"Kein Beben, kein Krachen, nicht mal ein leichtes Zittern - Damnation ist so intensiv, wie mit einer Filzbrille ins Pornokino zu gehen." - Sebastian Thor

So verdammt, wie es uns der Titel verspricht, ist nur derjenige, der sich diesen lieblosen Actionpansch in der Hoffnung auf einen frühsommerlichen Blockbuster ins Wohnzimmer holt. Ihr wollt Drama, wollt Nervenkitzel und eine Achterbahnfahrt, die den Verstand durchschüttelt? Dann spielt Gears of War, spielt Killzone 2, Call of Duty, Crysis, meinetwegen sogar Dark Sector.

Wer mit diesem hässlichen Entlein anbandelt, wird nicht nur in Sachen Design, Sound und Schusswechsel bitter enttäuscht werden, sondern auch hinter die kümmerlichen Reste einer gerade noch passablen Hüpf- und Klettermechnik blicken, die zu keinem Zeitpunkt so erfrischend ist, wie es die Entwickler versprochen haben. Damnation fühlt sich stellenweise an wie ein Prince of Persia für Arme, wenn man mehr mit der störrischen Kamera als mit dem Moment des Absprungs zu kämpfen hat, das eigentlich Nervenkitzel entfachen sollte. Oder wie ein Rennspiel mit nicht zu Ende gedachter Fahrphysik, wenn man sich in kargen Höhlenwänden verheddert, abstürzt und elend scheitert.

Ja, die Kulisse hat ein paar schöne Momente angenehmer Weitsicht. Ja, die Waffen sind originell, und zumindest der Anfang macht mit seiner geschundenen Architektur neugierig. Aber dann legen die grottigen deutschen Sprecher los, dann wird die Fassade von massiven Rissen zerfetzt und die Hoffnung auf einen tobenden Krieg à la Epic oder Guerrilla schnell wieder begraben. Der klägliche Rest verläuft in einer trüben Pfütze aus inkohärenten Handlungssprüngen, KI-Fehltritten und halbherzigen Designentscheidungen. Was bleibt da noch?

Damnation - Für die Hobby-Frankensteins4 weitere Videos

Damnation ist für PC, PS3 und Xbox 360 erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.

Pro

  • Große Areale
  • Viele Waffen
  • Teils schöne Weitsicht

Contra

  • Schwache Vehikel- und Kletterpassagen
  • Wenig intensive Gefechte
  • Witzlose KI-Begleiter
  • Grottige deutsche Sprecher
  • Strunzdumme KI

Grafik

Karge Hintergründe, klobige Figuren, Texturflackern – Damnation schöpft aus dem Fundus wirksamer Atmosphärekiller. Wenigstens die Weitsicht ist stellenweise passabel.

Sound

Hier kracht nichts, hier donnert und bebt absolut nix. Dieser Krieg ist akustisch ebenso ernüchternd wie optisch.

Gameplay

Stinknormaler Shooter, der gerne was Besonderes wäre, dem es aber massiv an Wumms und Intensität fehlt. Die Kletterpassagen wirken lieblos, die Vehikel dagegen so, als wären sie auf den letzten Drücker reingeklatscht worden.

Multiplayer

Bis zu acht Spieler ballern gegen- oder bis zu zwei Spieler im Koop-Modus miteinander – mehr Spaß macht Damnation dadurch nicht.