Manche Dinge ändern sich nie. „Everything has been arranged to kill you guys“, versichert einer der Entwickler abermals, nachdem er bereits mehrere Fragen derselben Art gebetsmühlenartig beantwortet hat. Ja, auch Dark Souls 3 wird sackenschwer. Ja, auch unseren Hardcore-Fans wird einiges geboten. Nein, es wird nicht leichter als die Vorgänger. Können wir jetzt bitte wieder über das Spiel reden?

Dark Souls 3 - Fundort der Feuerhüterseele39 weitere Videos

Sie alle kennen diese Befürchtungen, sei es in endlosen Foren-Threads oder den skeptischen Mienen von Redakteuren, die dem Braten nicht trauen. Es wäre sinnvoll, eine große Marke wie Souls einem breiteren Publikum Zugänglich zu machen, ist ja nicht so, als hätte es solche Fälle in der Vergangenheit noch nicht gegeben. Schimpft mich naiv, aber ich für meinen Teil glaube From Software wenn sie den knackigen Schwierigkeitsgrad beschwören. Sie haben noch nie etwas getan, weshalb ich das nicht tun sollte.

Dark Souls 3 - Prepare again

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 191/1941/194
Teil 3 wird zwar weniger Areale bieten als Dark Souls 2, dafür sollen diese aber deutlich größer ausfallen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Spricht ohnehin nicht so wahnsinnig viel für eine massenkompatibleren Ansatz. Keine Ahnung, wie es euch geht, aber in meiner Welt sind über eine Millionen verkaufte Bloodborne-Exemplare binnen der ersten drei Wochen ziemlich genau das, was man im Duden unter „Verkaufsschlager“ findet. Die Souls-Spiele müssen nicht zugänglicher gemacht werden, sie haben ihre Nische längst verlassen und sind ein Teil der AAA-Kultur. Vom Tellerwäscher zum Millionär, made in Japan.

Wenig überraschend bedient sich Dark Souls 3 nicht zuletzt aufgrund dieses enormen Erfolgs stärker an Bloodborne, als der Name vielleicht vermuten lässt. Schilde und vermoderte Ritter sind wieder da, Dark Souls bleibt schon noch Dark Souls, aber es wird ein schnelleres, offensiveres Spiel als seine direkten Vorgänger. Selbst From Software kommen dabei während der Präsentation kaum weg von den obligatorischen „Wir wollen unser Konzept verfeinern“-Floskeln, die jeder Entwickler drischt, wenn er die Existenz einer direkten Fortsetzung begründen will. Viel „more tactic and strategy“, anspruchsvoller werden soll es sowieso, und schaut doch mal, die Technik der neuen Konsolen, irre. Ihr kennt das.

Dark Souls 3 - Prepare again

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden3 Bilder
Trotz der Ähnlichkeiten zu Bloodborne: Dark Souls 3 wird nicht vom selben Team entwickelt wie das PS4-Exklusivspiel.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Souls-Demo auf dem Drei-Meter-Präsentationsfernseher zeigt, dass all das nicht nur leere Phrasen sind.

Wie ein roter Faden zieht sich vor allem der Schwertkampf durch diese Präsentation. Es ist das zentrale Element des Kampfsystems und größte spielerische Überarbeitung eines Konzepts, das sich im Grunde kaum noch verbessern lässt. Jede Menge Klingen soll es nächstes Jahr geben, ein Langschwert, ein wirklich riesiges Langschwert und Doppelklingen gab es schon jetzt zu sehen. Jedes Waffe mit völlig unterschiedlichen Aktionen und Manövern, alle so präzise und scharf, wie der kalte Stahl selbst, den ihr in euren Händen haltet.

Haben wir schon 2016?Ausblick lesen

Und ihr solltet wissen, wie ihr damit umzugehen habt, denn an kruden Gestalten wird es nicht fehlen. Im Gegenteil, es sollen eher mehr, noch unterschiedliche Gegner, vor allem Bosse werden, die euch durch den „Wie zur Hölle soll ich den plätten!?“-Teufelskreis schicken. Da war etwa eine langgrätige Kreatur mit langsam tänzelnden, aber schwer vorherzusehenden, femininen Bewegungen auf der Messe, auch ein schwarzer Blob und turmhoher Drache, gutes Zeug also.

E3 2015

- Wählt jetzt: Welches ist das beste Spiel der E3?
Voting startenKlicken, um Voting zu starten (71 Bilder)

Auch die grundlegende Bewegungsgeschwindigkeit eures „dark hero“ ist eine höhere als im Zweier, entspricht wie so vieles eher der von Bloodborne und soll möglichst intuitiv sein. Wird mit den richtigen Werkzeugen in den Pranken noch einmal erheblich zackiger; mit den Doppelklingen fegt ihr wie ein Derwisch durch diese apokalyptische Welt, die deutlich größer und komplett frei begehbar ist. Die Spieler haben besonders am Erkunden diebische Freude, das weiß auch From Software, will dieses Element deshalb stärker in den Vordergrund rücken und alles begehbar machen, was ihr seht. Dramaturgische Pause.

Wie gesagt, es gibt ohnehin leichtere Projekte, als ausgerechnet ein Souls zu verbessern. Ein paar Projekte stehen schon noch auf der Agenda von From Software: ein verfeinertes Online-System (das sich aber sehr stark am bestehenden orientiert), einen größeren Rollenspielanteil mit facettenreicheren Klassen, der taktischere Kampf. Klingt verlockend, bis auf das „Stay tuned for further informations“, das zwangsläufig auf jede Frage folgte, die konkretere Informationen zu diesen Worthülsen herauskitzeln wollte.

Dark Souls 3 - Prepare again

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 191/1941/194
Leuchtfeuer sind natürlich wieder am Start, was auch sonst. Die Möglichkeit der Teleportation zwischen diesen sicheren Häfen wird auch der neueste Teil bieten.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Der Sinn der E3-Präsentation war ohnehin weniger informativer, eher beruhigender Natur. Macht euch keine Sorgen, wir wissen, was die Spielewelt von uns erwartet und werden euch auch diesmal nicht hängen lassen. Gibt tatsächlich wenig Grund zur Beunruhigung bei dem Track-Record der Japaner, nur die Frage, wie lange sich ein anspruchsvolles Konzept wie dieses beliebig in die Zukunft strecken lässt. Souls ist kein Call of Duty, definiert sich nicht über Bombast und ist keine Fünf-Stunden-Erfahrung, die nach zwei schon wieder vergessen ist. Es ist eine subtile Reihe der kleinen und großen Momente, mit Nachhall und großen Emotionen. Es wäre schade, würde sich dieses Konzept durch einen zu hohen Veröffentlichungszyklus abnutzen.