Dark Souls – zwei Worte, die mich sofort aufhorchen lassen. Alles, einfach alles, was mit Dark Souls zu tun hat, erreicht sogleich meine Aufmerksamkeit. Doch warum eigentlich? Und verdient auch wirklich jedes Souls-Spiel die Beachtung, die man ihm schenkt? Seit dem Erscheinen von Demon's Souls ist viel passiert und während Demon’s Souls noch um die besagte Aufmerksamkeit kämpfen musste, hat Dark Souls 3 sie sofort an sich gerissen. Warum?

Schaut euch zur Einstimmung den Trailer zu Dark Souls Remastered an:

Dark Souls - Remastred Pre-Order Trailer - German-Version8 weitere Videos

Meine Reise begann tatsächlich mit Demon's Souls. Als das Spiel im Oktober 2009 in den USA erschien, bekam ich es gleich zum Geburtstag. Ich warf es in meine PS3 und spielte los, ohne zu wissen, was mich überhaupt erwartet. Die Ernüchterung kam ganz schnell, denn ich starb und starb und starb. Nicht einmal das Tutorial habe ich geschafft, bevor der erste Souls-Teil in der Ecke landete.

Die Welt von Dark Souls ist geheimnisvoll und furchterregend zugleich

Ungefähr ein halbes Jahr später erschien Demon’s Souls auch in Europa und so entschieden sich auch andere Menschen aus meinem Umfeld für den Kauf des Spiels. Ich gab mir einen Ruck und versuchte es nochmal – im Koop! Hätte mein Freund mich damals nicht gedrängt, Demon’s Souls zu spielen, hätte ich wirklich viel verpasst! Durch den Koop konnte ich am Ende glücklicherweise hineinfinden – und nicht nur ich...

Von „nicht überzeugend“ zum „Hype“

Als das erste Souls-Spiel im Januar 2009 ausschließlich in Japan erschien, hatte man befürchtet, in den Staaten keinen großen Erfolg erzielen zu können. Der Grund: Der anspruchsvolle Schwierigkeitsgrad. Dennoch kam die Entscheidung, es in den USA zu versuchen, wo am Ende (und zum Glück für uns) die Verkaufszahlen die Erwartungen um das Dreifache übertrafen. In Europa wurde der Erfolg höher angesetzt und auch hier verkaufte sich das bockschwere Rollenspiel besser als erwartet. Das alles reichte allerdings nicht aus, um einen Hype auszulösen bzw. eine eigene Community entstehen zu lassen. Es war ein weiteres Spiel nötig – Dark Souls.

Demon’s Souls verkaufte sich in der ersten Zeit in den USA 160.000 Mal. Atlus rechnete damals mit 25.000 verkauften Exemplaren.

Im Jahre 2015 äußerte sich From Software zu den gesamten Verkaufszahlen der Souls-Spiele. Mehr als 8,5 Millionen Exemplare verließen bis dahin die Ladentheken. Es wäre nicht die erste Spiele-Reihe, die ihren Erfolg zunächst mit Fortsetzungen verzeichnen konnte. Final Fantasy wäre ein weiteres Beispiel.

Der unerwartete Erfolg führte dazu, dass wir jetzt, im Jahre 2018, mit vor Spannung geballten Fäusten vor der Konsole oder dem PC sitzen und auf Dark Souls Remastered warten. Ein Spiel, das wir bereits zum Erbrechen gespielt haben und offenbar immer noch nicht genug bekommen. Aber warum?

Ein Kniefall zu Ehren des Leuchtfeuers

Ein charmantes Spiel, das Geduld lehrt

Verzweiflung, Hass und Enttäuschung stellen sich bei Dark Souls (und allen anderen Teilen der Reihe) sehr schnell ein. Das ist vermutlich der Grund dafür, weshalb viele Gamer den Controller voreilig an den Nagel hängen. Doch sind es bei mir ebendiese Emotionen gewesen, die mich angetrieben haben, die düsteren Lande weiter zu erkunden. Bis ich The Surge gespielt habe, gab es neben Dark Souls kein Spiel, bei dem ich so stolz war, es geschafft zu haben.

