Es regnet, das kühle Nass tropft an der Silhouette eines Menschen ab. Langsam kommt eine Struktur zum Vorschein: silbern glänzend, mit Nano-Partikeln zu einer Panzerung verwoben, die selbst Kugeln abhält. Es ist der Nano-Suit 4.0. Sein Träger heißt Prophet, ist Elite-Soldat, coole Sau, hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und brennt auf Rache. Sein Ziel ist eine Basis der Alienrasse Ceph.

Die Kerle haben vor 20 Jahren New York angegriffen, machen es sich jetzt hier mitten in Manhattan gemütlich. In einer Art ... Dschungel? Nun, das müssen wir wohl erklären: Wer „Crysis 2“ gespielt hat, weiß, dass der mächtige High-Tech-Konzern Cell Corporation alles versucht hat, um sich den Nano-Suit unter den Nagel zu reißen. Das ist fehlgeschlagen und so versuchen sie Plan B. Der CEO von Cell baut für die Aliens einen gigantischen Nano Dome. Eine Art Nano-Gewebe in Form eines Stadions, worunter die Aliens wunderbar vor sich hinleben sollen und ihre Pflanzen wachsen und gedeihen.

Der PR-Manager von Cell verkauft das Ganze als Quarantänezone für Aliens. So nach dem Motto: Macht euch keine Sorgen, die tun nichts, die sind froh in diesem kleinen Areal eingesperrt zu sein. Nur gucken, nicht anfassen!

Crysis 3 - Enthüllt: Aliens bauen einen Regenwald...in New York

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David gegen Goliath. Bogen gegen Alien im Stahlmantel. Wer wird wohl siegen?
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Out of Control

Natürlich gerät das Projekt außer Kontrolle, nutzen die Aliens die Gunst der Stunde, lassen ihre Alien-Pflanzen gedeihen und schaffen sich so genug Energieressourcen für ihre Technologie. Die will ihnen Cell abknüpfen und so die Welt beherrschen. Ja, die Welt beherrschen. Immer gut, hatten wir auch schon öfter vor. Wie die Geschichte sich entfaltet, will Crytek freilich noch geheim halten, wir wissen nur, dass Prophet auf Rachefeldzug ist.

„Er hat viele Freunde verloren – durch die Hand der Aliens, aber auch durch die Waffen von Cells Söldnerarmee“ erklärt Cryteks Director of Creative Development Rasmus Hoejengaard. Prophets Job wird es sein, die Verschwörung aufzudecken, Beweise zu finden für die Quasi-Zusammenarbeit zwischen den Aliens und der Cell Corporation. Und damit rein in die erste Mission, die gleich mal zeigt, wo der spielerische Hammer hängt und wie taktisch sich das hier anfühlen soll.

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Unser Ziel ist ein Stützpunkt der Ceph-Alienarmee, der mitten im ehemaligen Chinatown liegt. Wo früher Stäbchen geschwungen wurden, ranken jetzt nur noch Farne und schlingen sich Pflanzen um verrostete Werbeschildchen von Restaurants. Wir stehen als Prophet im zweiten Stock eines weitestgehend zerstörten Hauses und blicken auf das Missionsziel hinunter. Unten tummeln sich zig Aliens, die gerade eine ganze Einheit Cell-Söldner auseinander nimmt.

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Der Hightech-Bogen ist erstaunlich groß, wirkt mit zwei Händen geführt durch seine enorme Spannweite fast so martialisch wie eine Gatling.
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Im Zoom mit dem Fernglas sehen wir, wie einer der glitschigen Außerirdischen einen Menschen hochhebt, begutachtet und dann so belanglos mit seinen Klingen durchsticht wie die Spartaner die Überlebenden der griechischen Schlachtplatte „300“. Hier reinzustürmen wäre in etwa so clever wie sich gegen Xerxes Horden zu stellen, und so wählt der Präsentator lieber den „stealthy way“. Er aktiviert den Unsichtbarkeitsmodus, schleicht an das erste Alien ran und schlitzt ihm von Hinten die Kehle auf. Bam, erster weg.

Dann kurz das dichte Gestrüpp nutzen, Energie aufladen, wieder in den Unsichtbarkeitsmodus wechseln und den neuen Bogen ausprobieren. Der „Composite Combound Bow“ ist nicht gerade eine Indianer-Waffe wie in „Assassin`s Creed 3“, sondern ein Hightech-Werkzeug des Todes. Rasmus lädt es kurzerhand mit Stahlpfeilen und tötet ein Alien nach dem anderen. Doch Obacht, der Sniper schaut zu: Denn dummerweise haben wir die Gegend nicht ausreichend gescannt und einen Scharfschützen übersehen, der uns direkt aufs Korn nimmt.

Steile Grafik, taktische Spielmechanik und eine Design-Hochzeit zwischen Crysis 1 und 2.Ausblick lesen

„Theoretisch hätten wir ihn auch umschleichen, eine kleine Treppe nach oben finden und ihn töten können“, erklärt der Chefdesigner. Spielerische Freiheit wird genau wie in „Crysis 2“ also wieder groß geschrieben. Als Belohnung hätten wir uns dann seine Alien-Über-Duper-Sniper schnappen können, das eröffnet freilich ganz neue Angriffs-Wege.

