Ich kann nur von mir und meinen Gewohnheiten sprechen, aber mit Shift zu blocken und mit Tab einen Schildkonter einzuleiten, während man Gegner per Mausradklick anvisiert und zwischen ihnen wechseln möchte (was dann - ich hab es nicht ausprobiert - mit Mausbewegungen funktionieren sollte), das fühlt sich einfach nicht richtig an. Wenn ihr es schafft und euch damit anfreundet, super und wunderbar, aber meins wird das in der Form nicht.
Was beim Anspielen sofort auffällt: Mit der Stickstoffeinspritzung könnt ihr Sinnvolleres anstellen. Das hier ist eine bescheidene Eins-zu-eins-Portierung von einem Studio, das froh ist, etwas der Konsolenfassung Gleichwertiges abzuliefern und PC-Spieler überhaupt bedienen zu können.
Also nehmt, was sie geschaffen haben, und habt den Spaß eures Lebens, auch wenn Oberflächen, Texturen, Effekte und was-nicht-alles keine Verbesserungen erfahren haben. Absolut keine. Nur schärfere (leider offenbar hochskalierte) Auflösung, etwas höhere Sichtweite kürzere Ladezeiten und so weiter.
In den neuen Gebieten warten auch neue Verbündete.Schandstadt, auf der Konsole ein hässlich ruckelnder Abschnitt, so klebrig-zäh wie der Sumpf, durch den man watet, läuft nun flüssig. Oder wie auch immer ihr 30 Bilder pro Sekunde wahrnehmt. Mehr liefert das Spiel nicht, dafür durchgängig. Auch im Finsterwurzgarten, wo sich Nebelschwaden durch Baumreihen wälzen, und in Anor Londo beim Treppenaufgang zur Kathedrale.
Das waren immer so meine und einige eurer Problemzonen auf der Konsole, und es sieht fast danach aus, als hätte From Software die Technik im Griff. Wie gesagt: Erwartet keine frisch vom PC-Schnippeltisch fallende, aufgeblasene Schönheit, nichts, was die Konsolengene vertuschen könnte, aber bei einem Abenteuer, das von seiner Stimmung lebt, dem langsamen Erschließen der Struktur und dem Verstehen der Welt sowie ihrer Regeln, da ist das nicht schlimm.
Und immerhin dürfen PC-Spieler schon Ende August die neuen Gebiete erkunden. Den „Königlichen Garten“ fand ich auf Anhieb nicht so umwerfend, was wohl daran liegt, dass er sehr an den Finsterwurzgarten erinnert, nur etwas heller. In zerfallenen Ruinen führen knirschende Fahrstühle in archaische Arenen, und irgendwo dahinter zeichnet sich eine nach unten führende Stadt bizarrer Monstrositäten ab. Gefüllt mit Magiern, die euch ihre Zaubersprüche in den Lauf donnern, während ihr über alte, klapprige Holzbrücken balanciert – die Anor-Londo-Bogenschützen lassen grüßen. Und Heckenscherenwespenmänner. Die nenne aber nur ich so. Sind gar keine Wespen. Sehen allerdings von weitem so aus. Männer waren es auf jeden Fall mal.
Freut euch auf ein anspruchsvolles Abenteuer voller gefährlicher Kreaturen.Als ich in die neuen Gebiete erkunde und mit dem Grabesdienerschwert immer tiefer vordringe in die Gänge, da kommt er auf einmal wieder, der Respekt vor dem Unbekannten, ein blitzendes Schlachtermesser in der Hand, ein hässlich schiefes Grinsen im Gesicht. Komm schon, sagt er, der Mantikor war doch gar nicht so schwer. Das Leuchtfeuer flackert kurz auf, als ich es entzünde. Funken schlagen rings um. Ich habe nicht mehr zurückgeblickt.
von Namco Bandai, FromSoftware
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