Entwickler-Legende John Romero, Vater des Ego-Shooter-Genres und Mitgründer von id Software, sprach in einem interview mit dem Spielemagazin NowGamer unter anderem über das gescheiterte Projekt Daikatana. Daikatana ist ein Ego-Shooter, der eines der ersten Projekte des 2005 geschlossenen Studios Ion Storm (Deus Ex, Thief) darstellte. Laut Romero begannen die Arbeiten 1997, also kurz nach der Gründung von Ion Storm.

Bei id Software fühlte sich Romero so, als wäre er unverwundbar und könne alles tun. Bei Ion Storm hingegen war es das genaue Gegenteil der Fall. Die größten Risiken seien sie nicht bei den Spielen bzw. bei Daikatana eingegangen, sondern vielmehr intern bei dem Unternehmen selbst.

"Bei Daikatana hatte ich nicht das Gefühl, als sollte ich große Risiken im Spieldesign eingehen, wie ich es bei id getan hätte. Also entschied ich mich für die sichere Seite und machte einen Ego-Shooter mit einer Menge an Inhalten, KI-Mitstreitern und einigen RPG-Elementen", so Romero.

Doch Ion Storm hatte ein ganz anderes Problem während der Entwicklung. Das waren nicht die fehlenden Risiken, sondern die Mitgründer und deren Entscheidung, Mitarbeiter ins Boot zu holen, die zuvor nie Spiele entwickelten. Für Romero stand fest, dass es auf einen Versuch ankommt und sie den Leuten die Chance geben sollten, Spiele zu entwickeln. Zuvor entwickelten sie einzig Mods, Levels und ähnliche Dinge. Für Ion Storm war es daher ein Experiment.

Letztendlich scheiterte es auch daran, dass die so gewonnen Mitarbeiter nicht stundenlang am Tag arbeiteten, wie es in der Branche üblich ist. Ebenso war die Kommunikation nicht die beste. Romero hatte einfach mehr erwartet, nichts war so wie bei id Software, was für ihn wie ein Shock war. Er ist jedoch stolz darauf, dass sie das Spiel fertiggestellt haben.

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