Dark Souls ist eine Geschichte des Wiederauferstehens. Selbst der leibhaftige Tod ist nicht das Ende der Reise, ganz im Gegenteil. 'Willkommen bei Dark Souls' seufzt es euch leise entgegen, als ihr zum ersten Mal euren vermeintlich letzten Atemzug tätigt. FromSoftware erzählt die Geschichte eines Zyklus', aus dem es kein Entrinnen gibt. Wer hätte gedacht, dass damit nicht allein der Tod gemeint war.

Dark Souls 2: Scholar of the First Sin - Deutscher Launch Trailer

PlayStation 3 und Xbox 360, dann, einen Monat später, auch auf dem PC. Lange Zeit ließ man uns nicht, um Drangleic zu erobern, drei Königreiche aus Gift, Feuer und Eis kehrten aus einem tiefen Schlummer zurück und wollten kurz darauf ebenfalls bezwungen werden. Drei Kronen, eine versunken, eine aus Eisen, eine aus Elfenbein und die letzte vierte von König Vendrick höchstselbst. War es das dann also? Nein, Dark Souls ist eine Geschichte des Wiederauferstehens und will uns noch immer nicht loslassen.

Scholar of the First Sin tauft sich die im April erscheinende letzte und finale Version, die den Rollenspielbrocken aus Fernost nun auch noch für PS4 und Xbox One verfügbar macht und auf den ersten Blick nicht viel mehr leistet als all die anderen Remastered- und Definitive-Editionen, die zurzeit so den Markt der 'neuen' Konsolen beherrschen. Glücklicherweise täuscht der erste Eindruck aber gewaltig; FromSoftware ruhen sich nicht auf gepflückten Lorbeeren aus und haben hier noch einmal eine ganze Menge Arbeit und Mühe investiert.

Dark Souls 2: Scholar of the First Sin - Zurück in Drangleic. Schon wieder.

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Das wird eine großartige Rückkehr in eine Welt, die sich weiterentwickelt hat. Haltet euch im April schon mal ein paar Wochen frei.
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Neu aufgelegt, nicht remastered

Natürlich sind Grafik und Framerate etwas, über das man hier sprechen muss, auch wenn die Stärken von Scholar of the First Sin an ganz anderer Stelle liegen. Stabile 60 Bilder und 1080p auf beiden New-Gen-Plattformen sind für ruckelgeplagte Konsoleros ein Hochgenuss. Schon die PC-Version von Dark Souls 2 im letzten Jahr konnte zeigen, wie viel eine stabile Bildrate dieser Sorte Spiel gibt. Sorry Blighttown, aber in der Hinsicht hast du keine Ausreden mehr.

Der allgemein vorherrschende sauberere Look ist vor allem den höher aufgelösten Texturen zuzuschreiben, an den passenden Stellen darf sich das Auge zusätzlich über ansehnliche Partikeleffekte freuen. Großer Star der grafischen Überarbeitung ist aber ganz klar die deutlich verbesserte Beleuchtung, die daran erinnert, was man mit Dark Souls 2 ursprünglich einmal vorhatte. Während Majula in neuem Glanz erstrahlt, fallen Schattenwald, Heiligengrab und Co. nun deutlich düsterer aus, die Welt fühlt sich so insgesamt satter, lebendiger an. Und trotz allem wird man das Gefühl nicht los, dass hier nicht das Letzte getan wurde.

Packshot zu Dark Souls 2: Scholar of the First SinDark Souls 2: Scholar of the First SinErschienen für PC, PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Genau anders herum sieht es mit dem verbesserten Weltendesign und der völlig überarbeiteten Gegnerpositionierung aus, die nun Einzug ins Spiel hält. Bis ich die Vorschau-Version von Scholar of the First Sin in den Händen hielt, war ich mir nicht bewusst, wie unausgereift das ursprüngliche Dark Souls 2 zum Teil in seiner Art war, Konflikte und Kampfsituationen zu konstruieren und inszenieren. Sicherlich, insgesamt mag Dark Souls 2 eine Spur zu leicht ausgefallen sein - zumindest für Fans des Vorgängers - und es ist offensichtlich, dass das letztlich auf das Auftreten der Gegner und ihrer Anordnung in der Spielwelt zurückzuführen ist, doch eigentlich erschien es mir nicht unfähig darin, Nadelöhre und Hinterhalte zu entwerfen, den Spieler in brenzlige Situationen zu locken. Jetzt weiß ich es besser und euch sollte es genau so ergehen.

Dark Souls 2: Scholar of the First Sin - Zurück in Drangleic. Schon wieder.

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Technisch hat sich einiges, nicht übermäßig viel getan. Dafür haben FromSoftware auch die inhaltlichen Schrauben noch einmal gehörig angezogen.
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Die Zinnen des Kardinalsturms sind plötzlich von Dutzenden Bogenschützen bevölkert, die euch über große Distanzen mit ihren fliegenden Geschossen piesacken und dazu beitragen, dass sich auf einmal ein viel zusammenhängenderes Bild von der verschachtelten Bauweise der Burg zusammensetzt. Ein Zyklop überrascht euch auf seiner Pirsch durch den Wald der Riesen, noch vor Erreichen des ersten Leuchtfeuers, und weist übermütige Neulinge in ihre Schranken. Ihr könnt untote Hüllen dabei beobachten, wie sie wie besessen auf die verwachsenen Skelette der alten Riesen einprügeln.

Entdecken, staunen, verstehen

Man merkt FromSoftware an, wie viel Mühe sie sich gemacht haben, um Design der Welt und Lore-Hintergrund besser miteinander zu verweben, nicht umsonst sind auch Itemdrops und Beschreibungstexte großzügig verändert und angepasst worden, um ein umfassenderes Bild von der zugrundeliegenden Geschichte zu ermöglichen. Dazu kommt außerdem ein neuer NPC, der namensgebende Scholar of the First Sin, der euch auf unterschiedlichen Etappen eurer Reise begegnen und in neue Geheimnisse der Welt einweihen wird.

Ein besseres Argument für einen neuen Durchlauf Dark Souls 2 wird es hiernach wohl kaum mehr geben.Ausblick lesen

Es sind die kleinen, aber zahlreichen Anpassungen und Tüfteleien auf spielerischer Ebene, die Dark Souls 2 eine bessere New-Gen-Premiere garantieren dürften, als es ein von Grund auf erneuertes Grafikgerüst je könnte. FromSoftware bleibt sich seiner Linie treu und macht damit alles richtig.