




„Dante’s Inferno“ kann was. Nicht zu knapp sogar. Wenn gigantische Bossmonster über den Bildschirm fegen oder unsere Sense ein blitzendes Todesballett zwischen Zombies und gequälten Seelen zelebriert, dann gibt es nur einen logischen Reflex: staunen. Aber das, was es da veranstaltet, in all seiner pompösen Gestaltung und Exaltiertheit, das kennt man leider schon. Genauer aus „God of War“ – und das ist nun auch schon fünf Jahre alt.
Derlei Ähnlichkeiten wollen wir Dante dabei gar nicht ankreiden, eher enttäuscht der Fakt, dass „Dante’s Inferno“ zu keiner Sekunde über die Vorlage hinauswächst. Man könnte Entwickler Visceral Games mit einem Koch vergleichen, der zwar die teuersten und besten Zutaten verwenden darf, aber nicht weiß, wie er die Suppe letztlich abschmecken und würzen soll. Das Ergebnis mundet zwar, doch der fade Abgang lässt vermuten, wie viel besser es hätte werden können.
Alles was „Dante’s Inferno“ zu bieten hat, sind gewohnte Standardformeln, der letzte Ruck in Richtung Spektakel jedoch, der fehlt. Immer wieder wähnt man sich an der Klippe – nur ein Schritt weiter und das Meisterwerk ist zum Greifen nah. Doch „Dante’s Inferno“ geht diese Extrameile nie, wenn sie dann schließlich nach zehn Stunden Spielzeit zu kommen scheint, ist der Höllentrip auch schon wieder vorbei. Schade ist auch, wie wenig „Dante’s Inferno“ aus seinem großartigen Setting, aus der wuchtigen Vorlage macht.
Die Story? Ein Witz! Charakterzeichnung? Kein Vergleich zu Kratos. In den seltenen Zwischensequenzen sieht man Dante lediglich wie einen wild gewordenen Stier in die Kamera blöken: „Ich will Beatrice!“, „Wo ist meine Beatrice?“ oder auch mal schlicht „Beeattriice!!“. Würde man den Hauptcharakter durch einen Affen und oben beschriebenes Zitat durch „Kong will Bananen!“ ersetzen – glaubt uns, es würde kaum auffallen.
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Hier enttäuscht Dantes Kreuzzug mit groben Texturen und betagter Technik. Die Gesichtsanimationen der Charaktere sind gar grausig. Das Art Design schöpft die gegebenen Möglichkeiten niemals aus.
Eine volle Punktlandung: Der Sound ist toll abgemischt, tönt satt und wuchtig aus den Boxen. Und der grandiose Score gehört schon jetzt zu unseren Favoriten des frühen Jahres.
"God of War" stand hier überdeutlich Pate, beinahe jede Idee des Göttergemetzels wird hier zweitverwertet - nur an die Qualität der Vorlage reicht man nicht heran.
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