Crash Tag Team Racing (PS2-Review)
von Nedzad Hurabasic

Der flinke Crash hat es also wieder einmal geschafft auf die PlayStation 2 zurückzukehren. Diesmal rückt das Jump 'n Run-Gameplay jedoch in »Crash Tag Team Racing« (CTTR) zugunsten rasanter Rennspielchen in den Hintergrund, ist aber

trotzdem eines der Hauptbestandteile des Spiels. Klingt widersprüchlich? Ist es aber nicht. Zum dritten Mal in der mittlerweile langjährigen Geschichte des kleinen Hüpfers, hat Entwickler Radical Entertainment den Fokus des

Spielgeschehens auf die Rennpiste verlegt. Zuvor war Crash schon mit »Crash Team Racing« und »Crash Nitro Cart« ins Rennen geschickt worden.

Eine Cutszene schafft den Storyeinstieg. Ein Roboter namens Ebeneezer Von Clutch wird als der Besitzer des Themeparks Motorworld vorgestellt. Dummerweise hat er seine "Power Kristalle" verloren, die ihm unheimlich wichtig sind und für die er sogar seinen geliebten Vergnügungspark abgeben würde. Da er dazu Hilfe benötigt, trifft es sich gut, dass Crash unversehens in die Runde hineinplatzt und sich plötzlich zu der Riege der potenziellen Retter dazu zählen darf.

Bevor diese Video-Sequenz die storytechnische Grundlage des Spiels einleitet, darf der Spieler jedoch noch einen kurzen Tutorial-Level bewältigen, in dem die simple und kinderleicht zu beherrschende Steuerung von Crash anhand von Beispielen erklärt wird. Dazu wird von einem Sprecher parallel dazu erläutert, was der Spieler zu tun hat.

Das nennt man wohl idiotensicher (oder auch kindersicher), denn zusätzlich gibt es schließlich auch noch schriftliche Hinweise, die keine Fragen mehr offen lassen. Nach der Cutszene geht es dann aber auch schon ans Eingemachte und unser kleiner Held betritt den Motorworld Vergnügungspark, genauer gesagt die "Midway"-Sektion davon, die dem Spieler fortan als Ausgangsbasis für seine Abenteuer und Ausflüge dient.

Insgesamt gibt es 5 Maps, von denen aber nur "Midway" zu Beginn erreichbar ist. Weitere vier Abenteuer-Welten müssen erst freigeschaltet werden, indem "Power Gems" in einen der jeweiligen Automaten gesteckt werden, die den Maps "Mystery Island", "Happily Ever Faster", "Tyrannosaurus Wrecks", "Tomb Town", und "Astro Land" zugeordnet sind und diese für den Spieler öffnen. Dass diese Gems nicht auf der Straße herumliegen, liegt auf der Hand. Also macht sich der Spieler auf die Suche danach und kann dabei so allerlei erleben, aber auch selbst jede Menge Unsinn veranstalten. In den jeweiligen Arealen treiben sich

Crash Tag Team Racing - Bruchlandung mit Crash?

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Besucher und Arbeiter rum, mit denen Gespräche geführt werden können, die aber nur selten einen Sinn ergeben. Einige NPCs (Non Player Character) vergeben jedoch Missionen, von denen es insgesamt 74 Stück gibt. Wer die Wünsche seiner Auftraggeber erfüllt, die meist in "Beschaffunsgkriminalität" ausarten, bekommt natürlich auch eine Belohnung. Das können Münzen, aber auch freigeschaltete Vehikel sein.

Packshot zu Crash Tag Team RacingCrash Tag Team RacingErschienen für GameCube, PS2, PSP und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

In der gesamten Spielwelt können Münzen aufgesammelt werden, für die Crash sich verschiedene Erweiterungen (z. B. eines von 16 verschiedenen Outfits) kaufen kann oder aber auch Power Kristalle einkaufen kann, von denen 142

zur Erfüllung des Auftrags benötigt werden. Zwar sind auch viele davon in der Umgebung versteckt, trotzdem muss ein gewisser Anteil davon bei Händlern erworben werden.

Jede Region des Parks ist einem bestimmten Thema gewidmet, wie die Titel (siehe oben) auch schon verraten. Zum Sammeln der Münzen und anderen Goodies muss aber schon einiges an Geschick aufgebracht werden, einige Sprung-Sequenzen sind durchaus nicht ohne weiteres zu schaffen und bedürfen einiger Übung oder auch Überlegung. Diese ganzen Mühen dienen aber eigentlich nur dem eigentlichen Ziel, Rennen zu fahren. Jedes Areal verfügt über einige spezielle Rennstrecken, die der speziellen Thematik imDesign angepasst sind. Jeder der 15 Parcours (drei in jedem Areal) muss dabei erst gefunden und damit freigeschaltet werden, bevor er zur Verfügung steht.

Die Rennen selbst erinnern an die berühmt-berüchtigten Mario Cart-Rennen. Verrückte Kurse, auf denen der Spieler gegen mehr oder weniger starke Konkurrenz antreten darf. Unterwegs gilt es, das eine oder andere Extra einzusammeln und gegen die Widersacher einzusetzen.

