Darkstar One (PC Review)
von Martin Schnelle

Der Vater ermordet, das Universum am Rande eines galaktischen Krieges, eine Waffe, die ganze Planeten zerfetzt: Kayron Jarvis hat es nicht leicht. Als Pilot und Kommandant der "Darkstar One", eines High-Tech-Raumflitzers, steckt er mitten in einem

Schlamassel gigantischen Ausmaßes. Dazu muss er sich überlegen, wo das ganze Geld herkommen soll, mit dem er sein Schiff aufrüsten will, denn zu Beginn dieses Actionspiels ist die "Darkstar One" gerade mal mit dem Nötigsten ausgestattet. Und das reicht in keinem Fall für all die Herausforderungen, die Kayron bestehen muss.

Darkstar One - E3 2006 Trailer4 weitere Videos

Der Vater ermordet, das Universum am Rande eines galaktischen Krieges, eine Waffe, die ganze Planeten zerfetzt: Kayron Jarvis hat es nicht leicht. Als Pilot und Kommandant der "Darkstar One", eines High-Tech-Raumflitzers, steckt er mitten in einem Schlamassel gigantischen Ausmaßes. Dazu muss er sich überlegen, wo das ganze Geld herkommen soll, mit dem er sein Schiff aufrüsten will, denn zu Beginn dieses Actionspiels ist die "Darkstar One" gerade mal mit dem Nötigsten ausgestattet. Und das reicht in keinem Fall für all die Herausforderungen, die Kayron bestehen muss.

Die "Darkstar One" springt in ein unbekanntes System, doch Kayron weiß: hier lauern Piraten im Trümmerfeld. Schnell das nächste Kreuzerwrack anvisiert und Gas gegeben. Es dauert nicht lang, dann meldet sich der Anführer der Piratengang per Funk und droht mit Übelstem. Kayron macht sich bereit, sucht die passende Plasmawaffe aus und visiert den nächsten Gegner an.

Darkstar One - Der Vater ermordet, das Universum am Rande eines Krieges und eine Waffe, die ganze Planeten zerfetzt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 105/1131/113
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Geschütztürme feuern automatisch auf den Feind, der zu nahe kommt, erst pustet die "Darkstar One" dem Freibeuter die Schilde weg, zwei Feuerstöße aus der Sporenkanone, und der Gegner ist Geschichte. Die ersten sechs Piraten lassen sich schnell aus dem All fegen, doch die drei Leibwächter des Piratenchefs sind aus härterem Holz geschnitzt. Einer schafft es, die eigenen Schilde lahm zu legen, Co-Pilotin Eona schreit eine Warnung. Doch per Schildboost aus der Plasmawaffe hat Kayron genügend Zeit, bis sich die Schilde wieder regeneriert haben. Der Chef der Räuber setzt zusätzliche Drohnen aus, die Kayron unter Feuer nehmen.

Darkstar One - Der Vater ermordet, das Universum am Rande eines Krieges und eine Waffe, die ganze Planeten zerfetzt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 105/1131/113
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Doch die Geschütztürme pulverisieren sie rasch. Und schon zerbricht das letzte Piratenschiff im Feuer der Strahlenkanonen. Netterweise hinterlassen die bösen Jungs einen kleinen Container: darin befindet sich eine fette Top-Secret-Geheimdienstwaffe, die Kayron erfreut sofort ins Schiff integriert. So oder ähnlich laufen die Standardaufträge in Ascarons erstem Weltraum-Actionspiel. Doch was steckt hinter dem allen?

Täuschung, Tarnung, Terraner im Weltall
Der Tag hätte so schön sein können: Kayron Jarvis, hoffnungsvoller Nachwuchspilot, bekommt das neueste Schiff, das sein Vater konstruiert hat.

Diese technologische Speerspitze benutzt Alien-Artefakte, um absolute Hochleistung zu bringen.Das Besondere an dem Schiff: es lässt sich nicht nur mit neuer Technologie ausrüsten, sondern "wächst" beim Upgraden mit neuen Artefakten in bestimmten Bereichen.

