




Mensch, Crytek, ihr habt doch alles: die unverschämt detailreichen Texturen, die Gesichtsanimationen, die vielen Kleinigkeiten. Warum kriegt ihr damit nur leichenblasse Charakterhüllen auf die Reihe? Einzig der Hacker Gould verdient Sympathie, weil er Verletzlichkeit und Unsicherheit zeigt, hinkt und nicht in die Übertyp-Schablone passt. Der Rest ist eher ein Griff in die Shooter-Mottenkiste. Lob gebührt den Grafikkünstlern, die für all die detaillierten Gesichter verantwortlich sind und den Big Apple als vollgesabberten Griebsch in einem höllischen Schlund versinken lassen. Dahinter steckt viel Kraft, viel Dynamik.
Im Gegensatz zu den Drehbuchschreibern, die mir erzählerisch kaum Motivation geben, das auch durchzustehen. Ist aber nicht so schlimm, wenn man als Superanzug mit Beinen mehr Bewegungsfreiheit genießt als in den meisten anderen Shootern auf dem Markt. Wenn man sich seine eigene Route durch aus den Fugen geratene Büros, Straßen und U-Bahnschächte suchen kann. Wenn man bemerkt, dass selbst der zweite und dritte Versuch an einer Szene anders verlaufen kann.
Das sind die großen Stärken, von denen „Crysis 2“ lebt, die es über den 08/15-Lulli-Schienen-Shooter erheben. Mitsamt der meist fuchsigen künstlichen Intelligenz von Mensch und Alien entsteht ein angenehm zermürbender, etwa acht bis zehn Stunden langer, effektverliebter Zundermarathon, der trotzdem besser hätte sein können. Wenn sich das Gegnerverhalten vergreift, dann gleich in den Idiotentrog: Sie rennen sich an Objekten fest, werden zur Geißel des Clippings oder stehen bei direktem Beschuss stramm wie Trottel.
Konsolenspieler müssen Pop-up-Stotterei ertragen und mit herben Rucklern leben - wer also die Wahl hat… Egal. Trotz beschnittenen Nanosuits hatte ich richtig viel Spaß in New York. Es gibt frechere Shooter, kreativere und vor allem besser erzählte - aber nicht viele, die trotz aller Macken Stil haben.
Ach ja, wer tatsächlich auf Xbox 360 oder PS3 spielt, darf die güldene Zahl oben ausschneiden, die 7 durch eine Ziffer kleiner als 3 ersetzen und trotzdem Spaß haben.
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Auf dem PC eine Augenweide, gestalterisch und technisch. NYC kann sich genauso sehen lassen wie die detaillierten Gesichter, die Kleidung und der Rest. Hinzu kommen herrliche Effekte im Kampf. Seiner Zeit nicht so weit voraus wie der Vorgänger und Konsolenspieler müssen überall Abstriche machen - vor allem bei der Framerate.
Es kracht vorzüglich, vor allem die Waffensounds (tragbares Geschütz) sind der Hammer. Die deutschen Sprecher machen, bis auf wenige Ausnahmen, kaum Fehler.
Räumlich offener als so viele andere Shooter, aber weit vom ersten Teil entfernt. Trotz beschnittenen Nanosuits lädt Crysis 2 zum Experimentieren ein und macht auch beim zweiten Mal Spaß. Die KI ist unterm Strich clever, zeigt aber so einige Fehltritte. Hätte nicht sein müssen.
Sechs Modi, zwölf Maps, für bis zu 16 Spieler. Unheimlich viel freizuspielen, aufzurüsten und zu bewundern. Hinzu kommen Ränge, Clan-Funktionen und so weiter. Ein gutes Paket.
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