Selbst wenn zur Abwechslung mal nicht die Fäuste fliegen oder irgendjemand von links nach rechts quer durchs Bild „dropkickt“, weiß „Darksiders“ seine Spieler zu unterhalten. Spätestens dann nämlich, wenn wir einen der vielen Dungeons betreten, an deren Ende ein storybedingter Obermotz unserer Vernichtung hadert, wechselt die raue Dauerklopperei plötzlich den Tonfall und erwächst – le suprise – zum clever-spritzigen Action-Adventure.
Ein Schwert und sein Herrchen...Ja, richtig gelesen: Dort unten, zwischen Lavaseen, Drehschaltern und Messerfallen, meint man beinahe ein leises Flüstern zu vernehmen, das aus der Ferne ein bisschen wie „Zelda“ klingt. Könnte allerdings auch „Zewa“ heißen, aber weinen muss angesichts „Darksiders“ wahrscheinlich nur die kommende Genrekonkurrenz. Doch wir schweifen ab: Um das klar zu stellen - ein grünes Lätzchen samt blondem Pferdeschwanz schnallt sich Apokalypse-Reiter „Krieg“ selbstredend nicht um den muskulösen Körper, trotzdem erinnern hier so einige Elemente an das geniale Nintendo-Abenteuer und dessen unvergesslichen Helden Link.
Etwa die immense Rätseldichte, die uns innerhalb der Kathedralen, Tempel und Höhlen erwartet. Gemetzelt wird hier eher selten, stattdessen wollen unsere Hirnzellen genutzt, Mechaniken analysiert, Geheimnisse gefunden werden. Oder wir kombinieren - wie einst Sherlock Holmes: Wenn an Wand A eine brennende Fackel hängt und Wand B mit einer Explosivmine versehen ist, was könnte man tun?
War lernt immer wieder neue coole Tricks.Nun, „Krieg“ könnte zum Beispiel auf eine seiner Waffen und Hilfsgegenstände zurückgreifen. Das Crossblade, eine Art Bumerang, lässt sich nämlich nicht nur als präzises Filetierwerkzeug missbrauchen, sondern transportiert auch Flammen von A nach B. An anderer Stelle traktieren wir brüchige Wände mit Bomben oder senken gigantische Steinsäulen ab, um über Lavaflüsse springen zu können.
„Darksiders“ bezieht hieraus seine wohl größte Stärke: Die Fähigkeit das Tempo im Sekundentakt zu ändern, den Mumm mal eben die Genregrenzen zu überschreiten. Natürlich bleibt das Actionfest im Herzen stets – nennen wir das Kind endlich mal beim Namen – eine Variation von „God of War“, „Devil May Cry“ und Konsorten. Aber es ist clever genug, eigene Einflüsse mitzubringen und das muss gewürdigt werden. Spätestens im Test.
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