Tod. Der mächtigste der vier Reiter der Apokalypse. Der grimmige Reaper mit der düsteren Vergangenheit. Der Nephilim, der seine Brüder erschlug und das Gleichgewicht der Mächte über das Wohl seiner Kameraden stellte. Der Sensenmann, der seinen Bruder retten will und bereit ist, dafür über Tausende von Leichen zu wandern. Doch wie viele Seelen sind es wert, für seine Überzeugungen geopfert zu werden?

Darksiders 2 - Live Action Trailer: die letzte Predigt14 weitere Videos

Tod! Tu etwas für mich und ich respektiere dich... Vielleicht.

Einst ritt der gefürchtete Krieg, obgleich die sieben Siegel nicht gebrochen waren. Er beschwor die Apokalypse und verdammte die Menschheit zu ewiger Qual im Totenreich. Er widersetzte sich dem Willen des Feurigen Rats und damit dem Willen Gottes. Doch wie viel von dieser Geschichte entspricht der Wahrheit? Wo beginnt die Lüge und wo endet die Legende?

Fragen, die sich Tod seitdem stellt. Wer hat seinen Bruder in diese Lage gebracht und wie kann man ihn von seiner Schuld reinwaschen? Wie kann man die Menschheit retten, das Komplott aufdecken, die Drahtzieher enttarnen und der Welt wieder Frieden bringen?

Der Schnitter reitet geschwind. Durch Welten, die ältere Wesen als er bereits vergessen haben. Er kämpft sich durch Dungeons, die Monster vergangener Tage beherbergen, und kooperiert mit Wesen, denen noch nie jemand getraut hat. Er ist bereit, alles zu tun, um Krieg zu retten.

Darksiders 2 - Aus dem Leiden des Kriegs erhebt sich der Tod

alle Bilderstrecken
Den Respekt muss sich Tod erst mühsam erkämpfen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 49/591/59

Schön und gut. Seine Einsatzbereitschaft muss man auf jeden Fall loben. Doch was der Reiter Tod nicht weiß: Wo soll er die Suche starten? Was sucht er eigentlich? Und so beginnt eine lange Reise, die durch fünf verschiedene Welten führt und durch unzählige Dungeons.

Im Vordergrund stehen dabei zwei Dinge: die Menschheit zu retten und seinen Bruder, Krieg, von der Schuld freizusprechen, die Apokalypse entfacht zu haben. Und gerade das verspricht doch eine Reise voller Abenteuer, eine spannende Hintergrundgeschichte mit interessanten Persönlichkeiten zu werden.

Packshot zu Darksiders 2Darksiders 2Erschienen für PC, PS3, Xbox 360 und Wii U kaufen: ab 7,79€

Doch Pustekuchen. Dieser Traum wird mit der Sense umgemäht. Denn so spannend und abwechslungsreich die Geschichte im ersten Teil auch gewesen sein mag, in der Fortsetzung dreht es sich hauptsächlich um Dinge, die man schon weiß. Neue Informationen sind nur für solche interessant, die sich bereits in die Welt von Darksiders verliebt haben und gar nicht genug bekommen können.

Größer, besser und beeindruckend. Doch mit deutlichen Schwächen im Detail.Fazit lesen

Alle anderen erleben die Geschichte eines Reiters, der seiner Rolle nicht wirklich gerecht werden kann. Tod ist zwar ziemlich imposant und seine Kräfte offenbaren jedem, dass er zu Recht der Anführer der vier Reiter ist. Doch degradiert man ihn in Darksiders 2 zu einem Laufburschen, der sich jedes Fünkchen Respekt mühsam verdienen muss und Hinweisen hinterherrennt wie Kinder bei einer Schnitzeljagd.

Darksiders 2 - Aus dem Leiden des Kriegs erhebt sich der Tod

alle Bilderstrecken
Wäre der Reaper doch stets so beeindruckend...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden10 Bilder

Über circa 25 Stunden wird der arme Reaper von A nach B gehetzt, immer in der Hoffnung, die er mit dem Spieler teilt, jetzt auf dem richtigen Weg zu sein.

Da kämpft man sich mühsam zum Krähenvater, dem Hüter der Geheimnisse, der sich, verrückt geworden durch ein altes Amulett, wenig kooperativ zeigt, uns aber in eine andere Welt schickt, in der man wohl mehr weiß. Später treffen wir ihn erneut. Da ist er dann aber schon wieder unser bester, hilfsbereiter Freund. Dort schickt man Tod wiederum zu einem mächtigen Baum, dem Baum des Lebens, wo erneut mehr Antworten zu erhoffen sind.

