„Und siehe, ein fahles Pferd. Und der darauf saß, des Name hieß Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihnen ward Macht gegeben, zu töten das vierte Teil auf der Erde mit dem Schwert und Hunger und mit dem Tod und durch die Tiere auf Erden.“

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In diesen Worten beschreibt die Offenbarung des Johannes den neuen Hauptcharakter von Darksiders 2 aus dem Hause Vigil Games: Tod, den vierten der apokalyptischen Reiter, der „Krieg“ aus dem ersten Teil ersetzen wird. Und dieser Tod steht der Serie ausgesprochen gut. Der neue Anti-Held ist nämlich um einiges agiler als sein Vorgänger, hat er sich doch offensichtlich ein paar Tricks beim Prince of Persia abgeschaut.

Tod kann nämlich nun auch an Wänden entlanglaufen, was ihm nicht nur das elegante Überwinden von Abgründen und Schluchten ermöglicht, sondern auch die Kletterpassagen eine Spur anspruchsvoller machen dürfte als das Abklappern der Wegpunkte eines Uncharted oder Assassin’s Creed. Doch auch darüber hinaus zaubert Tod noch so manches Ass aus dem Ärmel seines Umhanges.

Seinen übernatürlichen Draht zur Geisterwelt nutzt er beispielsweise, um seinen Knochenkörper zeitweise um eine gespenstische Hand zu erweitern, die ihm beispielsweise wie Indy seine Peitsche dient, um sich über Abgründe zu schwingen, entfernte Gegenstände heranzuziehen oder Tore zu öffnen, die sich normalem Kraftaufwand widersetzen.

Darksiders 2 - Der Tod steht uns gut

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Der gefürchtetste der vier Reiter: Tod.
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Welchen – Vorsicht: Wortspiel – Tod eure Gegner sterben wollen, ist diesmal ganz und gar eure Entscheidung, denn die Entwickler versprechen zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten für den Hauptcharakter. „Kreiere deinen eigenen Tod“ nennen sie leicht ironisch dieses Feature. Denn ihr könnt nun das Aussehen des Gevatters euren Wünschen anpassen, unterschiedliche Rüstungen anlegen, neue Mäntel anprobieren oder gar den Stil der Totenmaske festlegen.

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Zusätzlich lässt sich euer persönlicher Tod auf die gewünschten Zweige zweier unterschiedlicher Fähigkeitsbäume setzen. Auf die Weise könnt ihr ihn mit entsprechenden Skills zum furchtsamen Seelenernter oder zum Necromancer machen, mit jeweils eigenem Spielstil. Das soll vor allem auch die Wiederspielbarkeit erhöhen.

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Auch die Wahl der Waffen spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle: Verschiedene Sensen zum ein- oder beidhändigen Schnetzeln stehen dabei ebenso bereit wie das mannshohe Riesenbeil für den nötigen Rundum-Wumms. An manchen Stellen könnt ihr zudem einen Mech-ähnlichen mechanischen Robotertroll besteigen und werdet dabei selbst zu einer Art „Level-Boss“ für eure Gegner, seid ihnen haushoch überlegen und teilt mit riesigen Prügeln an den Armen ordentlich aus.

Darksiders 2 - Der Tod steht uns gut

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Es kommt doch auf die Größe an: Hier sehen wir den Hammer eines Riesen-Bossgegners.
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Apropos Bossgegner: Darksiders 2 wird genau das richtige Spiel für alle mit Kompensationszwängen. Denn hier kommt alles auf die Größe an: die Waffen, die Spielwelt und vor allem: die Bosse. Die Entwickler zeigen uns einen Level, der augenscheinlich irgendwo hoch droben in den Anden in alten Maya-Ruinen spielt (nimmt Darksiders 2 etwa Bezug auf das für dieses Jahr durch die Mayas prophezeite Ende der Welt?). Hier begegnen wir einem Roboterungetüm, so hoch wie ein dreistöckiges Gebäude, der mit Keulen von der Größe eines Betonmischers auf uns einprügelt.

„Wir nennen dies einen unserer ‚Mini-Bosse‘“, verrät ein Entwickler schmunzelnd und springt zur nächsten Szene. „Hier ein Ausblick auf einen unserer ‚richtigen‘ Bosse.“ Sprach’s und lässt uns stirnrunzelnd zurück. Wir stehen mit Tod am Rand einer Art Vulkankrater. Lavaflüsse ergießen sich in die Tiefe, formen dort unten eine feurige, brodelnde Suppe. In der Mitte hängt an monströsen Stahlketten eine Metallkonstruktion, wie man sie an solcherlei Ort erwarten würde – um daran hoch oder runter zu klettern, oder zur Dekoration.

Doch dann wird uns gewahr: Das ist nicht einfach nur ein überdimensionierter Kronleuchter – das ist ein Hammer von der Größe eines Mehrfamilienhauses. Und irgendwo tief unten muss der kolossale Schmied dazu sein. Doch, so erfahren wir leider, diesen bekommen wir erst bei unserem nächsten Besuch zu Gesicht…