Cyberpunk! Ahhhh! Jetzt lasst uns ganz kurz den Hype um Cyberpunk 2077 vergessen und uns daran erinnern, dass es nicht mehr und nicht weniger als ein (womöglich fantastisches) Rollenspiel in einer dystopischen Cyberpunk-Welt sein wird. Mit einer großen, offenen Welt, tausenden von NPCs und einer ausführlichen Charaktererstellung, die an das ursprüngliche Pen & Paper-Rollenspiel angelehnt ist.

Leider durften wir das Gameplay nicht aufnehmen und hier hochladen. Aber: Habt ihr schon den brandneuen E3-Trailer von Cyberpunk 2077 gesehen? Nein? Hier ist er:

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Cyberpunk 2077 in der Vorschau: Im Spiel wartet eine offene Welt auf euch, deren Lore in den letzten Jahrzehnten etliche Bücher, Filme und Videospiele füllte.

Cyberpunk 2077 ist nicht mehr so weit entfernt, wie ihr vielleicht glaubt. Während Spiele wie Starfield oder gar The Elder Scrolls 6 uns mit ihren winzigen Teasern klarmachten, dass sie noch eine ganze große Weile in den Studios verborgen bleiben, ist Cyberpunk 2077 trotz fehlendem Releasedatum nah. Warum wir das glauben? Weil CD Projekt REDs Punks nicht nur einen neuen Trailer in die E3-Datenbank gehackt haben, sondern uns auch etwas Gameplay sehen ließen – auch auf der E3, aber auf einer Päsentation nach der Liveshow. Dort gab es eine punkige Bar mit Drinks und einen großen Bildschirm, auf dem wir eine Stunde lang pures, ungeschnittenes Gameplay bewundern durften. Und es sieht gut aus.

Was wissen wir noch über Cyberpunk 2077? Taucht in die Gerüchteküche rund um das Rollenspiel in meinem Check-Up-Artikel ein.

Das ist euer Cyberpunk, vom Namen bis zur Haarfarbe

Witcher-Entwickler CD Projekt RED versprachen es uns zwar schon im Vorfeld, aber jetzt konnten wir es mit eigenen Augen sehen: Cyberpunk 2077 ist durch und durch Rollenspiel, angefangen mit einer ausführlichen Charaktererstellung, in der ihr das Geschlecht, das Aussehen, Stärken, Schwächen und sogar eine Lebensgeschichte festlegen könnt. Und das Wichtigste: All das wird Einfluss auf euer Spiel haben; und wenngleich diese Floskel beinahe bei jeder neuen IP auf dem Markt mitschwingt, klingen diese Worte gerade aus dem Mund der polnischen Entwickler vielversprechend.

Erinnert ihr euch an den ersten Teil von Dragon Age? Während BioWare sich ihrem Schicksal bei Anthem beugen und dem Singleplayer einen Korb geben, greifen CD Projekt RED nach den Wurzeln der besten Einzelspieler-Serien auf dem Markt: Dragon Age war eines der wenigen Spiele, das euch ebenfalls die Vergangenheit eure Charakters bestimmen ließ; ihr konntet aus mehreren Optionen wählen und begannt dementsprechend an unterschiedlichen Orten, in unterschiedlichen Lebenssituationen. Cyberpunk 2077 geht denselben Weg.

Ihr spielt in der First-Person-Perspektive.

First-Person.

Während ich persönlich schnell die Fenster im Büro schließe, um dann laut “JA!” zu rufen, wird es sicher nicht allen ähnlich ergehen: Cyberpunk 2077 ist komplett in der First-Person-Perspektive spielbar, und darauf ausgelegt. Ob ein Wechsel in den Third-Person-Modus möglich ist, wissen wir noch nicht. In Anbetracht des E3-Trailers eine logische Entscheidung, da ihr womöglich – wenn auch hoffentlich nicht nur – hauptsächlich mit futuristischen Knarren kämpfen werdet. (Wer von euch auch für Quasi-Lichtschwerter in Cyberpunk-Manier stimmt, möge die Hand heben).

Wir haben eine vollständige Mission in Cyberpunk 2077 gesehen

Night City, die punkige, dreckige und dunkle Stadt von Cyberpunk 2077 ist ein gefährlicher Ort. Werdet ihr angeschossen, überfahren, gehackt oder kommt auf anderem Wege unters Fleischermesser, wird euch niemand helfen – außer natürlich, ihr besitzt das nötige Kleingeld. Das ist die oberste Regel in den Straßen von Night City, einfach, logisch und brutal. Seid ihr sogar reich, könnt ihr zu jeder Zeit und ganz egal, wo ihr euch befindet, das Traum Team International rufen: Der teuerste Notdienst auf der Welt.