Nachdem wir hier herausfinden, was es mit der Verderbnis und all den verrückten Änderungen in den Welten auf sich hat, wird klar: nein! Der Baum ist nicht das Ende der Reise, sondern der Anfang. Weiter geht es ins nächste Reich, wo man Tod wieder zu jemand anderem schickt, der dann eine Ahnung hat, was wir wohl suchen könnten.

Und abermals ab ins nächste Reich und in den nächsten Dungeon und zum nächsten Ansprechpartner. Wie ein Hund wird Tod von Tür zu Tür geschickt. Jedes Mal muss er als Botenjunge und Söldner herhalten, um Aufgaben zu erledigen, die die meisten Auftraggeber auch selbst ausführen könnten. Nur für die Info, dass er im Grunde an der falschen Stelle nach dem falschen Objekt sucht und weiterziehen muss...

Lasst euch nicht beeindrucken – Es wird übersichtlicher

Über die schlechte Wahl der Synchronstimme für Tod kann man ja hinwegsehen. Dass der Schnitter eher aussieht wie Raziel aus Legacy of Kain, ist auch kein Beinbruch. Schließlich war Raziel schon ein ziemlicher Bad-Ass... Doch dass ich mir in all der Zeit nicht ein einziges Mal wie der Tod persönlich vorkam, dass dem Reiter einfach kaum bis gar kein Respekt entgegengebracht wird und dass er eher einem Drogenkurier gleicht als einer Personifizierung des Übergangs in das Totenreich, das ist schlichtweg traurig.

Wenigstens im Reich der Toten hätte ich mir dann doch ein Fünkchen Ehrerbietung gewünscht. Aber gerade hier ist man auf den Nephilim nicht gut zu sprechen. Er stinkt nach Leben. Tod. Nach Leben. Natürlich lebt er... Sonst wäre er ja tot... Verzwickte Lage, nicht wahr?

Man kann ansatzweise verstehen, warum dem Tod in Darksiders 2, der ja eigentlich eine Mischung aus Engel und Dämon ist, nicht der Respekt gezollt wird, wie man es mit einer anthropomorphen Personifizierung des Todes in unserer Welt tun würde. Nur, dass Krieg im ersten Teil ja auch die Verkörperung seines Namens war. Und Tod dagegen eher wie ein mächtiger Prince of Persia mit Sense wirkt.

Darksiders 2 - Aus dem Leiden des Kriegs erhebt sich der Tod

alle Bilderstrecken
Düster und gefährlich: Tod.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 49/591/59

Aber nun wollen wir nicht alles zerfleddern. Hat das Spiel schon keine interessanten Wendungen oder wenigstens einen mitreißenden Plot, so hat es dafür dennoch eine Sache: Atmosphäre. Fünf Welten gilt es zu bereisen und jede davon baut genau das richtige Gefühl auf. Beeindruckende Reiche in einem bezaubernden Comic-Stil. Die Dungeons, Rätsel und Monster dieser Welten, sie passen wie die knochige Faust aufs Auge.

Wie immer wird diese Regel jedoch von einer Ausnahme bestätigt. Ganz kurz verschlägt es Tod, genau wie seinen Bruder Krieg einhundert Jahre später, auf die Erde. Und genau wie im ersten Darksiders-Teil mag diese „Welt“ einfach nicht richtig in das Gesamtwerk passen. Und das, obwohl die Erde beziehungsweise das Reich der Menschen eine so wichtige Rolle spielt. Generell ist dies die schwächste Welt, die noch einiges mehr an Problemen bereitet. Aber dazu später mehr.

Wir bleiben erst einmal bei dem Gesamteindruck der Dimensionen, die Tod bereist. Denn genau hier liegt eine der größten Stärken dieses Action-Adventures.

Wie immer ist gerade die Musik ein Highlight. Perfekt auf das entsprechende Reich abgestimmt, in dem sich Tod gerade befindet, untermalt es seine beeindruckende Reise auf eine Art, die manchmal sogar Gänsehaut hervorbringt. Genau das ist das Gefühl, dass ich mir beim Verkörpern des Reiters gewünscht hätte. Doch in vielerlei Hinsicht sind die Welten und vor allem die imposanten Bossgegner der eigentliche Höhepunkt in Darksiders 2.

Darksiders 2 - Aus dem Leiden des Kriegs erhebt sich der Tod

alle Bilderstrecken
Musik und Welten bilden ein beeindruckendes Ganzes.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden10 Bilder

Dabei folgen diese fünf Reiche jedoch einem Trend, der generell Darksiders 2 ausmacht: Alles fängt unglaublich imposant, groß und eindrucksvoll an und nimmt dann nach und nach ab. So ist die erste Welt als „riesig“ zu bezeichnen. Ein Ort, in dem man stundenlang reiten und kämpfen und Dungeons erkunden kann.

