Was wäre, wenn sich die ersten Einzeller in eine andere Richtung entwickelt hätten? Was für Lebensformen wären entstanden und wie würden diese aussehen? Aus dieser Überlegung heraus entstand 2008 das ambitionierte „Spore“. Die interessante Thematik versprach innovative Spielmechaniken und monatelangen Spaß für Sandkastenspieler. Der Spieler sollte seine eigenen Kreaturen kreieren und diese in den Kampf ums Überleben schicken.

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Leider konnte das tatsächliche Spiel die hohen Erwartungen nicht erfüllen, denn obwohl der Kreatureneditor zum stundenlangen Basteln einlud, war die Spielmechanik von „Spore“ zu simpel und einschränkend. Beengend, zwickend eben. Wie eine zu knapp sitzende Jacke.

DarkSpore - Dunkle Sporen spuren nicht

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Darkspore will packender sein als sein Vorgänger.
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Kaum drei Jahre später hat sich Maxis erneut der Materie angenommen und ein neues Spiel rund um den Editor entwickelt. Als Wissenschaftler befehligt man bis zu drei Kreaturen, die sich nach dem klassischen Hack-&-Slay-Prinzip durch Horden von Feinden metzeln.

Wir werden alle sterben

Das „Warum“ ist bei dieser Art von Action-RPG selten von Belang, doch „Darkspore“ kann mit einer wenigstens vorhandenen Geschichte aufwarten, präsentiert in zahlreichen Zwischensequenzen.

In ferner Zukunft haben die Menschen (die sich über das ganze All ausgebreitet haben) per Genmanipulation loyale Monster erschaffen, die für sie die Drecksarbeit übernehmen. Um diese immer mächtiger zu machen, wurde die DNA immer weiter manipuliert, unter anderem mit einer seltsamen Spore.

Es kommt, wie es kommen muss: Besagte Spore wuchert unkontrolliert in der DNA der Kreaturen, und diese wenden sich gegen ihre Schöpfer. Doch damit nicht genug: Die Mutanten infizieren gesunde Tiere und bald steckt das gesamte Universum in der Klemme.

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Gegen die Invasion hilft nur flächendeckende Zerstörung.
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Um der endgültigen Vernichtung zu entgehen, pferchen die letzten Überlebenden in einer verzweifelten Aktion einige Auserwählte in Raumschiffe und frieren sie ein. Während diese in einer versteckten Ecke des Alls vor sich hinvegetieren, werden alle Planeten von den Darkspore überrannt.

Jahre später erwachen die Spezialtruppen aus ihrem eisigen Schlaf und dürfen sich nun daran machen, den intergalaktischen Kammerjäger zu spielen. Doch als kleines Menschlein hat man gegen die bösen Horden keine Chance, und so schicken wir unsere Kreaturen in den Kampf. Bevor es aber auf den ersten zu reinigenden Planeten geht, klärt uns der Bordcomputer über die Hintergründe auf und warnt uns vor den zu erwartenden Gegnern.

Alles Diablo, oder was?

Sobald wir aber unser erstes Monster in den Kampf geschickt haben, fallen sofort einige Unterschiede zum 08/15-Diablo-Klon auf: Es gibt kein Inventar, denn alle Gegenstände werden ins Raumschiff teleportiert und können nur zwischen den Missionen angelegt und ausgetauscht werden. Dadurch entfällt auch das Horten von Heil- und Manatränken, stattdessen lassen Gegner hin und wieder eine sofort wirkende Kapsel fallen.

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Manche Fähigkeiten, wie diese Feueraura können von allen Mitgliedern des Squad benutzt werden
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Hat man eine Mission geschafft und ist dadurch im Level aufgestiegen, schaltet man nach und nach zusätzliche Kreaturen frei. Diese kann man nun in einem „Squad“ zusammenfassen, wodurch man bis zu drei Tiere auf die Darkspore loslässt. Dennoch kontrolliert man immer nur eine Figur gleichzeitig; droht diese zu sterben, kann man eine der beiden anderen aktivieren.

Die Kampagne und der Kreatureneditor sind spaßig. Nur wenn Maxis das PvP zum Funktionieren bringt, wird Darkspore auch länger motivieren können.Ausblick lesen

Erreicht man das Ende eines Levels, warten stets eine größere Horde an Gegnern und ein Boss. Nachdem man diesen besiegt hat, kann man wählen, entweder einen Bonusgegenstand einzusacken oder direkt in den nächsten Level zu hüpfen.

Wählt man Letzteres, erhält man nach erfolgreichem Bestehen gleich zwei Bonusgegenstände höherer Stufe und hat eine höhere Chance auf besonders mächtige Items. Einziger Nachteil: Erst wenn man eine Pause einlegt, kann man seine Kreaturen mit neuem Schnickschnack ausrüsten. Sollte eine Mission scheitern, kann sie beliebig oft wiederholt werden, jedoch verliert man jeglichen Anspruch auf die Bonusgegenstände.

