Crazy Machines (PC-Test)
(von Jörg Pitschmann)

Daß Braunschweig an biederer Langeweile bestenfalls mit Bielefeld vergleichbar ist, dürfte jeder bestätigen, der die Stadt an der Oker einmal besucht hat. Dennoch gedeihen selbst dort, im ehemaligen Zonenrandgebiet Niedersachsens, kleine Perlen der

Unterhaltungssoftware-Branche. Die Spieleschmiede Fakt Software nämlich stammt aus der Niedersachsen-Metropole. Die findigen Jungs des kleinen braunschweiger Entwicklerstudios brachten vor einem Jahr mit »Crazy Machines« ein kniffliges Denkspiel mit einer hervorragend simulierten

Physikengine auf den Markt, das bei so manchem Rätselfreak für einen rauchenden Kopf sorgte.

Pünktlich zum Beginn der kalten Jahreszeit haben die Mannen jetzt nachgelegt und mit »Crazy Machines - neue Herausforderungen« ein Update geliefert, das dem Vorgänger in nichts nachsteht. Aber lohnt sich die Anschaffung auch für Besitzer der Vorversion? Ein Test brachte Klarheit.

Mauerblümchen
Man könnte meinen, daß in Zeiten von Grafik-Überhammern wie »Doom III« oder Komplexitätsmonstern à la »Sims 2« Spiele mit einfachen Konzepten und unspektakulärer Grafik keinen Erfolg haben. Daß dem nicht so ist, hat uns Fakt Software mit seinem Erstlingswerk »Crazy Machines« anschaulich bewiesen. Das Prinzip der kniffligen Tüftelei war so simpel wie genial: man konstruierte und arrangierte mit Hilfe vorgegebener Elemente eine physikalische Versuchsanordnung so, daß sie eine Aufgabe erfüllen konnte. Mit anderen Worten: kein Sex und keine Gewalt, aber trotzdem viel

Spaß. So mußte beispielsweise ein Ball auf seinem Weg von oben nach unten Kisten in einen Trichter befördern. Um die Aufgabe erfolgreich abschließen zu können, gab es allerdings nur einen möglichen Lösungsweg. Die zur Verfügung stehenden Elemente für den Versuchsaufbau waren dabei genauso vorgegeben, wie das pixelgenaue Positionieren der einzelnen Elemente. Vertat man sich dabei, klappte das Experiment nicht mehr.

So simpel diese Inhaltsbeschreibung klingt, so anspruchsvoll war sie umgesetzt. Die Qualität des Titels lag nämlich in einer präzisen Simulation sowie der überaus gelungenen Physikengine. Außerdem war durch immer neue Aufgabenstellungen der Motivationsfaktor sehr hoch, und der berühmte »nur noch den nächsten Level, dann ist Schluß«-Effekt sorgte für einigen Schlafmangel. Hinzu kam der Charme der liebevollen Präsentation, was folgerichtig dazu führte, daß »Crazy Machines« seinerzeit zurecht einen Gamona-Award einheimste.

Crazy Machines - Neue Herausforderungen - Zum Verrücktwerden: Maschinchen im Selbstbau für den Logikhunger zwischendurch

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Die Schwachstellen waren allerdings auch nicht von Pappe. Das schon angesprochene pixelgenaue Positionieren erwies sich mehr als einmal als echter Tischkantenbeißer. Auch der heftige Schwierigkeitsgrad und die mangelhafte Hilfefunktion ließen schnell Frust aufkommen. Zumindest dann, wenn sich das physikalische Verständnis des Spielers auf das Betätigen eines Feuerzeugs beschränkte, um sich die nächste Kippe anzuzünden. Und die wiederholt auftretenden, nervigen Kommentare des virtuellen Professors, der als Aufgabensteller fungierte, konnten den durchschnittlich begabten Spieler an den Rand des Akademikermords treiben.Fehlerkorrektur
Diese Spaßbremsen haben sich mit den neuen Herausforderungen der »Crazy Machines« weitgehend erledigt. So ist es meist nicht mehr notwendig, Elemente pixelgenau zu positionieren, damit sie funktionieren. Natürlich ist ein sorgfältiges Arbeiten nach wie vor notwendig. Aber das nervige millimeterweise Verschieben von Elementen auf dem Bildschirm, das die Spielfreude des Vorgängers zeitweise in den Keller versenkte, gehört zum Glück der Vergangenheit an.