Die Welt der Toten ist dann schon ein gutes Stück kleiner. Und damit auch ärmer an Quests und Herausforderungen. Die dritte Welt besteht nur noch aus einem einzelnen Weg, der zu einem einzelnen Dungeon führt. Die anderen zwei Reiche bereist ihr im Verlauf der Hauptquest. Diese bestehen nur noch aus einer einzigen, größeren Mission und bieten so gut wie gar keine Freiheiten mehr.

So nehmen also Handlung und Welten nach und nach ab und werden immer geringer. Fast so, als wäre es zeitlich mit der Programmierung eng geworden und man musste einfach fertig werden. So viel verschenkt. Es macht natürlich trotzdem Spaß, denn Darksiders 2 ist ein sehr rasantes und auch vielversprechendes Adventure, doch je mehr man sich dem Ende nähert, umso mehr wird klar: einmal spielen und dann zur Seite legen. Genau so ein Spiel ist es, das die Geschichte des großen Tod erzählt.

Gerade dieser wirkt so, als wäre er für die Fortsetzung ausgewählt worden, weil er einfach schon für sich selbst einen Kaufgrund darstellt. Der mächtigste der vier Reiter. Im Grunde ihr Anführer. Der Brudermörder, dessen Name bei uns immer noch für Ehrfurcht und Respekt sorgt. Der coole Schnitter mit der beeindruckenden Waffe. Doch ich kam nicht um einen Gedanken herum: War der zweite Teil vielleicht ein wenig zu früh für die Einführung von Tod?

Schnetzeln wie der Sensenmann persönlich

Bekomme ich ein Halleluja? Denn die Steuerung in Darksiders 2 ist genau das, was sich alle gewünscht haben. Der weite Weg vom klobigen Krieg zum blitzschnellen Tod ist gelungen. Und das wirkt sich auf fantastische Weise auf das Spielgefühl aus.

Tods Kampfstil ist ein ganz anderer als der seines gefangenen Bruders. Der Schnitter ist einfach schneller, wendiger und leichtfüßiger. Da er nicht viel von der Idee hält, die Attacken seiner Gegner zu blocken, weicht er ihnen stattdessen gekonnt aus und setzt zu pfeilschnellen Kontern an. Ihr springt nur so durch die Massen an Gegnern und zeigt ihnen, wozu der Reaper fähig ist.

Darksiders 2 - Aus dem Leiden des Kriegs erhebt sich der Tod

alle Bilderstrecken
Die Kampfsteuerung ist gut gelungen und die Waffenauswahl schlichtweg fantastisch.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 49/591/59

Bekomme ich ein zweites Halleluja? Denn die Steuerung dieses durchaus interessanten Action-Adventures ist übersichtlich, geht sehr viel leichter von der Hand als in den ersten Vorschauen und ist nach kurzer Zeit abrufbereit. Und hinzu kommt noch ein Finisher, der in der „wahren“ Reaper-Form ausgeführt wird und sich jedem Gegner individuell anpasst. Und einige dieser Finisher sind schon verdammt genial...

Ob ihr gegen eine Horde verderbter Krieger kämpft, durch die gefährlichen Dungeons stürmt und über Lava, Abgründen, Fallen und tiefen Schluchten hangelt. Ob ihr die vielen vielen Rätsel löst, die sich den verschiedenen Welten schön anpassen und in ihrer Individualität ihresgleichen suchen. Oder ob ihr die fünf Welten erkundet und nach optionalen Quests und Sammelobjekten sucht, die teilweise leicht und teilweise knackig schwer versteckt sind. In jedem Fall seid ihr schnell, punktgenau und absolut tödlich.

Der Umfang an Tricks und Fähigkeiten, die Tod erlernen kann und gegen seine Feinde einsetzt, ist beeindruckend. Acht unterschiedliche Techniken könnt ihr erlernen, die sich mit anderen (optionalen) Kräften steigern lassen und in sich ein überwältigendes Ganzes bilden. Es gibt so viel zu erlernen, dass ihr es in einem Durchgang wohl kaum schaffen werdet, Tod komplett zu leveln.