Von Dynamit bis zu raketengetriebenen Geschossen ist so ziemlich alles dabei, ein Turbo-Antrieb darf dabei natürlich ebenso wenig fehlen. Ein völlig neues Feature im Vergleich zu früheren Crash-Rennspielen ist das wohl namensgebende Clash-Feature, bei dem zwei Fahrer inklusive ihrer Vehikel zu einem Team - einem Tag-Team - zusammengefasst werden. Einer der beiden übernimmt dabei die Steuerung des Gefährts, der andere bedient derweil die Bordkanone - oder umgekehrt. Der Spieler hat dabei die Freiheit zwischen beiden Funktionen zu wählen bzw. hin undher zu schalten so oft er will, der KI-Gefährte auf Zeit übernimmt in diesem Fall den zweiten Teil der Aufgabe. Neben diesen "normalen" Rennen gibt es noch die Renn-Modi "Crashinator", "Rolling Thunder", "Fast Lap", und "Run and Gun". Während "Fast Lap" selbsterklärend ist, geht es bei "Crashinator" darum, die Strecken abzufahren und die dort positionierten Hindernisse über den Haufen zu fahren.

Bei "Rolling Thunder" muss man eine Runde lang so viele Konkurrenten wie möglich abschießen, während die KI die Steuerung des Wagens übernimmt. Die anderen Fahrer wehren sich übrigens nicht, sodass es lediglich darum geht, die immer wieder neu vor einem fahrenden Wagen abzuballern. "Run and Gun" schließlich bietet die Möglichkeit auf der Strecke herumfliegende Hindernisse per Schrotflinte aus dem Weg zu räumen, während abermals die KI das Fahren übernimmt. Für alle Rennen gibt es drei Schnelligkeitsgrade, wobei "faster" und "insane" erst freigeschaltet bzw. freigekauft werden müssen. Als Belohnung wird das Münzkonto je nach Platzierung weiter aufgefüllt. Je schneller und härter der Schwierigkeitsgrad, desto mehr Münzen werden im Erfolgsfall ausgeschüttet.

Als weitere alternative Renn-Typen sind außerdem noch die "Stunt"-und "Battle" Arenen verfügbar. Die "Stunt"-Arena ist eher unspektakulär und besteht aus einem ziemlich kleinen Feld, in dem einige Hindernisse platziert sind, über die der Spieler sein Fahrzeug lenken kann, um bei den darauf folgenden Abflügen Salti oder Drehungen zu vollziehen und dafür Punkte zu kassieren. Viele Kombinationen sind aber in den fünf Minuten Zeitlimit nicht möglich, zudem die Variationsmöglichkeit der Stunts sehr beschränkt ist. Deutlich mehr Action bietet die Battle-Zone. Mehrere Teams ballern sich hier auf kleinen Inseln so lange über den Haufen, bis das erste zehn Abschüsse zu verzeichnen hat. Dabei gilt es auch einige Power-Ups einzusacken und sich damit einen temporären Vorteil zu verschaffen. Wie gehabt übernimmt die KI den jeweils anderen Part, falls kein Kumpel dabei ist, mit dem man zocken kann.

Wie es sich für ein solch schräg/skurriles Game gehört, kann der Spieler auch verschiedene andere Features aufdecken. So gibt es z. B. fünf versteckte Chicken Challenges, 24 Wagen,fünf Strecken-Geheiminsse, 34 so genannte Die-O-Ramas, bei denen die Spielfigur auf verschiedene animierte Arten zu Tode kommen kann und andere Goodies zu entdecken. Stichwort Tod: Das Spiel ist auch in dieser Hinsicht absolut kinderfreundlich, Sterben kann die Spielfigur nämlich nicht.

Auch wenn sie abstürzt oder ihr das eine oder andere Missgeschick wiederfährt, hat dies keinerlei negative Auswirkungen. Außerdem gibt es zur Auflockerung des ohnehin absolut freien Gameplays auch bis zu acht Mini-Games.

Dazu gehören z. B. eine abgewandelte Fassung des Tontaubenschießens, bei der auf Kühe, Schweine und andere Tiere geschossen wird und die bei Treffern zu Steaks zerfallen. Ein anderes Spielchen erinnert an den Arcade-Klassiker Missile Command, in diesem Fall müssen die acht Basen allerdings gegen Affen verteidigt werden, die an Fallschirmen zur Erde segeln und mit Dynamit um sich werfen. Köstlich!Auch wenn das Spielgeschehen von Crash Tag Team Racing wirklich abwechslunsgreich ist, so müssen bei der visuellen Umsetzung doch einige kleine Abstriche gemacht werden. Grafisch ist das Spiel sicher nicht auf der Höhe der Zeit, auch wenn der comicartige Stil vielleicht auch gar nicht dafür ausgerichtet ist, allerhöchsten Ansprüchen gerecht zu werden. Etwas mehr Details und schärfere Texturen wären trotzdem wünschenswert und auch möglich.

Während der Rennen kommt es aber vielleicht gerade deshalb trotz geballter Action zu keiner Zeit zum Absinken der Spielgeschwindigkeit. Soundtechnisch ist hingegen alles im Lot. Die Musik passt zum Spiel, auch wenn sie nach einiger Zeit ein wenig auf den Wecker gehen kann, da sie sich zu oft wiederholt. Die Sounds der Figuren und Umgebung sind ebenfalls gelungen bis unaufdringlich und sorgen für den einen oder anderen spaßigen Moment, wenn Crash beispielsweise allein gelassen wird und anfängt mit "Armpupsern" sich selbst zu unterhalten.