Dante's Inferno – Test

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Fieser Höllentrip oder göttliche Komödie?

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von David Hain, 03. Februar 2010 17:55 Uhr

Ein „God of War“-Klon - mal was ganz Neues. Vor allem dieser Tage, in denen man sich kaum retten kann vor derlei Genrevertretern. Dennoch gehört „Dante’s Inferno“ zu jenen Titeln, über die schon Monate vor Release gesprochen und gestaunt wird. Für die großen „Aha“-Momente sorgte schon lange im Vorfeld die Ankündigung, man wolle Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ als Grundlage nutzen und daraus ein waschechtes Metzelspektakel basteln.

Aus einer Ansammlung altertümlicher Verse und Gesänge entsteht also ein gotischer Fiebertraum samt wüstem Geprügel und Innereien-Cocktail - Hände heben, wer da nicht zumindest neugierig geworden ist. Harte Fakten, angesichts derer wohl nur eines zu sagen bleibt: Halt dich fest, Kratos – jetzt gibt es richtig in die Familienjuwelen. Oder etwa nicht…?

Dante, der Höllenrambo

Keine Gefahr für Kratos: Dante's Inferno bedient sich frech und frei beim Vorbild, wird aber in beinahe allen Belangen vom drei Jahre älteren Göttergemetzel deklassiert.FazitNehmen wir an, wir stünden vor einem riesigen Eisentor, verziert mit grässlichen Fratzen, Menschenhaut und dämonischen Bildnissen, darin eingemeißelt, in übergroßen Lettern, eine Inschrift: „Durch mich geht man hinein zur Stadt der Trauer; Durch mich geht man hinein zum ewigen Schmerze – lasst ab von jedweder Hoffnung, wenn ihr eingetreten.“ Müsste man nicht ziemlich angetrunken sein, um da einen Fuß hindurch zu setzen?

Screenshot zu: Fieser Höllentrip oder göttliche Komödie?Ein ganzer Kerl: Dante fürchtet nicht einmal die Tiefen der Hölle.

Muss man natürlich nicht. Wenn man von einer gehörigen Portion Liebestrunkenheit absieht, könnte man eigentlich kaum nüchterner sein als Kriegsheld Dante, den es trotz geistiger Klarsicht durch das Höllentor, hinein in den ewigen Schlund aus Blut, Feuer und Qual verschlägt. Seine geliebte Beatrice wurde getötet, ihre Seele vom Leibhaftigen persönlich verschleppt. Außer sich vor Zorn folgt Dante ihrer Spur – direkt in die neun Zirkel des Fegefeuers.

Dante – das ist so einer dieser knallharten Über-Kerle, die sich in ihrer Freizeit die eigene Kleidung ins Fleisch nähen, auf meterhohen, zweibeinigen Stieren in die Schlacht reiten oder Gevatter Tod mit dessen eigenen Sense das halbe Gesicht wegsubtrahieren. Dem es auf seinem Erlösungsfeldzug nicht zu stören scheint, wenn riesige, glitschige Mäuler an schreienden Seelen nagen oder sein silbernes Kreuz plötzlich blitzende Salven heiliger Laser… äh… wasauchimmer verschießt.

Screenshot zu: Fieser Höllentrip oder göttliche Komödie?Blitzende Salven der Erlösung: Mit seinem Kreuz verschießt Dante... öhm, Gottes Willen?!

Nun gut, Absurditäten dieses Schlages waren zwar auch im 14. Jahrhundert ein eher seltener Anblick, aber wirklich stören wird sich an derlei Logikmurks wohl niemand, erst recht nicht, wenn man die God-of-Wars und Devil-May-Crys der Spielgeschichte bereits mit geschlossenen Augen durchspielt. Diese herrlich beschwingte Sinnbefreitheit gehört halt zum Hack’n'Slay-Genre wie das Quicktime-Gefuchtel zum matschigen Innereien-Mambo am Ende eines langen Bosskampfes.

Womit die Marschrichtung des Ganzen im Prinzip schon punktgenau eingegrenzt ist: Hier wird gehackt, gestochen und gesäbelt, dass sich die Balken biegen, nach „Bayonetta“ und zuletzt „Darksiders“ steht mit „Dante’s Inferno“ nun der dritte Teilnehmer im Ränkespiel der „God of War“-Gedächtniskompanie im Verkaufsregal, kurz bevor der derzeitige Genreplatzhirsch im März selbst beweisen kann, dass er immer noch den Längsten hat.

Kommentare 10
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Bernout14.10.2010 17:56
Also wenn ihr zur Story schreibt, dass diese ein Witz sei, seit ihr entweder nicht ganz bei Trost, oder die Entwickler habens gründlich verhunzt.

Ich habe die Göttliche Komödie gelesen und alles was ich dazu sagen kann ist: Episch!

Aber als Story für ein Videospiel ist diese erstens zu schwere Kost und zweitens hat Dante im Original eher die Zuschauerrolle.
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dick08.02.2010 23:07
blasphemie!

viel schlimmer finde ich, den nicht beiligenden aber versprochenen kompletten soundtrack.
go to the circle of fraud EA!
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asd08.02.2010 20:46
Offenes, unbefriedigendes Ende

Spoiler Du Fotze
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Pro Contra05.02.2010 15:44
Das das Spiel eine diebische Elster ist, ist mittlerweile in den letzten Winkel der Hölle gedrungen.... ebenso wie es etliche Action, Agenten, Liebesfilme, Teeniekomödien usw. welche sich kopieren und bestehlen. Ideen sind rar und jeder möchte doch unterhalten werden. Ich geniesse den Soundtrack und lese das Gedicht:-) das Spiel ist nettes Beiwerk und eben mit 80% gut bewertet. Störende Macken sind die Kameraführung durch welche manche Stellen extrem schlecht zu spielen sind. Ein deutliches Manko geht an das System Holy Unholy.... alles in Holy reinsetzen und man sieht nur noch ein Kreuzgewitter welches alles niedermäht. Die Storyline wird durch Rückblenden verdeutlicht und was man als schwache Charakterdarstellung bewertet..... hmmm liebe Freunde der Nacht.... was macht Ihr in der Hölle allein Nachts um halb drei.... MAAAAAAAAAAmmmmmmiiiii rufen... dann gibt es einen Keks ein Glas Milch und noch ein Benjamin Blümchen Hörspiel und ihr schlaft selig ein und träumt von Pokemon........muaaaaahhhaaaaaa
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Tony HawkTony Hawk04.02.2010 10:04
Also ich steh ja total auf die Göttliche Komödi-yeeaaah.
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megamanx04.02.2010 09:43
hätte den test lieber vom sebastian jäger gelesen...der schreibt epischer
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Komisch04.02.2010 09:04
Ihr zerreist das Spiel so in der Luft und dann noch 79% o_O. Also ich dachte es würde so bei 60% landen.
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CorellCorell03.02.2010 19:17
Hab selbst Hand an unsere Review-Fassung gelegt, hat mir mächtig Spaß gemacht. Kommt aber nicht an God of War ran.
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SebastianJägerSebastianJäger03.02.2010 18:41
Der Soundtrack gehört mit zum besten, was ich bisher je in einem Spiel gehört habe. Und ich habe wirklich viel gehört. Das ist genau mein Musikgeschmack.
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Basti03.02.2010 18:10
eigentlich hasse ich devil May Cry aber dieses Spiel ist echt scheiße.
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