Packshot zu Crazy Machines - Neue HerausforderungenCrazy Machines - Neue HerausforderungenErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Zwar sind die Rätsel immer noch hammerhart, doch gibt es jetzt mehrere Lösungswege. Auch die zur Verfügung stehenden Werkzeugeund Elemente müssen nicht komplett aufgebraucht werden. Je nachdem, wie man eine Aufgabe bewältigt, bleiben am Ende gelegentlich Teile übrig. Und da hier nicht der Weg entscheidend ist, wie man zum Beispiel eine Kerze zum Brennen bringt, sondern daß sie am Ende in Flammen steht, lohnt es sich auch, verschiedene Herangehensweisen auszuprobieren.

Ein nettes Zusatzfeature ist auch die Möglichkeit, sich nach dem erfolgreichen Absolvieren einer Aufgabe den Lösungsweg anzeigen zu lassen, den die Leveldesigner vorgesehen hatten. Das sorgt für zufriedenes Schulterklopfen, wenn man feststellt, daß der eigene Entwurf viel einfacher war als derjenige des Levelerbauers. Oder auch für ungläubiges Kopfschütteln, wenn die eigene Lösung nur unter schwierigster Absonderung von Denkerschweiß zustande kam, obwohl es eigentlich ganz einfach hätte sein können...

Auch der hospitalistische Professor hat dazugelernt, denn seine

Kommentare sind deutlich sparsamer geworden. Außerdem kann man sie natürlich komplett abschalten, was die Situation weiter entspannt. Die nette Idee des Vorgängers, alternativ zur mitgelieferten Dudelmucke eigene CDs während des Spielens hören zu können, wurde glücklicherweise übernommen, so daß einer angenehmen Beschallung während des Knobelns nichts im Wege steht.

Laboranalyse
Wie schon aus dem Vorgänger bekannt, hat man auch in den neuen Herausforderungen die Möglichkeit, eigene Laboranordnungen zu erstellen und die Eigenkompositionen dann seinen Freunden - oder Feinden, je nachdem - zugänglich zu machen. Besonders lustig sind hierbei natürlich die beliebten "Von-hinten-durch-die-Brust-ins-Auge"-Rätsel, die den Einsatz abstruser Gerätschaften erfordern, um ein gewünschtes Resultat zu erzielen. So kann man beispielsweise mit einer fallenden Billardkugel einen Schalter betätigen, der wiederum einen Handsauger am

Crazy Machines - Neue Herausforderungen - Zum Verrücktwerden: Maschinchen im Selbstbau für den Logikhunger zwischendurch

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oberen Rand des Versuchsfeldes in Betrieb nimmt, welcher einen Zeppelin in die Höhe zieht - dem kreativen Denken der Rätselfans ist schier keine Grenze gesetzt. Und um den Knobelfaktor noch zu erhöhen, kann man jederzeit zwischen verschiedenen Schwerkraftbedingungen wechseln. Das macht sowohl Laune bei der Konstruktion eigener Versuche, als auch beim wiederholten Durchspielen bereits gelöster Levels unter anderen Schwerkraftbedingungen. Auch die Anzahl der möglichen Bauteile wurde erhöht, so daß dem Hobbytüftler nunmehr über 70 oberen Rand des Versuchsfeldes in Betrieb nimmt, welcher einen Zeppelin in die Höhe zieht - dem kreativen Denken der Rätselfans ist schier keine Grenze gesetzt. Und um den Knobelfaktor noch zu erhöhen, kann man jederzeit zwischen verschiedenen Schwerkraftbedingungen wechseln. Das macht sowohl Laune bei der Konstruktion eigener Versuche, als auch beim wiederholten Durchspielen bereits gelöster Levels unter anderen Schwerkraftbedingungen. Auch die Anzahl der möglichen Bauteile wurde erhöht, so daß dem Hobbytüftler nunmehr über 70Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:
+ superkorrekte Physiksimulation + hoher Lerneffekt + absolut friedlich

Cons:
- Nix für actionorientierte Zocker - Mangelndes HilfesystemPro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:
+ superkorrekte Physiksimulation + hoher Lerneffekt + absolut friedlich

Cons:
- Nix für actionorientierte Zocker - Mangelndes Hilfesystem