CS: Condition Zero (PC-Test)
(von Tobias Wüst)

Die scheinbar unendliche Geschichte von Condition Zero findet nun doch ein Ende. Vielleicht wäre es allerdings besser gewesen das Spiel einzustampfen und den Mantel des Schweigens darüber zu legen. Warum sich der Kauf absolut nicht lohnt, erfahrt Ihr in unserem Test.

Der Name »Counter-Strike« sollte eigentlich jedem, der sich auch nur im entferntesten für Computerspiele interessiert, ein Begriff sein. In den letzten Jahren hat sich weltweit rund um den Multiplayerhit ein ganz neuer Industriezweig aufgebaut, der mittlerweile mehr Umsatz macht als das sagenumwobene Hollywood.

Alleine in Deutschland entstanden tausende Clans. Die Faszination für das neue Genre kannte praktisch keine Grenzen.

Durch den Erfurter Amoklauf im April 2002 gelangte Counter-Strike zum traurigen Höhepunkt seiner Bekanntheit, hatte man mit diesem Spiel doch schnell einen Schuldigen für die Opfer gefunden und konnte vom völlig veralteten Schulsystem Thüringens ablenken. Es folgte eine Hetzkampagne der Medien mit einigen "gut recherchierten" Berichten über dieses "blutrünstige Killerspiel" und eine Indizierungsprüfung seitens der BPjM, die letztlich ohne Folgen blieb, was damals selbst vom Bundeskanzler Gerhard Schröder auf Schärfste kritisiert wurde.

Mittlerweile ist dies Schnee von gestern. Trotz angestaubter Technik kennt die Begeisterung für Counter-Strike auch im Jahre 2004 keine Grenzen. Noch immer gibt es unzählige Server im Internet, und auch die Preisgelder bei größeren Turnieren nehmen astronomische Verhältnisse an.

Auch wenn CS schon mehrfach todgesagt worden ist, ein Ende des Booms scheint zumindest derzeit nicht in Sicht zu sein.

Pleiten, Pech und Pannen
Die Idee das geniale Flair von Counter-Strike in einem Singleplayer-Spiel unterzubringen ist sicherlich nicht schlecht. Die Umsetzung dagegen wurde von Monat zu Monat lächerlicher und kann wohl nur noch vom legendären "Duke Nukem Forever" übertroffen werden. Mit "Rogue Software", "Gearbox Software", "Ritual Entertainment" und letztlich den "Turtle Rock Studios" waren sage und schreibe vier Entwicklerteams an der Singleplayer-Umsetzung beteiligt.

Viele Köche verderben ja bekanntlich den Brei und deshalb muß eigentlich nicht erwähnt werden, dass sich der Releasetermin immer weiter nach hinten verschob. Nicht nur einmal wurde eine Pressemeldung über den Gold-Status von Condition Zero verschickt, die dann kurze Zeit später widerrufen wurde.

Counter-Strike: Condition Zero - Endlich ist es da! Das heißbegehrte Counterstrike: Condition Zero

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Jetzt ist es endlich da, aber hat sich Valve mit der Veröffentlichung wirklich einen Gefallen getan?

Zwei separate Spiele
Genug der Vorworte, konzentrieren wir uns auf das eigentliche Spiel, oder besser gesagt auf die zwei mitgelieferten Spiele. Da wäre zum einen "Condition Zero", die Singleplayer-Variante des Onlinehits, bei der man sich mit mehr oder weniger intelligenten Bots auf überwiegend bekannten Maps gegen die Terroristen durchsetzen muss. Beim zweiten Spiel handelt es sich um "Condition Zero - Gelöschte Szenen", dem eigentlichem Singleplayer-Spiel, in dem manch sich als Einzelkämpfer durch eine Storyline kämpfen muss.

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Aber werfen wir einen näheren Blick auf die beiden Games...

Condition Zero
Dies ist eigentlich nichts anderes als Counter-Strike offline mit Bots. In 18 Leveln muß man sich hierbei auf Seiten der Counter-Terrorists gegen die Terroristen behaupten. Vor jeder Runde müssen zunächsts die