Der beste Tipp, um bei Dark Souls erfolgreich zu sein, ist immer noch Geduld. Hineinstürmen, metzeln und weiterrennen ist hier einfach fehl am Platz. Der zweite Tipp: Beobachten. Die Gegner haben Angriffs-Muster und sobald ihr sie erkannt habt, kommt ihr auch schneller voran.

Neben dem Höhenflug, den einem ein bestrittenes Souls-Spiel beschert, hat die Reihe aber noch viel mehr zu bieten: Eine Story, die auf eine besondere Art und Weise erzählt wird. Die Video-Sequenzen liefern lediglich einen Einblick in das aussichtslose Abenteuer und hinterlassen offene Fragen. Wer tief in die Mär von Dark Souls eintauchen will, der muss die Item-Beschreibungen lesen. Das ist natürlich nichts Neues, doch führte es dazu, dass Youtuber wie VaatiVidya unzählige Videos drehen konnten, welche die miteinander verwobenen Schicksale der Charaktere beleuchten.

Die folgende Bilderstrecke gibt euch einen Einblick in die Story von Dark Souls 3 und zeigt euch, wie Teil eins und drei zusammenhängen:

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So schwer ist Dark Souls nun auch nicht

„Dark Souls ist unglaublich schwer“, hört und liest man oft im Netz. Auch ich habe es eingangs geschrieben. Doch die Schwierigkeit, über die so oft geredet wird, liegt an einer ganz anderen Stelle. Es sind nicht die Kämpfe, die einem das Leben zur Hölle machen. Viel mehr ist es der Fakt, dass man als Spieler bei Dark Souls vollkommen allein gelassen wird.

Zu viele unentdeckte Geheimnisse, Ringe und Rüstungen, die einem das Spiel erleichtern könnten, bleiben im Verborgenen, wenn man sich nicht mit der Community austauscht oder ihr zuhört. Es gibt zu viele Spiele auf dem Markt, die zwar einen Koop-Modus enthalten, dieser aber gar nicht wirklich gebraucht wird. Spielt man Dark Souls allerdings mit anderen zusammen, spürt man den enormen Unterschied.

Die zu Beginn gestellte Frage, ob jedes Souls-Spiel es wert ist, beachtet zu werden, kann ich nur mit einem “Ja” beantworten. Selbst Dark Souls Remastered hat mich dieses Wochenende wieder in seinen Bann gezogen. Würde ich es empfehlen? Auf jeden Fall!

Mein Kollege Christopher Bahner sagte, die Souls-Teile miteinander zu vergleichen, sei wie Gold und Diamanten zu vergleichen – sie sind alle wertvoll. Dem schließe ich mich an.

Habt ihr Dark Souls 3 schon gespielt und es geliebt, dann werdet ihr mit Dark Souls Remastered trotzdem Spaß haben. Es mag zwar (trotz HD-Grafik) etwas veraltet aussehen und die Steuerung ist auch etwas schwergängiger als im dritten Teil, aber man gewöhnt sich schnell daran und es lohnt sich, diese Zeit zu investieren, denn spielt man die Teile in entgegengesetzter Richtung zum Release-Datum, steigert man sogar den Schwierigkeitsgrad etwas – eine weitere Herausforderung!

Praise the sun!

Dark Souls 3 erschien mir etwas einfacher und das mag vielleicht der Grund sein, weshalb es gar nicht so sehr um Beachtung kämpfen musste und sie stattdessen auf dem Massenmarkt sofort erhielt. Ich glaube vielmehr, dass die Souls-Reihe eine Gemeinde um sich geschart hat, die mit jedem Teil größer wurde. Es ist ein Kult entstanden, dessen Mitglieder einander am Sonnengruß erkennen. Sie schwingen ihre Arme in die Höhe und rufen „Gelobt sei die Sonne“ – und ich singe mit… Tut ihr es auch?