Leider ist Kayrons Vater bei einem Kampf im Weltall umgekommen. Von seinem väterlichen Freund Robert, Geschäftspartner seines Vaters, erfährt der junge Raumfahrer, dass sein Vater ermordet wurde: Geleitschutzpilot Jack hatte das Schiff von Kayrons Vater sabotiert. Also macht Kayron sich auf den Weg, Jack zu suchen. Es dauert nicht lange, bis er Eona kennenlernt, die anbietet, ihn zu begleiten und zu helfen. Nicht ganz uneigennützig, wie sich im Verlauf der Geschichte herausstellt. Genauso, wie Einiges nicht das ist, was es anfangs zu sein scheint. Allerdings braucht Kayron jede Menge Geld und Artefakte, um aus der anfangs nur mit dem Notwendigsten ausgerüsteten "Darkstar One" ein voll ausgerüstetes Kampfschiff zu machen. All das findet vor dem Hintergrund eines interstellaren Konflikts statt.Sechs Rassen leben im bekannten Universum zusammen, und eine davon, die Thul, machen Ärger. Die galaktische Gemeinschaft wird immer häufiger von Schwärmen kleiner, blauer Schiffe angegriffen, die von den Thul zu kommen scheinen.

Gameplay, wie schon oft gehabt
Ab hier ähnelt "Darkstar One" stark Genre-Kollegen wie "Freelancer" oder "Tachyon". Kayron fliegt von System zu System, übernimmt für Geld Aufträge und sucht Artefakte. Diese befinden sich fast immer in Asteroiden, die von Tunneln durchzogen sind - vorsichtiges Manövrieren ist wichtig!

Die Aufträge umfassen ebenfalls die Klassiker von Geleitschutz fliegen über Transportaufgaben bis hin zum Säubern ganzer Systeme von Piraten. Der Abschuss dieser Geißeln der Galaxis bringt neben dem Auftragshonorar ganz erkleckliche Summen Kopfgeld, weswegen ein aktiver Pilot nie unter Geldsorgen leidet. Die Sonnensysteme sind immer gleich aufgebaut!

Darkstar One - Der Vater ermordet, das Universum am Rande eines Krieges und eine Waffe, die ganze Planeten zerfetzt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 105/1131/113
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In der Nähe eines Planeten liegt die Handelsstation, ganz wie die guten alten Stationen im Genre-Uropa "Elite" (siehe Kasten). Dort verkaufen Händler Waren, was zwar Geld bringt, aber nicht wirklich nötig ist in diesem Spiel. Am Terminal ruft ihr Aufträge ab und lest die aktuellsten Nachrichten. In der Werft kauft ihr neue Ausrüstung wie Waffen, Geschütztürme, stärkere Schutzschilde und was da sHerz so begehrt. Dabei spielt aber nicht nur das Geld eine Rolle, sondern auch der Aufrüstungsgrad der "Darkstar One". In fast jedem Raumsektor erhaltet ihr eine so genannte "Sidequest", bei deren Erledigung neben Geld auch der Schlüssel für ein geheimes System wartet, in dem meist ein Artefakt den ehrlichen Finder belohnt.

Darkstar One - Der Vater ermordet, das Universum am Rande eines Krieges und eine Waffe, die ganze Planeten zerfetzt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 105/1131/113
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Grundsätzlich benötigt ihr für die Sprünge in jedes System einen Schlüssel, die für gewöhnlich beim Betreten des Raumsektors oder dem Anfliegen bestimmter Systeme in den Navigationsrechner übertragen werden.. Oft findet sich noch ein Asteroiden- oder Schrottfeld, in dem Piraten lauern. Außerdem bevölkern Forschungsstationen das All, und in jedem System steht ein Sprungtor, aus dem ihr bei jedem Hypersprung von System zu System herauskommt.

Rollenspielelemente?
Als bahnbrechend verkauft Ascaron die Rollenspielelemente im Spiel. Beim Aufrüsten des Schiffes mit Alien-Artefakten steht die Wahl an zwischen den Flügeln, dem Antrieb und dem Bugsektor.

