Jüngsten Gerüchten zufolge steht Crytek UK momentan ohne Führungskräfte da. Es heißt, so gut wie jede Führungskraft habe das Studio mittlerweile verlassen, darunter auch Hasit Zala, Game Director bei Homefront: The Revolution.

Crytek - Crytek UK steht derzeit quasi ohne Führungskräfte da

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Die Zukunft von Homefront: The Revolution sieht düster aus
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Der Führungsetage Cryteks dürfte die Fußball-Weltmeisteschaft 2014 ganz recht gewesen sein. So war das gemeine Volk zumindest auf etwas anderes fokussiert, denn auf Cryteks Probleme. Und auch wenn sich das deutsch-türkische Unternehmen bis heute noch nicht wirklich dazu geäußert hat, man gab lediglich ein lapidares Dementi von sich, kommen immer Gerüchte auf, die man wohl nicht mehr länger als Gerüchte wahrnehmen kann.

Besonders was die Probleme der Zweigstelle in England betrifft. Crytek UK, vormals Free Radical Design, arbeitet derzeit eigentlich an Homefront: The Revolution. Doch nach Berichten mehrerer Mitarbeiter von zu spät ausgezahlten und / oder gar nicht erst ausgezahlten Löhnen, kam Anfang Juli der Supergau: Knapp 100 Mitarbeiter sollen Beschwerde eingereicht und die Arbeit niedergelegt haben. Zu dem Zeitpunkt war noch nicht klar, wieviele von ihnen überhaupt vorhatten, noch zu Crytek UK zurückzukehren.

Nun scheint zumindest klar zu sein, dass Crytek UK so gut wie ohne Führungskräfte dasteht. Besonders bitter ist dieser Umstand für die Entwicklung von Homefront: The Revolution. So ist nun auch Game Director Hasit Zala von seinem Posten zurückgetreten. Zala war auch der Franchise Director für Cryteks Free-To-Play-Shooter Warface. Weitere Führungskräfte, die Crytek verlassen, bzw. ihren Posten aufgegeben haben, sind Development Manager Ben Harris und Studio Head Karl Hilton.

"Das ist ein seltsames Szenario, da nun kein oberes Management mehr existiert", so ein Crytek-Kenner. "Alles befindet sich weiterhin in einer Abwärtsspirale."

Erste Gerüchte drangen Ende Juni ans Licht, die besagten, dass Crytek im April diesen Jahres kurz vor dem Bankrott stand. Erst die Sicherung einer Finanzspritze konnte das Unternehmen vor dem Aus bewahren. Dennoch reichen erste Hinweise bis Anfang des Jahres und sogar intern bis Ende letzten Jahres zurück. So berichteten Crytek UKs Mitarbeiter vom Ausbleiben sogenannter Bonuszahlungen, wodurch sie stutzig wurden. Es heißt sogar, Cryteks Führungsetage habe Gamestar extra darum gebeten, den Plus-Artikel erst nach der enorm wichtigen Electronic Entertainment Expo in Los Angeles zu veröffentlichen, um Cryteks Geschäfte nicht zu gefährden.

Nach Avni Yerlis eigener Aussage, die er gegenüber Gamestar machte, müssten mittlerweile eigentlich wieder finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, die zumindest das operative Geschäft aufrechterhalten. Dem scheint wohl nicht so. Die Frage lautet nun also, wann das Unternehmen endlich an die Öffentlichkeit geht, um Klarheit zu schaffen.