Noch vor Kurzem galt es bei Vielen als uncool, mit Gästen vor der Glotze zu sitzen und zu zocken. Mit der Wii hielten Spielkonsolen aber bekanntlich auch Einzug in diesen Lebens- bzw. Freizeitbereich, der zuvor Gesellschaftsspielen wie Tabu oder Activity vorbehalten war, und völlig neue Zielgruppen entdecken Videospiele für sich. In diese Bresche will Ubisoft nun mit Cranium Kabooki springen und verspricht den ultimativen Spielspaß für die ganze Familie. Wir haben das Game auf seine Partytauglichkeit getestet.

Altbewährte Spielchen

Kabooki greift genau das auf, was auf Partys auch vor der Ära der digitalen Spiele Gang und Gäbe war: Gruppentaugliche Spaßspiele wie Pantomime, das Zeichnen von Begriffen, Wissensfragen, Berufe raten oder auch simple Musikratespielchen - all das wird hier unter dem Begriff von "Aktivitäten" zu 15 mehr oder weniger unterschiedlichen Spielen umgesetzt. Diese Minigames werden zwar in die vier verschiedenen Kategorien Kreation, Entdeckung, Sprache und Entertainment aufgeteilt, letztendlich ist das für den Spielablauf aber eher unbedeutend.

Cranium Kabookii - Die Party ist vorbei: Diese Minispiel-Sammlung für die ganze Familie entlockt nur ein Gähnen.

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Zeichnen kann so einfach sein...
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Vor Spielbeginn sollte man jedoch die bis zu vier Teams bilden, die theoretisch unbegrenzt viele Mitglieder haben können. Diese treten alle in den Disziplinen gegeneinander an, jedoch nicht direkt. Bei den meisten Spielen geht es schließlich darum, gemeinsam mit seinen Mannschaftskameraden Punkte anzuhäufen und dadurch Spielsteine zu ergattern, die man für den Gesamtsieg braucht. Benötigt wird übrigens nur eine einzige Wiimote, die man herumreicht, und auch der Nunchuk kommt nicht zum Einsatz.

Auf Kinder ausgerichtet

Gleich zu Beginn fällt ins Auge, dass Kabooki sehr auf eine junge oder besser gesagt kindliche Zielgruppe zugeschnitten scheint. Das beginnt schon bei den Spielfiguren, die mehr an den Kinderkanal und die Teletubbies erinnern als an Entertainment für Erwachsene. Doch nun gut, schließlich soll es ja ein Spiel für die ganze Familie sein und da kann man über so etwas möglicherweise hinwegsehen.

Der Spielablauf ist allerdings genau so simpel gehalten. Alle Gruppen spielen nacheinander und dürfen eine Art virtuelles Glücksrad drehen, auf dem die 15 Aktivitäten durch Symbole vertreten werden. Hierbei entscheidet der Zufall, in welcher Disziplin ihr eure Intelligenz, Geschick oder doch eher kreativ-künstlerische Fähigkeiten beweisen dürft. Da wäre beispielsweise das Spiel "Weltenbummler", bei dem man geografische Fragen beantwortet, indem man die richtigen Länder auf dem Weltglobus herauspickt.

Cranium Kabookii - Die Party ist vorbei: Diese Minispiel-Sammlung für die ganze Familie entlockt nur ein Gähnen.

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Auf dem Globus klickt man einfach die richtige Antwort an.
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Ähnliches spielt sich bei der Wissenwahl mit Multiple-Choice-Charakter oder der Gerüchteküche ab, bei der man sich für eine von zwei möglichen Antworten entscheidet. Dummerweise zeigen schon die ziemlich simplen Fragen die Tendenz des Spiels zu sehr kindlich-orientierter Unterhaltung auf. Kaum eine Frage dürfte einen halbwegs gebildeten Mitteleuropäer wirklich vor Probleme stellen - erst recht nicht eine ganze Gruppe. Ähnlich verhält es sich leider auch bei den anderen Minigames.

Thema verfehlt: Cranium Kabooki ist ideal für Kindergeburtstage. Für feucht-fröhliche Partys ist es jedoch völlig ungeeignet.Fazit lesen

Viel zu einfach

Die Gedächtnis-Disziplin "Würfelnix", bei der man ein farbliches Muster nachbildet, ist viel zu einfach ausgefallen und stellt höchstens durch den Zufall der ausgewürfelten Farben ein Problem dar. Super simpel sind auch die musikalischen Nachspiel-Games ausgefallen, bei denen man entweder vorgegebene Melodien auf fünf "Klangpads" nachklimpert oder seiner Gruppe ein Liedchen vorspielt, das sie erkennen soll.

Dieser geringe Anspruchslevel zieht sich durch das gesamte Spiel - ob man nun bei "Graffiti" Figuren sprüht, diese bei "Aufkleberei" mit Symbolen zusammensetzt oder im "Skizzeratsch" Strichzeichnungen entwirft. Auch das Zusammenpuzzlen von Wörtern bei "Rateschnipsel" oder "Zelpuz" ist schon nach kurzer Zeit wenig motivierend, zumal häufig noch Hinweise auf die richtige Lösung gegeben werden.

Cranium Kabookii - Die Party ist vorbei: Diese Minispiel-Sammlung für die ganze Familie entlockt nur ein Gähnen.

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Wer errät diesen Song?
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Wenn es dann doch einmal komplizierter wird, dann liegt das an der Steuerung, wie z.B. beim "Komplettator", wo man ähnlich einem Fahrradschloss die richtige Kombination aus Buchstaben benötigt, um das Lösungswort zu erhalten. Hier erweist sich das Handling als etwas zu hakelig und ungenau. Ärgerlich wird das aber sogar bei den Pantomime-Spielchen, wo ihr mit der Wiimote die typischen Handgriffe bestimmter Tätigkeiten, wie z.B. Motorradfahren oder Sägen imitiert, dies aber zu häufig nicht richtig erkannt wird und man auf diese Weise wertvolle Zeit verliert. Davon abgesehen funktioniert der Umgang mit der Wiimote ansonsten problemlos.

Der für Erwachsene zu geringe Schwierigkeitsgrad und die gelegentlich nervige Steuerung sind aber nicht die einzigen Makel, denn Kabooki leidet auch an einer langatmigen, ja geradezu lahmarschigen Präsentation. Ständig gibt es irgendwelchen Einblendungen, Ladebildschirme oder andere Zeitfresser, die den Fluss aus dem Teamwettbewerb nehmen. Leider lassen sich viele solcher Sequenzen nicht oder nur teilweise überspringen. Optisch dürft ihr ohnehin nicht viel erwarten, selbst für die eher mauen grafischen Möglichkeiten der Wii ist das Gebotene ziemlich schwach ausgefallen.