Da Vinci Code (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Mit seinem Buch The Da Vinci Code, das in der deutschen Version den irreführenden Titel Sakrileg trägt, hat Dan Brown einen Blockbuster gelandet. Am Donnerstag ist die Verfilmung in den Kinos angelaufen, von der ein ebenso großer Erfolg

erwartet wird. Da darf natürlich auch eine entsprechende Umsetzung für Computer- und Konsolengamer nicht fehlen, um die Rundumversorgung perfekt zu machen. Wir haben uns die PC-Fassung angesehen und können euch sagen, ob es zur Abwechslung Mal eine gelungene Filmumsetzung gibt.

Da Vinci Code - E3 2006 Trailer

Wer wie der Autor bisher das Buch nicht gelesen hat, benötigt natürlich einige Informationen zur Hintergrundgeschichte des Spiels, das als Action-Adventure aufgemacht ist. Die Betonung liegt aber, das sei vorangestellt, eindeutig auf der Adventure-Komponente. Inhaltlich halten sich die Entwickler natürlich recht eng an die Buchvorlage, auch wenn das Spiel deutlich mehr Rätsel und auch Elemente des Films enthalten soll. Im berühmten Louvre hat es einen Mord gegeben - der Museumsdirektor Saunière wurde getötet. Eine neben dem Toten aufgemalte verschlüsselte Botschaft dient als Ansatzpunkt für die Ermittlungen und Nachforschungen des Symbologen aus Harvard, Robert Langdon, der mithilfe der Agentin und Dechefrier-Expertin Sophie Neveu dem Geheimnis auf die Spur kommen soll. Beide geraten aber schnell selbst in die Schusslinie von Polizei und christlichen Orden. All das ist eingebettet in eine Mixtur von Elementen aus Kunst, Philosophie, Kryptologie, Geheimbünden, der Geschichte des Christentums und der Suche nach dem Heiligen Gral.

Da Vinci Code - Das Spiel zum Blockbuster: Sakrale Rätselfreude auf der Suche nach dem Heiligen Gral!

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Der Spieler übernimmt nach der einführenden Videosequenz die Kontrolle über eine der beiden Hauptfiguren, die entweder abwechselnd oder auch gemeinsam zum Einsatz kommen. Eine Wahlmöglichkeit darüber, wann welche Figur gesteuert werden darf, besteht jedoch nicht.

Das fällt jedoch nicht negativ ins Gewicht, beide Charaktere teilen sich ein gemeinsames Inventar und auch in Sachen Gameplay gibt es keinerlei Unterschiede zwischen den Spielfiguren. Grundsätzlich sieht man die Helden aus 3rd-Person Perspektive und reagiert auf die interaktive Spielumgebung, wo es möglich ist.

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So taucht beispielsweise beim Abschreiten der Räume ein "E" für Untersuchen oder ein "I" für Interagieren auf, worauf die entsprechenden Tasten betätigt werden können.

Die Tastaturbelegung lässt sich vermutlich auch aus diesem Grunde nicht verändern. Insgesamt ist die Steuerung aber unnötig umständlich ausgefallen. In den Menüs und Auswahlbildschirmen kann zwar teilweise die Maus genutzt werden, die einzelnen Felder können jedoch meist nicht mit ihr navigiert werden.Sobald interaktive Elemente ausgewählt werden, obliegt es dem Spieler Objekte wie Gemälde, Bücherregale, Schreibtische oder Körper zu untersuchen und nach Informationen zu forschen, die ihn auf seiner Suche nach der Wahrheit weiterbringen. Häufig werden dabei auch gescriptete Ereignisse abgerufen, auf die der Spieler keinen Einfluss hat, die aber überspringbar sind, falls sie schon einmal angesehen worden sind. Sehr hilfreich ist eine Enzyklopädie, die mit fortschreitender Spieldauer automatisch erweitert wird und so einen sehr guten Überblick über alle vorliegenden und aufgedeckten Informationen bietet. Oft finden sich darin Hinweise, die zur Lösung der vielen Rätsel behilflich sein können. Der Schwierigkeitslevel der Puzzle variiert stark, für jemanden der das Buch nicht gelesen hat, sind einige sicherlich als "knackig", aber nicht unfair zu beschreiben.Viele der Worträtsel (Anagramme, Substitutionsrätsel) lassen sich durch beharrliches Absuchen der Umgebung lösen, denn dort finden sich viele notwendige Hinweise an mehr oder weniger versteckten Orten. Von Zeit zu Zeit müssen auch Objekte eingesetzt, um voranzukommen. Etwa, um etwa verschlossene Türen zu öffnen oder mit einem Ring ein verborgenes Schubfach zu öffnen. Da bei vielen Rätseln die Lösung nicht unbedingt offensichtlich ist, ist es von Vorteil, die Umgebung genaustens abzusuchen.

