Eigentlich sollte es gar keine PC-Version von Dark Souls geben. Doch eine Petition, unterschrieben von 100.000 begeisterten Fans, stimmte Entwickler From Software schließlich um. Am 24. August ist es so weit: Dark Souls: Prepare to Die Edition erscheint mit exklusiven neuen Inhalten nur für den PC. Auf dem Namco Bandai Global Gamers Day in Las Vegas trafen wir Dark-Souls-Erfinder Hidetaka Miyazaki und durften einen ersten Blick auf sein neues Werk werfen.

Technisch wird die Dark Souls: Prepare to Die Edition an die Fähigkeiten moderner PCs angepasst, wenngleich keine grafischen Quantensprünge zu erwarten sind. Auch Maus und Tastatur werden unterstützt, dennoch empfehlen die Entwickler ausdrücklich die Verwendung eines Gamepads.

Ein neues Kapitel, „Artorias of the Abyss“ genannt, erweitert Dark Souls um ein neues Gebiet mit neuen Gegnern und Bossen und soll direkt in die Hauptgeschichte eingebunden werden – wie genau wollten die Entwickler aber noch nicht verraten. Der Schwierigkeitsgrad soll dem hohen Niveau des Hauptspiels entsprechen, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Auch neue Features für den PvP-Modus wird es geben. Schlechte Nachrichten für Konsolenspieler: Bislang plant From Software nicht, die neuen Inhalte als DLC für Xbox 360 oder PS3 zu veröffentlichen.

Dark Souls - 300 Millionen Tode später...

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Matthias mit Dark-Souls-Mastermind Hidetaka Miyazaki.
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gamona: Demon’s Souls war ein respektabler Achtungserfolg, doch der riesige Erfolg von Dark Souls war für Viele eine Überraschung, schließlich richtet es sich an eine ziemlich spezielle Hardcore-Zielgruppe. Welche Überlegungen waren für das Design des Spiels ausschlaggebend?

Hidetaka Miyazaki: Am Konzept haben wir zwischen Demon’s Souls und Dark Souls eigentlich nichts Grundlegendes geändert: In beiden Spielen geht es darum, dem Spieler die einzigartige Erfahrung zu geben, etwas Außergewöhnliches zu erreichen. Von daher ist es schon richtig, dass der riesige Erfolg von Dark Souls ein wenig überraschend kam. Ausschlaggebend dürfte jedoch in meinen Augen sein, dass Dark Souls ein wenig „rollenspielerischer“ ist als Demon’s Souls, also mehr Rollenspiel-Einflüsse aufweist.

gamona: Heutzutage werden Spiele in der Regel ja eher einfacher und zugänglicher. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, in die exakt entgegengesetzte Richtung zu marschieren?

Hidetaka Miyazaki: Witzigerweise war das ursprünglich gar nicht meine Intention, ein schweres Spiel zu machen, nur weil jeder andere einfache Spiele macht. Ich hatte das unverschämte Glück, dass mir das Studio erlaubte, das Spiel zu machen, das ich machen wollte. Daher brauchte ich mir auch keine Gedanken über die Trends der Zeit zu machen und ob ich ihnen folgen oder mich ihrer verweigern sollte. Ich wollte mit Demon’s Souls das Spiel machen, das ich selber als Spieler gerne spielen wollte – und so wurde es eher zufällig das Spiel, das es später wurde, einfach weil ich es gerne so schwer haben wollte.

Worum es mir ging, war, dass das Spiel sein Vergnügen und seine Bedeutung daraus beziehen sollte, dass der Spieler stolz sein kann auf das, was er vollbringt, indem er wirkliche Schwierigkeiten und Probleme überwindet. Der Spieler sollte das Gefühl haben, mit dem, was er getan hat, etwas Außergewöhnliches geleistet zu haben.

Dark Souls - 300 Millionen Tode später...

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In der Prepare to Die Edition warten neue Gegner und Bosse.
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gamona: Was denken Sie persönlich über Spiele wie z.B. Assassin’s Creed, in denen sich Erfolg und Belohnung fast schon automatisch einstellen und weniger als Ergebnis einer Herausforderung?