Cyberpunk 2077 - GIGA, spieletipps und gamona vor Ort auf der E3 20184 weitere Videos

Warum die vermeintlichen Sanitäter so teuer sind, sehen wir in der ungeschnitten Mission, die uns eine Stunde vorgespielt wird: Eine reiche, junge Frau wird von einem Virus befallen – keine Seltenheit in einer Welt, in der wir uns per Kabel-in-den-Kopf in den World Wide Web werfen können. Sie ruft das Trauma Team, eine Truppe von Soldaten, Sanitätern, Hackern, Techs; hochfunktional und dazu bevollmächtigt, jeden Schuldigen oder Unschuldigen auf dem Weg zu ihrem Klienten abzuknallen. Diese Jungs wissen, was sie tun – und sie werden ihre Kunden mit allen möglichen Mitteln retten, solange die per Sofortüberweisung im Vorfeld bezahlen. Geld zurück gibt es nicht, auch nicht im Todesfall.

Das Trauma-Team tötet jeden, der euer Leben bedroht.

Es geht weiter: Nach der kurzen Szene mit dem Trauma Team wird ‘unser’ Charakter von einem Fixer angerufen, der einen Auftrag für uns hat: Wir sollen einen Militärroboter holen, der von einer der MegaCorps in Night City gestohlen wurde, MiliTech. Fixer? MegaCorps? MiliTech?

Falls ihr die Begriffe kennt, habt ihr euch offensichtlich mit den Pen & Paper-Rollenspielen Cyberpunk 2013 oder Cyberpunk 2020 beschäftigt, oder wenigstens Shadowrun gespielt. Denn jeder zweite Begriff, der während der Cyberpunk-Präsentation in LA fällt, gehört zur Lore der P&P-Spiele: Cyberpunk 2077 ist wahrlich auf deren Grundlage entstanden. Was wundervoll ist, denn wie viele andere Pen & Paper-Regelwerke wartet auch das Cyberpunk-Franchise mit einer so detaillierten und komplexen Welt auf, dass bereits mehrere große Autoren unserer Mediengeschichte sich daran bedient und einige der besten Geschichten erzählt haben, die wir kennen: Blade Runner, Ghost in the Shell, RoboCop, Deus Ex und, natürlich, mehr.

Cyberpunk 2077 ist eines der engagiertesten Videospiel-Projekte unserer Zeit.Ausblick lesen

Fixer sind im Cyberpunk-Universum diejenigen, die euch wichtige Informationen verkaufen – sie arbeiten vom Untergrund aus und sind ein wichtiger Bestandteil eure Missionen, da sie zumeist wissen, wer sich wo aufhält und was die Person macht. In der Demo erhalten wir von dem Fixer alle Informationen zum Auftrag, unser Charakter muss sich den gestohlenen Roboter demnach von der Maelstrom-Gang (Menschen-Roboter mit illegalen Implantaten) besorgen; es gibt einen Kampf und wir geben den KI-getriebene Maschine anschließend zurück.

Night City ist voll von unterschiedlichen Menschen, Gruppierungen, Gangs und Mega-Corporations.

Während die Mission an sich gescripted wirkt, kann der Charakter auf dem Weg immer wieder entscheiden, wie er die Aufgabe angeht und für wen er arbeitet. Diese Entscheidungen führen zu unterschiedlichen Ereignissen, die uns plötzlich und unerwartet im Spielverlauf treffen sollen.

Ins Gehirn hacken & weitere Fähigkeiten

… kennen wir bereits aus dem Cyberhorror-Spiel Observer, wo ihr euch als Cyberpolizist in die Köpfe anderer einklinkt. Cyberpunk 2077 gibt euch dieselbe Möglichkeit: Ihr schließt euch über ein Kabel an diverse NPCs an und könnt unter anderem eure Map mit den Informationen updaten.

Es gibt noch eine ganze Handvoll anderer Fähigkeiten, die alle mit den Klassen Netrunner, Tech oder Solo zusammenhängen. Etwa werdet ihr Türen hacken können, craften (Engineering) und sogar Kugeln um die Ecke lenken, vielleicht ein wenig wie in der Comicverfilmung Wanted. Einen kurzen Blick konnten wir zudem auf ein neues Inspektionssystem werfen, mit dem der Charakter Gegenstände ganz genau unter die Lupe nimmt.

Cyberpunk 2077 wird riesig

Und dennoch: Alles, was ich hier geschrieben habe, fühlt sich weiterhin nur wie ein Vorgeschmack an. Night City ist angefüllt mit einer Unmenge an Gruppierungen, NPCs, Gesetzen und MegaCorps, voller Technik und Verfall und blinkender Leuchtplakate. Das ursprüngliche P&P-Regelwerk bietet derweil eine so komplexe Lore, dass CD Projekt RED damit locker ein ganzes Universum füllen könnte. Die Frage ist nur, ob sie das schaffen – aber wir reden hier von den The-Witcher-Entwicklern, richtig?