauben könnte, dass so etwas sich irgendwo auf der Welt schon einmal zugetragen hat.

Dazu tragen auch die drei Hauptdarsteller bei, die hierzulande weitestgehend unbekannt sind, aber authentische Darstellungen abliefern, die helfen, die wendungsreiche Geschichte bis zum konsequenten, aber moralisch fragwürdigen Ende zu erzählen.

„Das verborgene Gesicht“ ist im Grunde mehr Drama denn Thriller, was sich besonders zeigt, als sich der Fokus der sich in das „Gefängnis“ der Hauptfigur verlagert. Auf den eigenen Score verlässt sich der Film dabei eher wenig und setzt – es passt ja mit einem Dirigenten als Hauptfigur – auf mitreißende Stücke von Rachmaninoff und Tschaikowsky.