Mit Wahrhead, dem Standalone-AddOn zu Crysis, will Crytek alles größer und besser machen. Erreichen will man dies mit einem psychotischen Haudrauf-Protagonisten und jeder Menge bombastischer Explosionen.

Schwächen wie der konturenlose Held Nomad aus dem Vorgänger, zu hohe Hardware-Anforderungen oder die fragliche Alien-KI sollen ab diesen Herbst der Vergangenheit angehören. Wir haben uns den potentiellen Actionhit auf der GC angeschaut und wollen euch unsere Eindrücke natürlich nicht vorenthalten.

Crysis: Warhead - GC 08 TrailerEin weiteres Video

Neuer PC gefällig?

Laut Wikipedia versteht man unter Reizüberflutung „Situationen unter Überforderung an Reizen, welche der Mensch nicht mehr richtig verarbeiten kann. Von den 'klassischen' Reizen […] sind besonders die akustische und optische Wahrnehmung der Auslöser für eine Reizüberflutung.“

Crysis: Warhead - Die GC in der Krise

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Ob solche Prachtgrafik wirklich auf 400-Euro-PCs läuft?
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Crysis Warhead wird euch in zahlreichen Situationen an die Grenzen einer solchen Reizüberflutung bringen. Was hier teilweise an Action-Feuerwerken abgeliefert wird, lässt jeden Gamer mit offenem Mund zurück. Was bringt jedoch eine fast fotorealistische Grafik mit den Über-Effekten schlechthin, wenn niemand es zocken kann? Die Hardwareanforderungen für Crysis waren hoch und haben wohl viele Spieler von einem Kauf abgeschreckt.

Für Warhead hat das hierfür verpflichtete ungarische Entwicklerteam die CryEngine 2.0 optimiert, und nun soll der Titel angeblich bereits auf einem 400-Euro-PC in hoher Auflösung absolut flüssig laufen. Ob sich das tatsächlich bewahrheitet, wird sich wohl erst mit einem Technik-Check abklären lassen. Die Grafik bleibt jedenfalls auf dem gleich hohen Niveau wie bei Crysis, wobei sich jedoch die Anzahl der gleichzeitig sichtbaren Effekte auf dem Bildschirm spürbar erhöht hat - ein Grafikbrett sondergleichen.

Packshot zu Crysis: WarheadCrysis: WarheadErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Der tiefgründige Psychopath

Was die Story und das Szenario angeht, bietet Warhead alten Crysis-Veteranen nicht allzu viel Neues. Das Standalone-Addon erzählt eine Parallelgeschichte zu den Geschehnissen des Vorgängers. Crysis-Spieler werden sich vermutlich noch an den durchgeknallten Squad-Kollegen Sergeant „Psycho“ Sykes erinnern – einer der beliebtesten Charaktere aus dem Originalspiel.

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Die Geschichte von Warhead spielt parallel zu der von Crysis.
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Die Wege von Nomad und Psycho trennten sich, nachdem der grimmige Sergeant von der Zentrale abkommandiert wurde. Die zwei treffen sich erst zum finalen Showdown auf dem Flugzeugträger wieder, wo sich Nomad mit dem Alienschiff anlegt. In Warhead erfahrt ihr nun, was der draufgängerische Psycho mit Kim Jong Ils Truppen in seiner Abwesenheit so alles anstellt und was die Aliens dabei zu sagen haben.

Mit der Wahl des markigen Psycho als Protagonisten reagieren die Entwickler auf die Kritik bezüglich Nomad aus dem Originalspiel, der von vielen als maulfaul und profilschwach bezeichnet wurde. Weiter sollen die Spieler durch eine straffere und action-reichere Inszenierung überzeugt werden.

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Keine Frage: Auch Warhead hat wieder ordentlich Wumms.
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Unter Umständen eine bitter nötige Verbesserung, denn der Spannungsbogen wird schwer zu halten sein – vielen dürfte das Ende der Geschichte ja bereits bekannt sein. Vergleichbare Projekte wie Half Life: Blue Shift haben gezeigt, dass so etwas auch in die Hose gehen kann. Bleibt zu hoffen, dass das Drehbuch der professionellen Autorin Susan O´Connor – bereits für „Bioshock“ zuständig – packend ins Spiel integriert werden kann.

Action-Blasen und clevere Aliens

Auch im Gameplay-Bereich hat sich das ungarische Entwicklerteam die Kritik zu Herzen genommen und einige Neuerungen eingeführt. Standen dem Spieler in Crysis durchschnittlich acht bis zehn Gegner gegenüber, kann in Warhead mit bis zu 40 Widersachern gleichzeitig gerechnet werden. Crysis-Veteranen dürfte dazu allerdings negativ auffallen, dass kaum neue Gegnertypen hinzugekommen sind. Außerdem stehen einem in etlichen brenzligen Situationen mehr Kameraden zur Seite. Allem Anschein nach setzen die Entwickler verstärkt auf Gruppendynamik.

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Action-Bubbles sorgen für mehr Handlungsfreiheit.
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Auf einen weiteren Kritikpunkt, das zu lineare und abwechslungsarme Gameplay, reagiert Crytek mit dem Prinzip der „Action-Bubbles“. Abseits des Level-Hauptstrangs sollen sich solche „Aktionsblasen“ befinden, in denen ihr frei agieren könnt. An einem dieser optionalen Orte gilt es, einen Bordmechaniker zu verteidigen, der mit der Reparatur eines Senkrechtstarters beschäftigt ist. Gelingt dies, erhält der Spieler im späteren Verlauf des Spiels Luftunterstützung. Warhead soll also weniger linear sein als Crysis und euch mehr Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Schneller, schöner, emotionaler: Warhead soll das bessere Crysis werden. Das Vorhaben scheint zu gelingen.Ausblick lesen

Dem Spieler bleibt dabei kaum Zeit zum Ausruhen. Ständig kracht und brummt es irgendwo. Damit ihr da auch schön mitmischen könnt, stehen euch vier neue Waffen zur Auswahl, darunter Maschinenpistolen, die auch im Dual Wield-Style getragen werden können, oder ein imposanter Granatwerfer. Weiter wurden auch drei Fahrzeuge hinzugefügt, darunter ein Hovercraft und ein Truppentransporter. Bei der Nanosuit hat sich nichts getan. Da Psycho jedoch gechillter rumläuft als Nomad, wird die Speed-Funktion des Anzugs wohl öfters eingesetzt werden.

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Zwei linke Hände? Von wegen! Psycho ballert im Quadrat.
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Jeder Crysis-Spieler erinnert sich an die relativ beschränkten Aliens, die gerne mal Suizidaktionen durchführten. Auch hier soll sich die Lage gebessert haben: Die Außerirdischen holen nun dank aufgepeppter KI auch mal Verstärkung oder schneiden euch den Weg ab. Angekündigt ist zudem eine neue Mehrspielerplattform namens „Crysis Wars“ mit 21 Karten, wovon (nur?) sieben neu sind. Implementiert werden auch neue Spielmodi. Was jedoch genau dahinter steckt, ist noch ungewiss.