Hidetaka Miyazaki: Zunächst einmal: Ich bin nicht der Meinung, dass alle Spiele so wie Dark Souls sein müssen. Aber ich denke schon, dass sich bei dem, was man in einem Spiel getan und vollbracht hat, z.B. indem man einen Boss besiegt hat, ein Gefühl des „Ja, ich hab es geschafft!“ einstellen sollte. Und das ist genau das Grundkonzept von Dark Souls.

300 Mio. Tode und ein Nachfolger?

gamona: Waren Sie überrascht, dass so viele Spieler diese Meinung offenbar teilen?

Hidetaka Miyazaki (mit einem Strahlen über das ganze Gesicht): Oh ja, das hat mich sehr gefreut. Während ich an dem Spiel gearbeitet habe, haben viele das Konzept einfach nicht verstanden. Umso erfreuter war ich, als die Spieler dann nach Veröffentlichung meine Idee so begeistert aufgenommen haben.

gamona: Glauben Sie nicht, dass Sie eine größere Zielgruppe erreichen könnten, wenn es einen Easy-Modus in Dark Souls oder einem möglichen Nachfolger geben würde?

Hidetaka Miyazaki: Möglicherweise. Aber genau darum geht es in Dark Souls. Würden wir einen Easy-Modus integrieren, wäre es nicht mehr dasselbe Spiel. Es würde das Gefühl des Triumphes, um den sich letztendlich alles dreht, eliminieren. Und um ehrlich zu sein: Ich bin Spiele-Designer, kein Marketing-Mensch. Ich möchte das Spiel so entwickeln, wie ich es für richtig halte, und nicht, um möglichst große Zielgruppen anzusprechen. Ich will, dass der Spieler am Ende das Gefühl hat: „Yeah! Ich habe Dark Souls durchgespielt! Wahnsinn!“ Mit einem Easy-Modus wäre das nicht mehr möglich.

gamona: Wie sieht es denn mit einem Nachfolger aus?

Hidetaka Miyazaki: Bis jetzt haben wir noch nichts diskutiert und erst recht nichts entschieden. Und selbst wenn es einen Nachfolger zu Dark Souls geben würde, weiß ich noch nicht sicher, ob ich persönlich auch als Entwickler daran beteiligt sein werde.

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Für die PC-Version wurde die Grafik geringfügig aufgehübscht.
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gamona: Die PC-Version von Dark Souls heißt „Prepare to Die“-Edition. Wissen Sie, wie viele Dark-Souls-Tode bisher gestorben wurden?

Hidetaka Miyazaki: Im Schnitt ist jeder Spieler von Dark Souls 200 Tode gestorben. Bei 1,5 Millionen verkauften Exemplaren könnt ihr euch ausrechnen, wie viele das insgesamt sind. (lacht)

gamona: Und wie viele davon haben das Spiel wirklich durchgespielt?

Hidetaka Miyazaki (lacht): Ich glaube ungefähr 20 Prozent.

gamona: Mein Kollege Sebastian hat es gerade zum fünften Mal durchgespielt. Wie oft haben Sie es durchgespielt?

Hidetaka Miyazaki: Zunächst mal: Ich bin ein wiiiiirklich schlechter Spieler. (lacht) Ich verstecke mich ständig nur ängstlich hinter meinem Schild und schleiche extrem vorsichtig herum. Also insgesamt habe ich es etwas mehr als sechzig Stunden gespielt.

gamona: Leider haben wir nur noch Zeit für eine letzte Frage: Was ist Ihr Lieblingsspiel?

Hidetaka Miyazaki: Puuh… nur ein einziges Spiel? Das ist fast unmöglich, es gibt so viele, die ich gerne spiele. Aber Magic: The Gathering ist vermutlich das, womit ich mit Abstand die meiste Zeit verbracht habe.

gamona: Herzlichen Dank für das Gespräch.

Dark Souls - Prepare to Die Edition

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