Räuber und Gendarm oder Cowboy und Indianer sind Spiele, die man nicht nur aus der Kindheit kennt, sondern die auch in der Gesellschaft anerkannt werden. Nicht so bei – auf dem gleichen Prinzip basierenden – Computerspielen. Kein Grund für uns, diese Spiele nicht anzuschauen und auch Spaß mit ihnen zu haben. Daher haben wir uns nun in die Beta des MMO-Shooters Crossfire Europe gestürzt und gemeinsam mit anderen Spielern Bomben gelegt, Mitspieler eliminiert und Geister gejagt.

Crossfire Europe - Trailer

Wer das Kultspiel Counter-Strike kennt, der wird sich auch im MMO Crossfire Europe von SG Interactive und Neowiz Games pudelwohl fühlen, zumindest, wenn er das erste Counter-Strike noch für aktuell hält. Denn, bevor wir näher auf die Spielinhalte eingehen, möchten wir eines klar stellen: Crossfire Europe ist alles andere als eine Schönheit. 2007 erschienen, macht das Spiel grafisch eher den Eindruck, als stamme es noch aus der Zeit kurz vor der Jahrtausendwende. Wer sich damit anfreunden kann und wenig Wert auf Optik legt, der darf nun weiterlesen.

Eine nervige Hürde müsst ihr bereits zu Beginn meistern: Gebt ihr eure Login-Daten falsch ein, habt ihr keine Chance auf einen zweiten Versuch. Das Spiel kickt euch unweigerlich zurück auf den Desktop. Wohl dem, der sich nie vertippt. Im Spiel kämpfen zwei Parteien gegeneinander, die Global Risk und die Black List. Natürlich entscheidet ihr euch für eine der beiden Fraktionen. Ihr erstellt euch einen Charakter und gebt diesem einen Namen.

Nachdem ihr euch für eine Lobby entschieden habt und hier die verschiedenen Spiele seht, dürft ihr euren Helden noch ausrüsten. Habt ihr schon Waffen erworben oder erspielt, findet ihr diese in eurem "Storage". Daneben ist auch gleich der Button für den Item Shop, in dem ihr gegen Geld Waffen kaufen dürft.

Crossfire Europe - Das Auge spielt nicht mit

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Nur im Team kommt ihr in Crossfire Europa ans Ziel.
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Das Spiel wartet mit den altbekannten Modi Team Deathmatch, Elimination, Search & Destroy, Free-for-all-Deathmatch sowie den eher ungewöhnlichen Modi Ghost Mode, Mutation Mode und Escape auf. In der europäischen Version müsst ihr auf den aus der internationalen Version bekannten Zombie-Modus verzichten. Team-Deathmatch und Deathmatch läuft wie gewohnt ab. Ihr kämpft gegen eure Gegner, bis die Zeit abgelaufen ist oder ihr eine vorgegebene Anzahl an Kills erreicht habt. Elimination läuft ähnlich ab, hier gilt es, alle Mitglieder des feindlichen Teams auszuschalten.

In Search & Destroy müsst ihr unter Zeitdruck Bomben platzieren. Im Ghost Modus ist eine Partei unsichtbar, solange sich die Spieler nicht bewegen, und wird von den anderen gejagt. Die "Geister" dürfen dabei nur Nahkampfwaffen benutzen. Im Mutation Mode sind einige Spieler mit einem Virus infiziert und verwandeln sich innerhalb kurzer Zeit in superstarke Mutanten, die von den anderen Spielern ausgeschaltet werden müssen. In Escape versucht ein Team durch ein Portal zu entkommen, während die andere Mannschaft sie aufhalten muss.

Crossfire Europe - Das Auge spielt nicht mit

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Scharfschützen gehören einfach in jeden Online-Shooter.
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An abwechslungsreichen Modi herrscht also kein Mangel. Die knapp 10 Maps sind ebenfalls gut gestaltet, bieten verwinkelte Gänge, in denen Hinterhalte möglich sind, und auch gut platzierte Orte für Scharfschützen sowie genug Deckung, um sich spannende Feuergefechte zu liefern. Die Kämpfe laufen dabei sehr rasant ab und Teamplay ist oberste Pflicht, es sei denn, man spielt den Free-for-All-Modus. Allerdings ist nicht jeder Spielmodus auf jeder Karte möglich. Die Maps sind für die einzelnen Modi angepasst, sodass etwa ein Ghost-Modus keinen oder nur wenig Sinn auf einer Team-Deathmatch-Karte machen würde.

