Könnt ihr euch noch an den unlängst veröffentlichten Lebenssimulationsbausatz namens Spore erinnern? Das bunte, wuselige Treiben eigener Alien-Kreationen, das 2009 für sehr ambivalente Reaktionen sorgte? Dem einen oder anderen bot die DNA-Aufzuchtstation von Maxis vielleicht zu wenig Action - das soll sich nun mit Darkspore ändern.

Das Action-Rollenspiel basiert auf der derselben Spore-Technologie des Entwicklers, stellt jedoch Kämpfe im Hack-n-Slay-Stil, sozusagen Diablo meets Spore, in den Mittelpunkt. In London demonstrierte uns kürzlich kein Geringerer als Creative Director Mike Perry Einzelspielermodus und PvP-Scharmützel.

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Predator vs Alien?

Das Grundprinzip ist recht simpel: Ihr bastelt euch aus fünf genetischen Heldentypen (Bio, Necro, Plasma, Cyber und Quantum) eigene Aliens und reist damit durchs All, um die Bedrohung durch die gefährlichen Darkspore zu beseitigen. Beim Erstellen der Kreaturen seid ihr zwar nicht so frei wie bei Spore. Die Gestaltung entspricht eher einem vorgefertigten Baukastenprinzip.

DarkSpore - Diablo meets Spore: Kreaturen-Editor mit Sammelwut

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Welchen eurer drei Recken ihr einsetzt, hängt auch von eurem Gegner ab.
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Eine Individualisierung der genetischen Recken findet aber zum einen durch die freie Kombination von Körperteilen statt. Zum anderen schaltet ihr im Spielverlauf unterschiedlichste Spezialfertigkeiten frei, mit denen ihr die Knuddel-Monster nach eigenem Gusto personalisiert.

Besser gesagt erschafft ihr gleich drei dieser skurrilen Erscheinungen, mit denen ihr die böse Brut bekämpft. Bei Streifzügen über diverse Planeten ist zwar immer nur eines der Aliens aktiv, ihr schaltet jedoch nach Gutdünken zwischen den Kämpfern hin und her und reagiert damit situativ auf das Geschehen. Lediglich eine kurze Abklingzeit vergeht für jeden Wechsel eurer Teambesetzung, mit der ihr beispielsweise auf sich ändernde Feindesfertigkeiten antwortet oder einfach ein DNA-Wesen von der Ersatzbank holt, das ausgeruht ist und auf diese Weise einer fast geplätteten Spielfigur Erholung gönnt.

Möglicherweise wollt ihr jedoch auch den Spielstil immer mal wieder ändern, denn es empfiehlt sich, Kämpfer der verschiedensten Spezialisierungen im Repertoire zu haben: etwa einen Nahkämpfer, einen Distanzschützen und einen Zauberer/Heiler.

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Wer zuerst alle drei Kreaturen seines Kontrahenten plättet, gewinnt.
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Mit dieser Klassenkombination reist ihr von einem Himmelskörper zum nächsten, grast sozusagen die Galaxis auf der Suche nach Feinden ab und sammelt dabei unzählige Gegenstände, mit denen ihr eure DNA-Ungetüme aufrüstet. Die Sache hat aber einen interessanten Haken: Sobald ihr einen Planeten von der dunklen Bedrohung gesäubert habt, entscheidet ihr am Ende, ob ihr die gewonnenen Items sofort einsackt und euch zu eurem Kommandoschiff begebt, wo ihr die neuen Upgrades und Objekte an eure Kreaturen anpasst.

Oder ob ihr euch stattdessen voller Sammelwut zum nächstschwierigeren „Level“ aufmacht, wo noch mächtigere Artefakte auf euch warten, die bisher erbeuteten Gegenstände jedoch flöten gehen. „That‘s absolutely your choice!“, erzählt Perry enthusiastisch.

Das siegende Klassenzimmer

Während die gezeigten Levels mit ihrer generischen Gestaltung einen etwas drögen Eindruck hinterließen, wirkten die Partikeleffekte der abwechslungsreichen Fertigkeiten jedoch schon sehr ansprechend. Das gilt umso mehr, wenn mehr als ein Spieler aktiv ist und ein wahres Effektfeuerwerk abgefackelt wird. Darkspore unterstützt im kooperativen Modus der Kampagne bis zu vier gleichzeitige Teilnehmer.

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Das Interface wirkte noch sehr spartanisch, dafür waren die Effekte nett anzusehen.
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Das Zusammenwirken der unterschiedlichen Klassen wird hier nicht nur besonders gefragt sein, sondern durch verschiedene Aktionen der Feind-KI auch gefordert. Macht der Gegner beispielsweise die Spielfigur einer eurer Kameraden dingfest, müssen ihn die verbliebenen Mitstreiter aus der Bredouille retten.

Diablo meets Spore? Ja, das könnte tatsächlich ganz lustig werden.Ausblick lesen

Ähnliches gilt für den PvP-Modus. Jedenfalls dann, wenn ihr die 2vs2-Gefechte wählt. Zusammenspiel ist zum einen insofern wichtig, da sich die Fertigkeiten der jeweiligen Alien-Kreaturen in den Matches idealerweise ergänzen. Zudem beschützt ihr eure Partner in den eigens für diese Scharmützel erstellten kleinen Arena-Maps vor den feindlichen Geschöpfen. Zum Einsatz kommen in diesen und 1v1-PvP-Gefechten genau die Helden, die ihr in der Kampagne freischaltet und upgradet.

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Der Kreaturen-Editor ermöglicht etliche skurrile Charaktere.
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Da es laut Perry aber keine „besten Charakterkombinationen“ gibt, soll Erfolg „skillbasiert sein“. In unserer Anspielsession entstand zwar noch der Eindruck, in den Best-of-Three-Runden-Matches auch mit reinem Buttonmashing den Sieg erringen zu können. Das mag aber auch an der Unerfahrenheit aller Teilnehmer mit den Spezialfertigkeiten der voreingestellten Monster gelegen haben.

Spaßig war das Ganze allemal, zumal durch den rechtzeitigen Wechsel der Spielfigur durchaus taktische Komponenten eine Rolle für den Sieg spielen. Der jeweilige Verlierer darf übrigens die Zusammensetzung seiner 3er-Squad zwischen den einzelnen Partien ändern und damit etwaige Unausgewogenheiten in Bezug auf den Kontrahenten kompensieren.