Wir haben doch keine Zeit

Da auf EAs Showcase-Event aber gut 200 Journalisten die erste Ladung „Crysis 3“ präsentiert bekommen wollen, zeigt uns der Creative Director leider nur eine Möglichkeit die Mission durchzuspielen. Erst schleichen, hinterrücks Aliens mit dem Kampfmesser meucheln wie Sam Fisher in seinen besten Tagen und dann die großen Wummen rausholen: Die Typhoon beispielsweise, ein Sturmgewehr mit 500 Schuss pro Minute. Quasi eine sehr leichte, recht kleine Gatling, absolut tödliches Biest.

Und dringend notwendig, denn die Aliens rüsten auf und schicken uns kleine Devastator-Drohnen auf den Hals, die unseren Nano-Suit ruck zuck kurzschließen. Keine Energie, heißt keinen erhöhten Sprung – und Schlagkraft, keine Panzerung gegen Kugeln und kein Unsichtbarkeitsmodus. Es ist also schnell klar, dass die lästigen Dinger als erstes dran glauben müssen. Schließlich werden wir von den extrem aggressiv vorgehenden Aliens gerade von allen Seiten beschossen.

Rechts taucht eine Art Mech auf, jagt uns Raketen und Gatling-Feuer entgegen und mittig wühlt sich eine Art Stahlwurm, der Scorcher, durch den Boden, schießt aus dem Erdreich und schon beginnt die Grillparty. An dem Ding stecken zwei Flammenwerfer-ähnliche Waffen, damit heizt er uns ganz schön ein. Da helfen nur gezielte Schüsse mit dem Bogen, der natürlich auch noch die ein oder andere Nettigkeit auf Lager hat.

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Die Deppen von Cell haben den Aliens ein Paradies für ihre Pflanzenkultur geschaffen. Das wird sich schon bald rächen.
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Bogen mit Boom-Faktor

So können wir den Hightech-Bogen auf Knopfdruck jederzeit der entsprechenden Kampfsituation anpassen: Kämpfen wir gegen menschliche US-Soldaten, die wir unter Umständen nicht direkt töten wollen, tut es ein Elektro-Pfeil.

Für den direkten Kopfschuss bieten sich Stahlgeschosse an, und wenn es etwas mit mehr Feuer im Ofen sein soll, setzt ihr Pfeile ein, die Haftminen verschießen (die bei Feindkontakt explodieren) oder feuert direkt mit einer Art Granate los. So ein Bogen lässt sich natürlich schneller spannen als ein Granatwerfer laden, ergo ist die Schussgeschwindigkeit erstaunlich hoch und der Scorcher-Zwischenboss bald Geschichte.

Warum immer selbst abdrücken?

Sind die ersten Gegnerattacken überstanden, werden wir mit einem wahnsinnig tollen Blick auf den Nano-Dome belohnt. Das ist schon faszinierend, weil sich quasi eine blaue Kuppel mit grünen Lichtern über Manhattan erstreckt. So wird das Appartement, durch das wir jetzt laufen, auch nicht durch Mondlicht, sondern die gigantischen Scheinwerferanlagen des New Yorker Liberty City Dome angestrahlt. Schon cool, wie Crytek mit Schatteneffekten spielt, ganz normale Grunts, also die Standard-Schergen als Riesen an die Wand wirft.

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Von der überwucherten Freiheitsstatue „snipen“? Warum nicht!
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Generell gibt die CryEngine 3 natürlich Vollgas: Licht-, Schatten- und Raucheffekte sind klasse. Was uns aber komplett umgehauen hat, ist die maximale Detailschärfe der Waffen. Lädt Prophet beispielsweise seine Typhoon durch, sind klar die Schweißnähte der Waffe zu erkennen, der Waffenfabrikant, aber auch so Kleinigkeiten wie der Sicherungshebel. Well done, Crytek!

Äh achso, es gibt ja noch mehr zu tun. Da wollten wir gerade zum Abschluss-Credo blasen, reicht General Sight, unser Kontaktmann, einen neuen Job ein. Wir sollen möglichst unbemerkt die Alienbasis infiltrieren. „Unbemerkt“ lässt sich quasi auf mehrere Arten auslegen, Crytek will allerdings zeigen, wie das Hacken per Bogen funktioniert. Dazu verschießen wir einen Bogen auf die Selbstschussanlage, die interessanterweise Cerberus Heavy Plasma Cannon heißt (hat da einer zu viel Mass Effect gespielt oder gibt es gar eine Kooperation wie zwischen „Kingdoms of Amalur“ und „ME3“?) und müssen in einem simplen Minispielchen die Kanone umprogrammieren.

Die ballert fortan auf alles was sich bewegt, tötet jede Menge Aliens, sorgt für Chaos, Verwirrung und explodierende Kanister all überall. Wir schaffen es letztlich in die Alienbasis, wo eine Raketenabschussbasis errichtet wurde. Wie kommt die denn hierher? Ist das Ding von Cell? Fragen über Fragen und dann umzingeln uns Ceph Pinger, jene Mechs auf zwei Beinen, die ein bisschen an „Metal Gear Solid 4“ erinnern. Schwarzblende...