Jetzt geht's shoppen!

Ganz besonders wichtig in Crossfire Europe sind die Waffen. Diese könnt ihr euch im Ingame Shop mit sogenannten GPs kaufen. Gleich zu Beginn stehen euch 50.000 GP zur Verfügung, die ihr im Shop verballern dürft. Allerdings könnt ihr nicht einfach jede beliebige Waffe auswählen und so als Grünschnabel mit einer Bazooka durch die Gegend rennen. Jede Waffe setzt einen gewissen Rang voraus, den ihr euch erst durch gutes Abschneiden in den Matches erarbeiten müsst. Auf diese Weise steigt die Motivation, gute Leistungen im Spiel zu erzielen, deutlich an.

Wäre die Grafik nicht so unterirdisch, würden sicher viele Multiplayer-Shooter-Fans Crossfire Europe spielen, denn die Spielmechanik stimmt.Fazit lesen

Mit jedem neu erworbenen Rang freut man sich regelrecht, im Shop nach besseren Waffen stöbern zu können – was natürlich auch den Entwickler freut, denn dann geben die Spieler Geld aus. Ein wenig fies ist der Umstand, dass ihr besondere Waffen nicht permanent kaufen, sondern nur für eine gewisse Zeit nutzen dürft. Dies hat nicht nur den Effekt, dass sich irgendwann das ausgegebene Geld in Rauch auflöst, man steht zudem unter Zeitdruck, in den wenigen Tagen, die man die Waffe nutzen kann, so viel wie möglich zu spielen.

Aber keine Angst, auch während der Kämpfe könnt ihr Waffen aufsammeln und für die Dauer des Spiels nutzen. Übrigens könnt ihr GP auch im Spiel verdienen, als Belohnung für gute Leistungen. Hier jedoch einen großen Betrag anzusammeln, dauert mitunter recht lange.

Zu kaufen gibt es nicht nur Waffen, sondern auch Sonder-Items wie Granaten oder Spraydosen. Sogar euer Aussehen dürft ihr mittels Outfits wie beispielsweise Hüten verändern. Abhängig von der Jahreszeit findet ihr dann hier auch besondere Kleidung, wie Kürbisköpfe oder Weihnachtsmützen. All dies kostet Geld und ist nur für eine bestimmte Zeit – genau wie die Waffen – nutzbar. Wer's braucht...

Crossfire Europe - Das Auge spielt nicht mit

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Auch Nahkämpfe sind in Crossfire Europe möglich - aber gefährlich.
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Generell scheint der Entwickler sehr erpicht darauf zu sein, dass Spieler möglichst viel und lange in Crossfire Europe unterwegs sind. Das zeigen schon die vielen Events, in denen man belohnt wird, je länger man spielt. Das fördert wiederum den Zusammenhalt im Clan und davon gibt es im Spiel schon recht viele. Kein Wunder, denn im Team kann man sehr viel erreichen und genau dann macht Crossfire Europe auch richtig Spaß.

Größter Kritikpunkt von Crossfire ist die schon eingangs erwähnte Grafik. Absolut nicht mehr zeitgemäß mit Texturen, die einem teilweise die Tränen in die Augen treiben, richtet sich das Spiel nicht an Grafik-Fetischisten. Dafür ist es extrem schnell. Hin und wieder hatten wir mit Verbindungsproblemen zu kämpfen, die wir jetzt mal auf die Betaphase schieben. Von den aus der internationalen Version beschrieenen Ping-Problemen dagegen spürten wir während unseres Tests nichts.

Die internationale Version hat leider auch sehr mit Cheatern und Hackern zu kämpfen, was auch in der europäischen Fassung passieren könnte. Noch haben wir davon nichts bemerkt. Jedoch könnten viele Cheater dazu führen, dass sich Crossfire Europe zu einem unspielbaren Titel entwickelt. Denn gerade bei solchen Online-Shootern steht Fairness und Teamplay ganz oben auf der Wichtigkeits-Skala.