Der zurückliegende Stresstest zu Dark Souls 3 zeigte in Auszügen das, was uns im April kommenden Jahres erwartet. Zwar folgt der dritte Teil deutlich der Tradition der Serie, bricht in einigen Punkten aber auch mit ihr. DAS sind die zehn wichtigsten Neuerungen, die wir im Rahmen der Beta ausmachen konnten.

Dark Souls 3 - Fundort der Feuerhüterseele39 weitere Videos

Weapon Arts: Mehr Moves, mehr Macht?

Der Nahkampf in Souls-Spielen ist klassisch und schlicht. Doch mit Dark Souls 3 gewinnt das tänzelnde Hin und Her aus Angriff und Abwehr einen neumodischen Zusatz: Spezialangriffe. Statt wie gewohnt starke und leichte Schläge zu variieren, kann jetzt über die zweite linke Schultertaste die Weapon Art ausgelöst werden. Die Art und Weise des Spezialmanövers unterscheidet sich dabei von Waffe zu Waffe. Während wir mit dem Langschwert in Kombination mit den beiden rechten Schultertasten einen starken Stichangriff oder einen leichteren Guard-Breaker-Schwung ausführen, lösen wir mit der Axt in der Hand einen stärkenden Kampfschrei aus. Welche Movepalette welche Waffe besitzt und was genau ihr Wirken ist, sind kleine Geheimnisse, die der gemeine Souls-Fanboy mit Freude nach Release austüfteln wird.

In der kurzen Zeit mit der Beta habe ich mich persönlich noch schwer damit getan, die neuen Fähigkeiten in meine Angriffsmuster einzuweben. Dafür waren mir die offensiven Weapon Arts einfach zu schwach – die kurzen Buffs waren da schon etwas nützlicher. Doch ähnlich wie es mir bei Preview-Versionen von Bloodborne erging, bei denen ich die neuen Schusswaffen noch als nette, aber nicht zwingende Erweiterung ansah, könnte es mir auch bei Dark Souls 3 ergehen.

Dark Souls 3 - Fazit des Stresstests: Die 10 wichtigsten Neuerungen

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Zaubersprüche verlangen in Dark Souls 3 nach Mana.
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Mana: Zaubern, bis sich die blauen Balken biegen

Da müssen Souls-Fans sich die Äuglein reiben: Ein grellblauer Balken hat sich da klammheimlich ins Souls-UI geschlichen. Ganz wie zu guten alten Demon’s-Souls-Zeiten zehren Zauber und die neuen Weapon Arts in Dark Souls 3 an dem strahlenden Blau. Die Fähigkeiten sind dadurch nicht mehr auf eine festgeschriebene Anzahl von Anwendungen limitiert. Lichtspeere, Seelenpfeile und Guard-Breaker-Angriffe dürfen geschwungen werden, bis der eigene Charakter ausgemergelt in der Ecke liegt. Mit den neuen Ash Estus Flakons kann verbrauchtes Mana regeneriert werden – wie viele dieser Fläschchen euer Charakter bei sich trägt, scheint aber von Klasse zu Klasse unterschiedlich zu sein: Während Nahkämpfer weit mehr normale Estus Flakons bei sich führten, besaßen magiebegabte Recken einen ausgeglichenen Haushalt beider Wunderschnäpse.

Kampfsystem: Brüderchen Bloodborne

From Software inspiriert sich selbst: Es war eigentlich klar, dass das nicht direkt zur Souls-Serie gehörende, aber doch sehr ähnliche Bloodborne auf kommende Veröffentlichungen Einfluss haben wird. Souls-Häuptling Miyazaki hat einige Kniffe des ungemein flinken und weit offensiveren Kampfsystems in Dark Souls 3 übernommen. Und das ist gut! Der Kampfablauf ist zwar mit den wichtigen Schilden und dem typischen Backstab deutlich am Serienursprung orientiert, doch trotzdem sind die Fights jetzt deutlich flinker und fließender. Ausweichrollen, Schläge und auch die Gegner sind alle samt ein ordentliches Stück schneller, die Bewegungen aus einem Guss. Souls-Veteranen werden durch neue Timings für die Riposte und zackigere Angriffsmuster aus ihrer Komfort-Zone gezwungen. Das Kampfgeschehen profitiert durch den schnelleren Antritt und gewinnt etwas an Dynamik. Ebenfalls fein: Der aufladbare starke Schlag wurde übernommen.

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Einige Gegner haben dazu gelernt und lassen sich nicht mehr so einfach umkreisen.
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KI: Schluss mit Pirouette!

Die übliche Souls-Strategie: Gegner so lange umkreisen, bis sie angreifen, um ihnen dann kräftig in den Rücken zu piksen. Wer die gleiche Taktik in der Beta anwandte, erlebte im Zweikampf mit einigen Gegnern sein blaues Wunder. Die beschildeten Hollow-Ritter sind sich nun darüber bewusst, wie ihr ihre Verteidigung knacken wollt. Setzt ihr zum Umkreisen an, setzt es kurzerhand eine Schild-Schelle. Sitzt die Backpfeife, seid ihr ziemlich offen für weitere Schläge oder verliert zumindest einen Teil eurer kostbaren Ausdauer. Bequem gewordene Souls-Strategen müssen also (zumindest teilweise) umdenken – gut so!