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Auch Heiler gehören zum Repertoire
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Nachdem wir ein paar Stunden gespielt haben, hat sich unserer Zoo schon gut gefüllt, und wir können einen genaueren Blick auf die verschiedenen „Tiere“ werfen.

Alle fallen in eine von fünf Arten: Bio, Necro, Cyber, Plasma oder Quantum. Diese Kategorien gelten auch für die „Darkspore“ und sollten beachtet werden, da man niemals gegen Feinde derselben Art kämpfen möchte - man nimmt mehr Schaden und teilt weniger aus.

Nach den ersten Missionen haben wir auch alle Fähigkeiten unserer Kämpfer erhalten. Pro Kreatur sind das drei, von denen jeweils eine vom gesamten aktuellen Squad genutzt werden kann. In der Praxis können also fünf Fähigkeiten für wirkungsvolle Effekte kombiniert werden (drei von der aktiven Kreatur, zwei von den beiden inaktiven im Squad).

Der Kreatureneditor

In Darkspore gibt es mehrere Arten, im Level aufzusteigen: Benutzt man eine Kreatur im Kampf, wird diese immer stärker, doch wer seinen gesamten Squad stärken möchte, sollte häufiger das aktive Monster wechseln. Unabhängig vom individuellen Tier steigt auch der Spieler (Mensch im Raumschiff) im Level auf und schaltet so neue Kreaturen und Upgrades frei - beispielsweise die Möglichkeit, sich mit anderen im PvP zu messen oder vor einer Mission zwischen mehreren Squads zu wählen. Da auch Items ein Level haben, das aber nur die jeweilige Stärke beschreibt, verliert man anfangs etwas die Übersicht.

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Im Editor kann man seine Kreaturen individualisieren
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Doch apropos Items: Im Kreatureneditor, der ja das Herzstück des Quasi-Vorgängers „Spore“ war, können gefundene Modifikationen wie Hörner, Embleme, Arme, Beine, Augen und sonstige seltsam geformte Objekte nach Belieben an den Kreaturen angebracht werden.

Das Ganze lädt wunderbar zum Herumspielen ein, geht aber quälend langsam von der Hand. Will man zum Beispiel das Muster oder die Farbe verändern, muss man jedes Mal eine ellenlange Animation über sich ergehen lassen, in der das jeweilige Vieh umgesprüht wird.

Außerdem ist man durch die vorgegebenen Modelle limitiert, zumal jede Kreatur nur eine begrenzte Anzahl an Items anlegen kann. Gute Idee: Wenn man einen Gegenstand nicht mehr braucht, kann man die Boni entfernen und ihn als rein optische Verbesserung anlegen.

Für viele das Wichtigste: satter Sound und aktuellste Grafik. In diesen Punkten schwächelt Darkspore etwas, da das Spiel wenig von optischer Abwechslung hält und die musikalische Untermalung nebenbei vor sich hinplätschert.

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Die schicken Hintergründe wiederholen sich zu schnell
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Zwar besuchen wir verschiedene Planeten, die ein unterschiedliches Thema haben (spacig, Natur, Eis, Feuer etc.), doch irgendwie fühlt es sich alles sehr ähnlich an. Wir laufen immerzu ein Schlauchlevel ab, töten Darkspore, betreten einen Teleporter / eine Höhle, töten Darkspore, betreten einen weiteren Teleporter, besiegen den Boss, und das Ganze noch mal von vorne. Klar, mehr erwartet man von einem Diablo-Klon nicht, doch etwas mehr Überraschungen und Motivation zur Erkundung würden dem Spiel guttun (die ewige Nebenaufgabe „Finde 3 Obelisken“ ist eine schlechte Entschuldigung).

Wie eingangs erwähnt, spielt sich auch der Sound auf Minimallevel ab: ein wenig Synthesizer-Gedudel, ein paar generische Laser/Phaser/Blazer-Sounds - fertig ist das Allernötigste.

Gegen die hellen Sporen

Aber was soll’s, schließlich ist ja das PvP ein großer Fokus des Entwicklerteams. Leider konnten wir noch keinen tieferen Einblick gewinnen, da es in der Beta noch Dank der Sqaud-übergreifenden Fähigkeiten lädt das System von Darkspore zum Ausprobieren ein und bietet viele Möglichkeiten, sich eine unbezwingbare Taktik auszudenken. Ob Maxis es schaffen wird, hier auch auf lange Sicht die Balance zu wahren, das werden wir sehen. Sind aber zuversichtlich, dass zumindest die Teamkämpfe reichlich Laune machen werden. Probleme mit Lags und andere Bugs gab, doch erste Matches machen Lust auf mehr.