Update: In einem Statement gegenüber Golem äußerte sich das Unternehmen und dementierte den Bericht von Gamestar, wonach man angeblich kurz vor dem Bankrott stand.

Wie es weiter heißt, konzentriere man sich momentan auf die Entwicklung und Vermarktung von CryEngine, Warface, Homefront: The Revolution, Hunt und Arena of Fate. Zudem bedankt man sich bei den Mitarbeitern, Fans und Geschäftspartnern, die trotz der Gerüchte weiterhin uneingeschränkt zu dem Studio stehen.

Ursprüngliche Meldung: Einem Bericht zufolge stand das deutsch-türkische Unternehmen Crytek mit Sitz in Frankfurt im April kurz vor dem Bankrott, bevor eine Finanzspritze das Aus abwenden konnte. Doch über den Berg ist Crytek noch lange nicht.

Crytek - Stand im April kurz vor Bankrott, Crytek dementiert *Update*

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Das Schicksal Cryteks ist wohl auf Gedeih und Verderb mit der hauseigenen CryEngine verbunden
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Überraschende Neuigkeiten. Laut einem Plus-Bericht von Gamestar stand der deutsch-türkische Spiele- und Engine-Entwickler Crytek im April diesen Jahres kurz vor der Pleite.

Dipl.-Ing. Avni Yerli, der das Unternehmen mitbegründete, teilte mit, dass die weitere Finanzierung vorerst gesichert sei, und man das drohende Aus abwenden konnte. Warum steckt Crytek in der Krise? Dafür soll es mehrere Gründe geben.

Zum einen wäre da die katastrophale Entwicklung von Ryse: Son of Rome, einem Xbox One'-exklusiven Launchtitel. Crytek soll mit der Entwicklung in Verzug geraten sein und konnte das Spiel nur deshalb rechtzeitig fertigstellen, weil man zusätzliche Entwickler einstellte. Leider hat sich das Spiel auch nicht annäherend so gut verkauft, wie man es sich bei Crytek erhofft hatte.

Man soll sich zwar mit Microsoft in Gesprächen um ein Sequel zu Ryse befunden haben, Microsoft sei allerdings nur an den Markenrechten interessiert, während Crytek die IP nicht aus den Händen geben will.

Auch Cryteks Vorstoß in das Free-To-Play-Geschäft hat sich leider nicht als erfolgreich entpuppt. CEO Cevat Yerli ließ in der Vergangenheit bereits verlauten, dass Crytek sich in Zukunft ganz auf Free-To-Play konzentrieren wolle. Leider war Cryteks Free-To-Play-Shooter Warface lediglich in Russland ein Hit, während sich andere Produkte wie die G-Face-Plattform als totale Flops entpuppten.

Ein weiteres Problem könnte die enorme Expansion sein. Crytek kaufte in der letzten Zeit vermehrt Entwicklerteams wie Vigil Games, Black Sea und Free Radical Design auf, öffnete teilweise mit deren Hilfe zusätzliche Zweigstellen in Ländern wie England, Südkorea und der Ukraine und kaufte Lizenzrechte zu Spiele-IPs wie Homefront. Derzeit entwickelt Crytek mit Homefront: The Revolution ein Sequel zu THQs Achtungserfolg.

Ein sicherlich großes Problem ist die mangelnde Akzeptanz der hauseigenen CryEngine. Bis auf Crytek scheint sie so gut wie niemand zu verwenden. Die meisten Studios setzen noch immer auf Epic Games' Unreal-Engine.

Erschwerend hinzu kommen interne Probleme wie Zahlungsverzögerungen bei Gehältern, Abgang führender Mitarbeiter und ein allgemein negatives Ansehen innerhalb der Branche aufgrund ehemaliger Mitarbeiter, die nicht gut auf Crytek zu sprechen sind.

Es heißt, zahlreiche Unternehmen stünden bereits Schlange, um Crytek bei einem eventuellen Bankrott auseinanderzunehmen und sich wertvolle IPs zu krallen. Ganz oben dabei sei Wargaming.net. Der weißrussische Spielentwickler ist bekannt für seine Free-To-Play-Reihen World of Tanks und World of Warplanes.

Crytek wurde 1999 von den Yerli-Brüdern in Coburg gegründet. 2006 zog man nach Frankfurt am Main um. Derzeit beschäftigt das Unternehmen weltweit rund 800 Mitarbeiter. Ein Aus für Crytek wäre ein herber Schlag für die deutsche Spieleindustrie.