In letzterem lassen sich etwa Geschütztürme anbringen, die Gegner automatisch unter Feuer nehmen. Die Flügel hingegen nehmen Bugwaffen auf, je nach Ausbaugrad bis zu fünf Geschütze. Und der Antrieb sorgt für die Energieversorgung des ganzen, hier stecken Systeme wie Schutzschilde, die Wendigkeit des Schiffes hängt ebenfalls davon ab. All diese Änderungen lassen das Schiff zudem anders aussehen. Zum zweiten besitzt die "Darkstar One" eine Plasmawaffe. Diese spezialisiert ihr und könnt somit zeitlich begrenzt die Wirkung der Waffen, der Schilde oder des Antriebs erhöhen, aber auch EMP-Impulse auslösen, welche die gegnerische Elektronik stören, oder den "Timeshock", der feindliche Schiffe in eine Raum-Zeit-Falte stößt. Klar, so etwas kommt in Rollenspielen vor - aber ebenfalls schon immer in Weltraum-Shootern, weswegen wir hier nicht wirklich von einer echten Neuheit reden wollen.

Storymissionen
All dies bringt zwar Geld, Kayron und Eona aber nicht wirklich in der Geschichte weiter.Dank der Nachrichten und dem persönlichen E-Mail-System wisst ihr immer, was gerade zu tun ist: auf der Navigationskarte ist immer das aktuelle Ziel eingezeichnet. Die Storymissionen bieten als einzige etwas Abwechslung. In einer Schnitzeljagd durch das gesamte bekannte Universum wollen für gewöhnlich die Charaktere, den Kayron begegnet, für Informationen Gegenleistungen haben.

Dann wird Eona entführt, und ihr müsst sie befreien. Oder Wissenschaftler wollen im Tausch gegen Wissen Fotos von Raumanomalien haben, die sie selbst nicht machen können. Manchmal hat dies Auswirkungen auf das Gameplay: so fliegt Kayron durch einen Canyon, um dort das Lager der Bösewichter zu zerstören. Dann gerät die "Darkstar One" in eine gigantische Waffenfabrik, in der sie Energieerzeuger vernichten muss. Oder Kayron sitzt an den Geschützkontrollen einer Raumstation, um sie in einer Fadenkreuzballerei gegen Angreifer zu verteidigen.

Darkstar One - Der Vater ermordet, das Universum am Rande eines Krieges und eine Waffe, die ganze Planeten zerfetzt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 105/1131/113
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Diese Dinge geraten allerdings häufig ziemlich nervig, denn es macht nicht wirklich Spaß, mit einem nicht ganz winzigen Schiff zwischen fieselig kleinenStrukturen her zu manövrieren, teils unter Zeitdruck und unter gegnerischem Feuer stehend.

Licht und Schatten
All das präsentieren die Entwickler in einer recht hübschen Grafik. Allerdings setzt die einen leistungsfähigen Rechner voraus, fliegt ihr durch ein Asteroidenfeld und kämpft gegen ein Dutzend Piraten, ruckt's gerne mal. Das gilt auch für die selten vorkommenden Raumschlachten mit vielen Jägern und mehreren Kreuzern.

Darkstar One - Der Vater ermordet, das Universum am Rande eines Krieges und eine Waffe, die ganze Planeten zerfetzt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 105/1131/113
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Schade finden wir zudem, dass es keine wirklich großen Objekte gibt. Die Raumstationen geraten zwar recht imposant, sind jedoch kein Vergleich zu den riesigen, ausufernden Bauwerken in "Tachyon". Die Kreuzer machen zwar etwas her, sind aber auch die größten Schiffe überhaupt. Schon in den beiden "Freespace"-Teilen ziehen gigantische Schlachtschiffe durch das Universum, die viele Kilometer groß sind.