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eigenen Teammates zusammengestellt werden, denn alleine hat man gegen die gegnerischen Bots praktisch keine Chance, auch wenn diese nicht immer besonders clever agieren. Im Spiel selber hat sich nicht viel geändert. Die meisten Level wurden optisch stark aufpoliert und machen einen wesentlich besseren Eindruck als im Ur-Spiel. Dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die Half-Life Engine mittlerweile längst veraltet ist und auf den Komposthaufen gehört. Zudem wurden einige Maps hinzugefügt, die aber zumindest auf den ersten Blick kein Potential für interessante Online-Schlachten haben. Neben dem eigentlichen Ziel jede Runde zu gewinnen, haben die Entwickler noch einige Zusatzaufgaben gesetzt, die es zu bewältigen gibt. So muß das Spiel in einem begrenzten Zeitlimit erfüllt werden, Gegner mit bestimmten Waffen erledigt werden oder Geiseln aus den Händen der Entführer gerettet werden, was zum Teil wirklich nervig sein kann. Man stelle sich vor, die Runde ist fast gewonnen. Man führt die Geiseln zum Rescue Punkt und hätte somit alle Aufgaben erfüllt. Knapp 10 Meter vor Erreichen wird der letzte verbliebene Terrorist von den Teamkollegen erledigt und dadurch gelten die Geiseln als nicht gerettet. Da bleibt einem nichts anderes übrig als die Map erneut zu beginnen und zu hoffen, dass einem seine eigenen Teammates keinen Strich durch die Rechnung machen. Die Bots haben in einigen Punkten deutliche Schwächen, was auch zum einen oder anderen Wutausbruch seitens des Spielers führen kann. Beim Entschärfen der Bombe wirdbeispielsweise plötzlich, ohne jeden Grund, nachgeladen, was zum Verlust der Runde führt. In einer anderen Situation steht der Bot sekundenlang, ohne jegliche Reaktion, vor einem Gegner und wird dann über den Haufen geballert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Condition Zero in keinster Weise eine Alternative zur Online-Version darstellt.

In keiner Situation kommt auch nur vergleichsweise der Spaß auf, den man auf einem Server mit menschlichen Mitspielern haben kann. Lediglich Neueinsteiger, falls es denn noch welche geben sollte, haben so die Möglichkeit sich unter annäherenden Gefechtsbedingungen an die Maps zu gewöhnen.

Condition Zero - Gelöschte Szenen
Im Gegensatz zu "Gelöschte Szenen" ist "Condition Zero" aber fast noch einen Award wert. "Gelöschte Szenen hätten die Entwickler" lieber wörtlich nehmen sollen und nicht veröffentlichen sollen. Den Spieler erwartet grausames. Ihr habt die

Aufgabe euch in bester Einzelkämpfermanier durch ebenfalls 18 Missionen zu schlagen. Von Afrika, über Asien nach Amerika, sind die Krisenherde dabei praktisch über die ganze Welt verteilt. Was sich anfangs gar nicht schlecht anhört, entpuppt sich als langweiliges, liebloses Spielchen. Gerade wer nur kurz zuvor Far Cry gespielt hat, fühlt sich in einen schlechten Film versetzt. Eintönige Missionen, frustrierende Situationen, katastrophale Sprachausgabe und nur zwei bis drei lieblos animierte Gegnerarten pro Level sind nur einige der Kritikpunkte.

Es lohnt sich im Prinzip nicht mehr Worte über dieses Spiel zu verlieren. Höchstens wer Besitzer eines Steinzeitrechners ist und sich gleichzeitig als Shooterfan bezeichnet, sollte sich eventuell näher mit diesem Titel beschäftigen, denn bereits auf einem PIII 500 sollte Condition Zero flüssig laufen.

Optisch veraltet
Wie nicht anders zu erwarten beruht

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auch Condition Zero noch auf der mittlerweile antiken Half-Life Engine. Im Prinzip macht das Spiel dafür einen wirklich guten Eindruck, ist die Grafik doch enorm besser als im ursprünglichen Counter-Strike. Vergleiche mit aktuellen Titeln wie Far Cry, Battlefield Vietnam oder UT 2004 kann Condition Zero aber mit Abstand nicht bestehen. Zur Sprachausgabe möchte ich nicht viel sagen. Es hört sich einfach nur schrecklich an. Die Wörter wurden einzeln aufgenommen und werden, je nach Situation, entsprechend zusammengesetzt. Folter für die Ohren. Dazu kommt ein amerikanischer Dialekt, der auf Dauer sehr nervig wird. auch Condition Zero noch auf der mittlerweile antiken Half-Life Engine. Im Prinzip macht das Spiel dafür einen wirklich guten Eindruck, ist die Grafik doch enorm besser als im ursprünglichen Counter-Strike. Vergleiche mit aktuellen Titeln wie Far Cry, Battlefield Vietnam oder UT 2004 kann Condition Zero aber mit Abstand nicht bestehen. Zur Sprachausgabe möchte ich nicht viel sagen. Es hört sich einfach nur schrecklich an. Die Wörter wurden einzeln aufgenommen und werden, je nach Situation, entsprechend zusammengesetzt. Folter für die Ohren. Dazu kommt ein amerikanischer Dialekt, der auf Dauer sehr nervig wird.