Das Geheimnis der vergessenen Höhle (PC Test)
von Thomas Bayer

Vor knapp 20.000 Jahren war die Welt noch in Ordnung. Keine Umweltverschmutzung, keine Atomkraftwerke, keine Terroristen - und solch neumodischer Quatsch wie die Demokratie war auch noch nicht erfunden.

Überleben konnten jene, die sich durchzusetzen wussten. Da gemeinsam einfacher war als alleine, lebten die Menschen damals in kleineren und größeren Gruppen zusammen. Die Rollenverteilung war klar definiert: Frauen in die Höhle, Männer auf die Jagd. Auch der Protagonist in »Das Geheimnis der vergessenen Höhle«,

dem neuesten Adventure-Streich der Kheops Studios, macht hier keine Ausnahme. Dem jungen Arok geht das Jagdglück allerdings schon zu Beginn des Spiels kräftig aus…

Zappenduster
Statt dem anvisierten Hirsch sieht er sich plötzlich einem ausgewachsenen Berglöwen gegenüber. Da auch die frühreifen Menschen der Steinzeit mit zarten fünfzehn Jahren solche Begegnungen tunlichst vermieden, flüchtet Arok in eine nahe Höhle. An dieser Stelle beginnt das eigentliche Spiel. Erstes Problem: Die Höhle ist stockfinster, davor lauert ein hungriges Vieh mit langen Zähnen. Damit sind die Aufgaben klar definiert: Feuer machen, Löwe vertreiben.

Vor 20.000 Jahren waren Feuerzeuge und Streichhölzer bekanntlich noch Zukunftsmusik, also ist die altbewährte Methode mit Feuerstein und Zunder angesagt. Leider ist die Höhle stockfinster, der Spieler darf sich auf der Suche nach den benötigten Materialien also halb blind durch die Räume tasten.

Glücklicherweise gibt's aber ja Helligkeitsregler am Bildschirm.

Geschichtsunterricht
Das Setting des Spiels ist - natürlich abgesehen von der frei erfundenen Handlung - historisch korrekt. Hauptbezugspunkt ist die im Jahre 1940 in Frankreich entdeckte Höhle von Lascaux. Dort fand man vor gut 60 Jahren hervorragend erhaltene Wandmalereien.

Diese spielen auch im Verlauf des Spiels eine wichtige Rolle, da Arok sich schon bald auf die Spuren von seinem alten Mentor Klem heftet, einem wichtigen Höhlenmaler.

Um den Spieler nicht vollständig ins kalte Wasser zu werfen (die wenigsten unter uns dürften im Detail wissen, wie das Leben in der Steinzeit genau ablief), haben die Entwickler eine Enzyklopädie integriert. Diese hilft nicht nur beim Fortkommen im Spiel, sondern bietet auch die Möglichkeit, sich darüber hinaus über die Lebensweise unserer Vorfahren zu informieren.

Hilfe! Was soll ich tun?
Doch trotz dieser Hilfestellung, und obwohl »Das Geheimnis der vergessen Höhle« ein klassisches Point & Click - Adventure ist, verlaufen die ersten Spielstunden teilweise etwas zäh. Einerseits muss man sich erstmal in das recht ungewöhnliche prähistorische Setting einfinden.

Das Geheimnis der vergessenen Höhle - Prähistorischer Rätselspaß

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Erschwerend kommt außerdem hinzu, dass Gegenstände nur dann kombiniert werden dürfen, wenn Arok sie an einer geeigneten Stelle ablegen kann. Dieses Prinzip funktioniert zwar sehr gut, ist anfangs aber doch recht gewöhnungsbedürftig. Da allerdings besonders zu Anfang viele solcher "Bastel"-Rätsel auftauchen, ist für ausreichend Training gesorgt. Oftmals fühlt sich der Spieler aber trotz des linearen Gameplays alleine gelassen. Grund: Die nächsten Aufgaben sind ein ums andere Mal alles andere als klar umrissen, was auch etliche Rätsel schwieriger macht als eigentlich notwendig. Dafür können sich aber auch erfahrene Adventure-Fans nicht über einen zu geringen Schwierigkeitsgrad beschweren. Fünfzehn Minuten für ein einzelnes Rätsel (ohne dabei die Location zu wechseln) zaubern Freunden von deftiger Rätselkost ein Strahlen aufs Gesicht.

Das Geheimnis der vergessenen Höhle - Prähistorischer Rätselspaß

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Grafisch macht »Das Geheimnis der

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vergessenen Höhle« einen etwas zwiespältigen Eindruck. Die vorgerenderten Hintergründe sehen hervorragend aus und sind äußerst detailliert designt. Allerdings fehlt es ihnen an Dynamik und Bewegung.

Ab und an sorgt zwar ein einsamer Schmetterling für etwas mehr Leben, unterm Strich wirken die Schauplätze aber viel zu unbelebt. Der Sound hingegen ist definitiv Oberklasse. Passend zum prähistorischen Setting ist das Spiel mit entsprechender Musik unterlegt, die Soundeffekte sind ebenfalls Klasse. Einen groben Schnitzer hat sich der Publisher allerdings mit der deutschen Synchronisation geleistet. Das monotone Geleiere ist selbst mit "grausam" noch lobend umschrieben. Amateurhafte, offensichtlich mit Schlafmitteln vollgedröhnte Synchronsprecher leiern dem Spieler unerträgliche Gespräche in die Ohren. Glücklicherweise gibt's alternativ Untertitel.

Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ schöne Grafik + super Sound + knackige Rätsel

Contra:
- Synchronisation - Orientierungslosigkeit

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"grausam" noch lobend umschrieben. Amateurhafte, offensichtlich mit Schlafmitteln vollgedröhnte Synchronsprecher leiern dem Spieler unerträgliche Gespräche in die Ohren. Glücklicherweise gibt's alternativ Untertitel.

Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ schöne Grafik + super Sound + knackige Rätsel

Contra:
- Synchronisation - Orientierungslosigkeit