Auf PlayStation 3 und Xbox 360 gehörte „Darksiders“ zu den ganz großen Geheimtipps der letzten Monate. In Previews als optisch eigenständiger, aber nicht ganz taufrischer „God of War“-Klon verschrien, zeigte sich erst im Test die wahre Güte. Nämlich die der stimmigen Genre-Mixtur aus Hack’n Slay, Jump’n Run und Adventure.

Selbst der Vergleich mit der altehrwürdigen „Zelda“-Reihe wurde herangezogen. Zu Recht! Nun erscheint der Ausnahme-Titel nach mehrmonatiger Wartezeit für den PC. Geht die Jubelarie weiter oder verheddert sich Protagonist Krieg in den Wirren tückischer Portierungsfallen?

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Sind wir mal ehrlich: So richtig hatte niemand den Newcomern von Vigil Games den großen Erfolg zugetraut. Ja, das Art Design von Comickünstler Joe Madueira (unter anderem X-Men) fand im Vorfeld stets lobende Worte. Und auch das Szenario, vom verstoßenen apokalyptischen Reiter Krieg, der seine Ehre wiederherstellen und Himmel und Hölle in Einklang bringen muss, las sich erfrischend.

Darksiders - Genial! So muss eine PC-Umsetzung aussehen

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Zwischengegner wie dieser Riesenkäfer mit kristallinem Hodenschutz erfordern spezielle Taktiken.
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Dass uns die Entwickler aber einen solch treffsicheren Mix quer durch alle Genres, mit bunter spielmechanischer Vielfalt und langer Spieldauer (ca. 20-25 Stunden) kredenzen würden, das hat überrascht. Zockern aus dem PC-Lager empfehlen wir einfachheitshalber die Lektüre unseres umfassenden Konsolen-Tests, der im Detail auf das Außergewöhnliche, das Magische des Spiels eingeht.

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Krieg macht seinem Namen alle Ehre: In Darksiders wird nicht gespart mit rotem Lebenssaft.
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Dass Publisher THQ vor einigen Monaten eine PC-Umsetzung von „Darksiders“ ankündigte, war erneut überraschend. Zu „konsolig“ erschien die Spielmechanik, zu schwer sei die auf Gamepads zugeschnittene Bedienung auf Maus und Tastatur übertragbar, wurde geunkt. Der Skepsis förderlich war sicher auch die Tatsache, dass wir vom Ankündigungszeitpunkt bis zum Eintreffen der Testversion keinen einzigen Spieleschnipsel der PC-Fassung zu Gesicht bekamen. Nein, ein paar Screenshots zählen nicht! Bahnte sich da etwa wieder einmal ein Portierungs-Schnellschuss an, der nur dazu diente, die Kontoauszüge von THQ etwas rosiger erscheinen zu lassen?

Himmlische PC-Umsetzung

„NEIN“ – in aller Deutlichkeit – ist die einzig legitime Antwort auf die zugegebenermaßen durch Vorurteile beschworene Frage. Zum nunmehr dritten Mal in der „Darksiders“-Historie macht sich wohlige Überraschung auf unseren Gesichtern breit. Die Konvertierung ist astrein gelungen. Je nachdem, ob ihr Krieg mit Gamepad oder Maus und Tastatur bewegt, blendet das Spiel auf die jeweilige Methode zugeschnitte Steuerungshinweise ein. Wer mit dem Nager unterwegs ist, muss nicht wie in vielen anderen lieblosen Portierungen kryptische Xbox-360-Buttoneinblendungen über sich ergehen lassen.

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Dickes Schwert, pompöse Rüstung, finsterer Blick: Krieg ist nicht unbedingt Schwiegermutters Liebling, aber ein echtes Kampfschwein.
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Kompliment auch dafür, wie sinnvoll die sehr komplexe Bedienung auf PC-Standards übertragen wurde. Wer sich nur mit Maus und Tastatur auf sicherem Terrain bewegt, der schnetzelt mit Krieg ebenso virtuos durch Monsterhorden und hüpft genauso agil herum wie Controller-Fans. Clever vor allem, dass die Programmierer die vielen Combos nicht auf zig verschiedene Tastenkombinationen gelegt haben, sondern viel mit verzögerten Mauseingaben arbeiten. Doppelklick, kurze Pause, Klick – vernichtende Wirbelattacke. Gut so!

In optischer Hinsicht hat sich Vigil Games ebenfalls keine Blöße gegeben. Technisch gesehen ist „Darksiders“ zwar sicherlich nicht der neueste Schrei, das Art-Design aber ist unverwechselbar, die Animationen wunderbar flüssig. Ein großer Vorteil der PC-Version: Im Gegensatz zu den Konsolenfassungen gibt es auf einigermaßen potenten Systemen keine nervigen Ruckler und Tearings, die Portierung ist absolut sauber. Insofern ist „Darksiders“ auf dem PC, auch dank der etwas schärferen Texturen, sogar noch einen Tick besser als auf Xbox 360 und PlayStation 3. Das belohnen wir nur allzu gerne mit einem Pünktchen mehr Spielspaß.