Darksiders 2 - Aus dem Leiden des Kriegs erhebt sich der Tod

alle Bilderstrecken
Tod hat es einfach drauf.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 49/591/59

Dieser braucht nämlich recht lange, bis er ein neues Level erreicht, und viele Fähigkeiten sind eben genau davon abhängig. Da die Entwickler aber keine Spieler wollen, die daheim sitzen und sich den Arsch abärgern, da sie eine Fähigkeit gelevelt haben und nun keine Punkte mehr übrig sind für eine eben freigeschaltete und viel coolere Technik, könnt ihr jederzeit Vulgrim, den dämonischen Händler, aufsuchen und eure Punkte zurücksetzen lassen. Das kostet gerade mal einen Apfel und ein Ei.

Aber selbst wenn dem nicht so wäre, würde die vielversprechende Auswahl an Waffen und Rüstungsteilen dies sofort wieder wettmachen. Im Gegensatz zu Teil 1 droppen eure Gegner nun jede Menge Loot. So könnt ihr euch eure Lieblingsrüstung und favorisierten Waffen selbst zusammenstellen und einen Tod erschaffen, der ganz und gar euren Vorstellungen entspricht. Zumindest von der Ausrüstung her.

Jedoch wird der Enthusiasmus immer mal wieder durch ein, zwei Fehler getrübt. Zum einen hat die Kamera oft enorme Mühe, sich der hohen Geschwindigkeit des Protagonisten anzupassen; Kämpfe gegen viele Gegner oder Endbosse mit einigen Handlangern verlieren sich in absoluter Unübersichtlichkeit. Es ist kaum möglich, einen entsprechenden Feind anzuvisieren, wenn man nichts mehr sieht und das pure Chaos die Kampfarena beherrscht.

Zum anderen sind es kleinere Fehler, die einem einfach den Spaß am Klettern, Rätsellösen und Metzeln vermiesen. Stellt euch einen Mann vor, der eine unglaublich leckere Suppe genießt, die aus drei verschiedenen Zutaten besteht. Doch irgendwie verliert die Suppe an Geschmack, je mehr Haare er nach und nach in ihr findet.

Darksiders 2 - Aus dem Leiden des Kriegs erhebt sich der Tod

alle Bilderstrecken
Kleine Details, die das Spiel im schlechten Licht stehen lassen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 49/591/59

Eines dieser Haare ist der Todesgriff. Ihr braucht diese mächtige Fähigkeit, um über lange Schluchten und andere Gefahren zu springen. Ja, ihr habt richtig gelesen. Die Horrornachricht, Darksiders 2 könnte zu einsteigerorientiert geworden sein und die Abgründe ließen sich mit einem einfachen Tastendruck überbrücken, ist zum Glück an der Wahrheit des Endergebnisses vorbeigeschossen.

Ihr braucht immer wieder mehr als nur eine einzelne Taste, um gefährliche Situation zu lösen und große Schluchten zu überwinden. Doch eben genau der Griff, den ihr dafür braucht, sollte stets ausgewählt sein. Denn ist er dies nicht, verspricht das Spiel eigentlich, dass ihr ihn im richtigen Moment dennoch verwenden könnt. Ganz gleich, welche Technik oder Waffe ihr gerade ausgewählt habt.

Leider klappt das eher "mittelgut" und nicht selten stürzt Tod in den Abgrund, wie ein Bekloppter mit der Pistole seines Bruders schießend. Doch der Todesgriff zeigt sich nicht. Glücklicherweise wurden die Respawn-Punkte so fair gesetzt, dass aufkommender Frust sich im Nachhinein in Grenzen hält.

Und noch ein kleines Haar für die ganz Peniblen unter uns: Warum zum Geier ist Tod in der Lage, in absolut jedem trüben Gewässer zu schwimmen und so tief zu tauchen, dass schon jedem anderen der Kopf geplatzt wäre? Aber ausgerechnet in der schwächsten der fünf Welten, auf der Erde, bekommt er dazu nicht einmal die Chance. Vor Erreichen der Oberfläche respawnt er nämlich sofort. Muss echt 'ne giftige Pampe sein, die wir hier „Wasser“ nennen.

Das bessere Darksiders

Fürchtet euch nicht, denn Darksiders 2 vertreibt die Langeweile. Vielleicht hat das Spiel keinen sehr großen Wiederspielwert. Vielleicht könnte der Reiter Tod genauso imposant sein wie seine Moves und seine Reaper-Form. Und möglicherweise wünscht man sich hin und wieder, die Hintergrundgeschichte wäre ausgereifter und spannender.

Doch dafür macht das Spiel vieles besser, was im ersten Teil noch negativ auffiel oder einfach zu unausgereift war.