Leider hat die Menüführung ebenfalls ihre Tücken: so müssen Menüs in der Station erst geschlossen werden, bis sich ein weiteres öffnen lässt.Die Cockpitsteuerung sollte in einem stillen Moment verinnerlicht werden, bevor es Euch wie dem Tester geht, der eine halbe Stunde mit drei Containern im Schlepp herumgeflogen ist, bis er gemerkt hat, wie man den Scanner bedient.

Kleine Hakeleien in der Geschichte
Die Sprachausgabe zeigt professionellen Charakter, vor allem bei den beiden Hauptcharakteren. Eona hat die Stimme von Ulrike Stürzbecher, die etwa Kate Winslet in "Titanic" synchronisiert. Andere Stimmen wieder klingen eher amateurhaft. Die Auflösung der Geschichte hat uns nicht wirklich gefallen und lässt viele Fragen offen - vielleicht schon Hinweise auf Teil Zwei? Die Charakterzeichnung zeigt Schwächen. Robert beispielsweise bekommt an einer Stelle einen Wutanfall, der derartig überzogen wirkt, dass es fast lächerlich rüberkommt. Und wartet auf Kapitän Hornblower, einer Art Käpt'n Iglo im Weltall. Überhaupt könnte ein bisschen mehr Aufwand in den Zwischensequenzen stecken.Diese wurden mit der Spielgrafik erzeugt, nachgerendert und laufen als Film ab. Leider haben die Grafiker ein wenig zu sehr mit Schärfe-Unschärfe-Effekten herumgespielt, weswegen oft nur das interessante Objekt scharf ist, der Rest im Hinter- und Vordergrund absäuft. All die obigen Kritikpunkte sind aber nur Kleinigkeiten, die zwar ärgerlich auffallen, das Spiel jedoch nicht wirklich stören.

Wer's noch nicht wusste: Urgroßvater all dieser schönen Spiele von "Darkstar One" über "Freelancer", "Tachyon" bis hin zu Wing Commander, ist natürlich dieser Klassiker von Firebird Software. Auf den seligen 8-bit-Computern wie dem C64, dem Apple 2 oder dem Schneider CPC, versuchte ein einsamer Pilot, sein mickriges Raumschiff durch Handel in eine waffenstarrende Festung aufzurüsten. Acht Universen mit jeweils 200 Sonnensystemen waren zu befliegen, manchmal lauerten im Hyperraum die bösen Thargoiden, fiese Außerirdische.

Darkstar One - Der Vater ermordet, das Universum am Rande eines Krieges und eine Waffe, die ganze Planeten zerfetzt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 105/1131/113
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Meisterin der Trivialität - Claudia Kern Die Story von "Darkstar One" stammt aus dem PC von Claudia Kern. Die 39-jährige schreibt für die Romanserie "Professor Zamorra", ihre SF-Meriten erhielt sie mit Dutzenden "Maddrax"-Romanen. Auch an "Perry Rhodan" beteiligte sie sich, ebenso an der Schwesterserie "Atlan". Mit "Darkstar One" zeichnet sie zum ersten Mal für die Story eines Computerspiels verantwortlich - und möglicherweise bleibt dies nicht das einzige Beispiel für eine Kollaboration zwischen der Schriftstellerin und einem Spielehersteller.

Darkstar One - Der Vater ermordet, das Universum am Rande eines Krieges und eine Waffe, die ganze Planeten zerfetzt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/9Bild 105/1131/113
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Meisterin der Trivialität - Claudia Kern Die Story von "Darkstar One" stammt aus dem PC von Claudia Kern. Die 39-jährige schreibt für die Romanserie "Professor Zamorra", ihre SF-Meriten erhielt sie mit Dutzenden "Maddrax"-Romanen. Auch an "Perry Rhodan" beteiligte sie sich, ebenso an der Schwesterserie "Atlan". Mit "Darkstar One" zeichnet sie zum ersten Mal für die Story eines Computerspiels verantwortlich - und möglicherweise bleibt dies nicht das einzige Beispiel für eine Kollaboration zwischen der Schriftstellerin und einem Spielehersteller.