Ember: Ein Häufchen Asche für deine Menschlichkeit

Ein neuer Gegenstand ersetzt die zuvor so wichtige Menschlichkeit: Benutzt ihr ein Ember, gewinnt ihr 25% mehr Lebensenergie und wechselt in den sogenannten Cinder State. Dabei verfärbt sich euer Charakter Aschgrau und beginnt stellenweise zu glimmen. Der Effekt sieht nicht nur unheimlich lässig aus, wie gewohnt könnt ihr auch nur in diesem Zustand andere Spieler zu eurer Hilfe rufen.

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Die Kämpfe in Dark Souls 3 sind etwas flinker als in den vorangegangenen Spielen.
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Grabinschriften: Neue Lore-Lieferanten

Wenn es um seine Geschichte geht, hat sich noch kein Souls-Spiel offenherzig gezeigt. Das wird auch ein Dark Souls 3 nicht ändern. Doch Grabinschriften, die wir in den Winkeln des Beta-Gebiets entdeckten, liefern euch auf neue Art und Weise kleine Handlungshäppchen. Nachdem ihr die Gräber erleuchtet, legen sie gewohnt philosophisch verschwurbelt kleine Brotkrumen aus, die euch letztlich helfen könnten, das große Ganze zu verstehen. Natürlich werden wir uns auch am Ende von Dark Souls 3 fragend den Kopf kratzen und das Internet nach Deutungsmöglichkeiten befragen, aber nett ist der neue Ansatz allemal.

Multiplayer: (Mehr) gemeinsam sterben

Frei nach dem Motto „je mehr, desto besser“ dürfen in Dark Souls 3 jetzt mehr Leute gleichzeitig ran. Eine Koop-Party kann aus bis zu vier vereinten Spielern bestehen – wie ich bei einer (versuchten) Invasion in überraschender Unterzahl (4:1) schmerzhaft feststellen durfte (vier parallele Schwerthiebe, praktisch keine Gegenwehr). Auf der anderen Seite dürfen bis zu zwei Spieler gleichzeitig invadieren. Einziger Nachteil: Invasionen klappten nur bei Spielern, die kooperativ mit einem Kumpan zusammenspielen. Das mir im Verlaufe der Beta dabei ordentlich die Rüstung verbeult wurde, muss ich wohl kaum erwähnen, oder? Ich hoffe, dass in diesem Fall im fertigen Spiel aber noch mehr Raum für PVP-Scharmützel geschaffen wird.

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Bis zu vier Spielern können sich gegenseitig aus der tödlichen Patsche helfen.
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Matchmaking: Es bleibt zugänglich

Direkt mit einem Freund zusammenzuspielen bereitete in jedem Souls-Spiel Probleme – mal größere, mal kleinere. Dark Souls 3 zeigt sich dabei aber zugänglich und bietet ähnlich wie Bloodborne die Möglichkeit, im Menü des Spiels das Matchmaking per Passwort einzugrenzen, damit gezielt mit einem Freund zusammengespielt werden kann. Außerdem ist es nicht mehr von der Soul-Memory (den insgesamt erbeuteten Seelen) abhängig, ob ihr mit einem Freund kooperieren könnt oder nicht. Hier ist wieder nur das tatsächliche Soul-Level entscheidend. Hoffen wir nur, dass das Onlinespiel trotz dieser wichtigen Ansätze nicht ähnlich wie beim PS4 exklusiven Bloodborne mit Problemen zu kämpfen hat – die waren nämlich unwahrscheinlich nervtötend.

Multiplayer: Invasionen ohne Grenzen

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Invasionen verbrauchen ab jetzt keine Gegenstände mehr – viel Spaß beim Jagen!
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Miyazaki hat es unlängst angekündigt, die Beta bestätigt es: Wer anderen Spielern ans Leder will, kann das jetzt ohne Einschränkungen tun. Der Red Eye Orb in eurem Inventar lässt euch nach anderen Spielerwelten suchen, die sich zur Invasion eigenen. Verbraucht wird der Gegenstand dabei nicht.

Technik: Souls just got sexy!

Ja, es mag oberflächlich sein. Trotzdem freut es die Grafik-Hure in mir, dass Dark Souls 3 endlich so präsentiert wird, wie es dem tollen Inhalt gebührt. Das Spiel zeigt deutliche Parallelen zur Optik von Bloodborne, lässt allen Ortes Partikel flirren, tiefhängenden Nebel wabern und schmucke Lichteffekte scheinen. Dark Souls 3 zeigt ein schnuckelig deprimierendes Bild, das mit den Pferdestärken der Current-Gen-Hardware auch endlich einwandfrei flüssig zu laufen scheint. Herrlich!

Bonusrunde: Einige kleine Änderungen, die mir im Verlaufe der Beta aufgefallen sind:

  • Es können mehrere Estus-Schlücke genommen werden, ohne die Flasche absetzen zu müssen
  • Wurfmesser können in schnellerer Folge geworfen werden
  • Gold Pine Resin „blitzdingst“ unsere Waffen nur noch für einen sehr kurzen Moment
  • Akimbo-Waffen kommen im Doppelpack und werden nur in der Zweihand-Haltung doppelt geführt
  • Die Waffenhaltbarkeit wurde im Vergleich zu Dark Souls 2 deutlich erhöht
  • Es gibt zwei unterschiedliche Schildarten: Parry-Schilder erlauben Riposte, Weapon-Art-Schilder erlauben die neuen Fertigkeiten

Weiterer Lesestoff für Dark-Souls-Freunde:
- Zu viel des Guten? Warum Dark Souls 3 zu früh erscheinen könnte
- Dark-Souls-3-Vorschau