Darksiders 2 - Aus dem Leiden des Kriegs erhebt sich der Tod

alle Bilderstrecken
Tod macht vieles besser, was bei Krieg noch gestört hat.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden10 Bilder

So sind die Rätselpassagen nun ordentlichen knackig. Peitscht mich aus und nennt mich Cowboy, aber ich fand die Rätselein im ersten Teil so unnötig, wie sie einfach waren. Und auch wenn wir uns in dieser Hinsicht nicht einig werden sollten, so werden doch alle mit einstimmen und frohlocken, wenn sie die abwechslungsreichen, gut durchdachten und teilweise knackig schweren Rätsel im zweiten Teil angehen.

Diese Rätsel passen sich perfekt den Kämpfen an, die nahtlos in Kletterpassagen übergehen und dann ein Gesamtwerk bilden, das in diesem Genre seinesgleichen sucht. Alles passt ineinander und sorgt für ein Spielgefühl, wie es momentan nur Darksiders 2 vermitteln kann. Dies ist die größte Stärke des Spiels und alleine für sich schon Grund genug, den Titel zumindest mal auszuprobieren.

Ein weiterer großer Pluspunkt sind die halboffenen Welten. Diese mögen sich zwar auf die ersten beiden Reiche beschränken, und das zweite davon ist gerade einmal noch die Hälfte vom Umfang des ersten. Doch wenigstens existieren sie. Im ersten Darksiders musste man noch mühsam dem roten Faden durch die schlauchigen Level folgen. Nun gibt es allerlei zu entdecken und genügend Nebenmissionen, um die Spielzeit noch einmal ein ganzes Stück zu strecken.

Und gerade diese Nebenquests sind es, die manchmal stärker wirken als der Hauptstrang selber. Überraschende Wendungen, die ich in der Geschichte misslich betrauere, weil sie in der Belanglosigkeit und Eintönigkeit untergehen und sterben. Doch in den optionalen Quests holen die Programmierer nochmal alles raus. Interessante Ideen, tolle Dungeons und bockschwere Bossfights. Erneut gibt es hier aber eine Ausnahme, die leider den Grabstein für Tods Würde darstellt und ihn endgültig zum Botenjungen degradiert. Trauriges Thema...

Darksiders 2 - Aus dem Leiden des Kriegs erhebt sich der Tod

alle Bilderstrecken
Beeindruckende Bossgegner mit nicht so beeindruckenden Attacken.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 49/591/59

Ähnlich traurig ist der Grad der Verwirrung, den Tod scheinbar erlitten hat. Alles ist ihm genauso unbekannt wie dem Spieler. Er weiß von nichts, er kennt niemanden und eigentlich ist es ihm auch ziemlich egal. Der gute Tod ist so cool, wie er unwissend ist. Er muss einfach zu hart auf den Kopf gefallen sein oder seine Maske liegt zu eng an. Zumindest erkläre ich mir so, dass er sich nicht mal mehr an den Namen des Führers der himmlischen Scharen erinnern kann.

Ähnlich traurig sind leider die Bosskämpfe. Nein, nicht die Bosse selber. Die sind mehr als beeindruckend. Imposante Wächter, bösartige Kreationen, uralte Dämonen und zeitlose Feinde der Nephilim. Sie alle haben ihre ganz eigenen Stärken, Schwächen und verlangen recht unterschiedliche Taktiken, um besiegt zu werden.

Doch sind sie leider alle so durchschaubar wie bereits die Bosse im ersten Teil. Jeder Gegner beherrscht so an die drei Angriffe. Manchmal sind es vier. Und manchmal sind sich zwei Attacken so unglaublich ähnlich, dass man sie gar nicht einzeln aufzählen kann und will. Und alle werdet ihr bereits nach wenigen Spielminuten (oft dauert es nicht mal so lange) analysiert haben.

Darksiders 2 - Aus dem Leiden des Kriegs erhebt sich der Tod

alle Bilderstrecken
Gruuuuuselig...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden10 Bilder

Ab und zu stirbt man bei diesem Versuch, weil der Gegner einem keine Chance zum Nachdenken lässt. Doch spätestens beim zweiten Anlauf habt ihr sie in der Tasche. Wenn eure Chancen gering sind, den Feind in die Knie zu zwingen, liegt das weniger an seinen genialen Strategien als mehr an eurem zu geringen Level. Bei den großen Endbossen, von denen es nicht viele gibt, steigert sich die Gefahr meist, je nachdem, wie viel Schaden ihr ihm bereits zugefügt habt.

Doch mehr als eine neue Attacke und/oder beschworene Helfer braucht ihr nicht zu erwarten. Nein, wahrlich: Die Endbosse sind so leicht zu durchschauen und so einfach zu legen, wie sie imposant sind. Aber Eindruck schinden ist halt nicht alles...