Zu Cryteks finanziellen Problemen sind nun weitere Details ans Tageslicht gekommen. Unter anderem sollen Mitarbeiter der UK-Niederlassung ihre Löhne teilweise verspätet, teilweise noch gar nicht erhalten haben.

Crytek - Weitere Details zu Problemen, Ausbleiben von Lohnzahlungen bei Crytek UK

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Die Entwicklung von Ryse - Son of Rome war wohl ein noch größeres Problem als bisher angenommen
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So wie es aussieht, herrscht bei Crytek momentan echte Untergangsstimmung. Zu den bekannten, von Crytek dementierten Problemen sind nun weitere Details ans Tageslicht gekommen, die nur das Bild bestätigen, das durch die bisherigen Berichte gezeichnet wurde.

Die Entwicklung von Ryse - Son of Rome soll ein noch größeres Desaster gewesen sein als bislang angenommen. Wie man weiß, war Ryse zu Beginn als Paradespiel für Microsofts Kinect 2.0 gedacht gewesen. Doch nach Verzögerungen, schlechten Builds und einem drohenden Aus veranlasste Microsoft die Weiterentwicklung von Ryse in den Büros in Frankfurt, statt bei Crytek Budapest. Als Folge hieraus wurden 50 Mitarbeiter in Budapest entlassen. In Frankfurt wurde aus dem Kinect-Spiel dann das herkömmliche, per Controller steuerbare Ryse - Son of Rome.

Die Produktion von Ryse 2 wurde nach Unstimmigkeiten darüber, wer die Rechte an der Reihe besitzen soll, eingestellt.

Doch hier hören die Probleme nicht auf. Ganz im Gegenteil, derzeit kämpft auch Crytek UK mit finanziellen Nöten. So berichten zwei Quellen davon, dass die Mitarbeiter ihren Lohn vom Februar erst im April erhalten haben. Auch die Hälfte vom März-Lohn soll erst spät im April ausgezahlt worden sein. Schlimmer noch: Die Löhne für April und Mai wurden bis heute nicht ausgezahlt. Da ist es kein Wunder, dass die Belegschaft demoralisiert und enttäuscht ist. Es sollen auch 30 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben, darunter auch welche, die wichtige Schlüsselpositionen in der Entwicklung von Homefront: The Revolution bekleideten. Einen ersten Verdacht auf finanzielle Nöte hatten die Mitarbeiter bereits Mitte letzten Jahres, als Boni nicht ausgezahlt wurden. Publisher Deep Silver hat sich bislang nicht zum Entwicklungsstand von Homefront: The Revolution geäußert.

Ganz andere Probleme hat Crytek hingegen in der Shanghai-Niederlassung. Dort sollen sich die Behörden eingeschaltet haben, um Crytek dazu anzuhalten, den Mitarbeitern eine Sozialversicherung zu bezahlen. Derzeit arbeiten ca. 30 Mitarbeiter bei Crytek Shanghai, wo man sich auf mobile Free-To-Play-Titel konzentriert und Warface in China betreut. Mittlerweile sollen bereits 10 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben. Warface hat sich außer in Russland nirgendwo durchsetzen können.

Das Problem sehen viele Mitarbeiter in der gewaltigen Expansion Cryteks, das binnen weniger Jahre als unabhängiger Spiele-Entwickler zu einem weltweiten Unternehmen mit um die 900 Mitarbeiter anstieg. Ein geplatzter Millionendeal kann da verheerende Auswirkungen haben. Und Ryse 2 wurde bereits eingestellt.