Seinen Weg durch die neun Missionen muss sich der Spieler jedoch selbst bahnen, was angesichts des linearen Spielablaufs eigentlich kein Problem darstellt. Auf eine Minimap oder ein Gameinterface darf man dabei aber nicht vertrauen, so was gibt es schlichtweg nicht. Macht aber nichts. Durch den vorgegebenen Spielablauf ist es kaum möglich, sich zu verlaufen. Allerdings stellen sich gelegentlich Hindernisse in Form von Wachen der Polizei oder verschiedenen geheimen Orden in den Weg.

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Da kommt es gelegen, dass die Spielfiguren in der Lage sind zu schleichen, sodass es möglich ist, Gegenspieler zu umgehen. Kommt es aber doch einmal zur Konfrontation, wird ein simples Kampfsystem aktiviert, bei dem der Spieler auf Bildschirmanzeigen reagieren muss. Entweder werden defensive oder offensive Aktionen per Mausklicks getriggert, die dann nacheinander ausgeführt werden. Falsche Klicks führen dazu, dass die eigene Figur sich verhaspelt oder getroffen wird. Wer sich von hinten an seine Gegner anschleicht, kann zudem das Überraschungsmoment ausnutzen und getarnte Angriffe ausführen. Das alles ist nicht allzu fordernd, bringt aber zwischen den Rätseln etwas Abwechslung ins Spielgeschehen.

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Wer alles absucht, kann dabei auch versteckte Gegenstände finden, mit denen sich weitere Bonus-Rätsel, Grafiken, zwei weitere Missionen und der gesamte Soundtrack freischalten lassen. Am Ende jeder Mission erhält man darüber Auskunft, wie viele der versteckten Objekte gefunden wurden.

In jeder Mission gibt es darüber hinaus verschiedene Hauptziele, die über das Spielmenü angezeigt werden können, falls sie einmal über die Rätselmanie in Vergessenheit geraten sollten.In regelmäßigen Abständen sichert das Spiel zudem an Checkpoints den Fortschritt. Im Falle des Scheiterns kann an dieser Stelle nochmals begonnen werden. Glücklicherweise steht es dem Spieler zudem jederzeit frei, selbst eigene Speicherstände anzulegen.

Die Rätsel sind meist auf sehr homogene Weise ins Spiel eingebunden und wirken nie konstruiert oder aufgesetzt. Dabei macht es Spaß die Story des Spiels voranzutreiben, die immer wieder mehr oder weniger überraschende Wendungen nimmt. Auch wenn die Steuerung in gewissen Situationen umständlich geraten ist, stört das den Spielablauf letztendlich nicht erheblich. Als störend erweisen sich lediglich einige Situationen, in denen beide Charaktere gemeinsam agieren und sich dann gegenseitig im Weg stehen, da sie sich ständig folgen.Grafisch ist das Spiel ziemlich ansehnlich und mit viel Liebe zum Detail entworfen. Lediglich aus Nahdistanz wirken viele Texturen zu pixelig. Zudem sorgen einige Darstellungsfehler für Abzüge in der B-Note. So scheinen beispielweise die Charaktere durch wenn die Kamera aus einer ungünstigen Perspektive auf das Geschehen fällt oder man sieht im schlimmsten Falle gar nichts mehr. Dafür kann das Soundambiente rundherum überzeugen, vor allem der atmosphärisch tolle Soundtrack ist gelungen und wird nie langweilig. Auch die Vertonung ist gelungen, hier waren durchweg Profisprecher am Werk.