




Genau so, wie Will Grey mit voller Wucht gegen Felswände prallt, haben die Entwickler ihre an sich sehr reizvolle Mischung gegen die Wand gefahren. Nicht vollständig, dafür sind die weitläufigen Areale des Nichts einfach zu stimmig; und dafür ist auch der Übergang vom Schweben zum Fliegen, vom Landeanflug zum Schießen schön nahtlos. Wenn man mit mehreren hundert Meilen pro Stunde durch schroffe Canyons rast, die schiere Größe und das schmeichelnde Abendrot vor Augen, dann ist das ein schönes Gefühl, keine Frage. Aber zehn Minuten später kollidiert man wieder mit den Gegnern, die am Robofließband produziert werden und nicht eindrucksvoll überraschen, sondern plump auftreten.
Dass hier nach dem Masse-statt-Klasse-Grundsatz eine Bedrohung losgelassen wird, die letzten Endes erzählerisch nicht intensiv genug die Karten ausspielt, ist genauso schade wie die vielen KI-Fehler, die den Mythos um die Maschinenwesen und ihre Strippenzieher zu schnell entzaubern. Es macht ja immer noch irgendwie Spaß, aus dem letzten Loch pfeifend in der Vertikalen zu hängen und Gegner à la Nathan Drake in den Abgrund zu zerren. Aber dann hocke ich wieder eine halbe Stunde lang hinterm stationären Geschütz auf einem nicht enden wollenden Schleichflug durch biedere Grau-in-Grau-Schluchten.
Und dann fehlen auch sie, diese großen Alien-Bosse, die einem Spiel echt gutgetan hätten, das nach drei Stunden sein komplettes Programm abgespult hat und sich bis zum Ende fast nur noch im trüben Wiederholungstümpel aalt. Purzeln nach weniger als sieben Stunden plötzlich die Credits über den Fernseher, fühlt man sich auf eine gewisse Weise befriedigt, vergisst Will Greys Spiel aber genauso schnell, wie es kam.
Dark Void - CES 2010 Trailer26 weitere VideosSolide bis gute Leistung, die weder in Sachen Texturen noch mit den Animationen wirklich glänzt. Vieles wirkt statisch und unbelebt, aber immerhin beeindruckt die schiere Größe einiger Areale – etwa riesige Canyons. Die Effekte von Explosionen und Geschossen wirken zuweilen gar schludrig.
Gute englische Sprecher gibt’s zu hören, leider klingen einige Effekte zu dünn. Die Musik vom Battlestar-Galactica-Komponisten ist in ihren guten Momenten treibend und atmosphärisch, in den schlechten geht sie mit nicht enden wollender Trommelei auf die Nerven.
Schweben, fliegen, landen, schießen – die Übergänge sind nahtlos. Leider fehlen richtige Höhepunkte, kräftig auftretende Aliens und Aha-Momente. Unterm Strich ist Dark Void trotz Nutzung der Vertikale einfach zu leise, zu schmucklos und zu schnell durchschaut.
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