Ein zwanzigjähriger Franzose verbrachte sechs Monate damit, seinen virtuellen Gegner aufzuspüren - und ihn dann real anzugreifen. Sein Motiv: Rache für den virtuellen Tod seines Counter-Strike Charakters.

Counter-Strike - Reale Rache für virtuellen Tod

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Counter-Strike ist nicht gefährlich. Vereinzelte Spieler schon.
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Es ist umstritten, dass Computerspiele einen negativen Einfluss auf Kinder und Jugendliche haben. Immer wieder gern werden Theorien aus der Medienwirkungsforschung herangezogen, um einen schädlichen Einfluss zu belegen - unabhängig davon, ob diese Theorien nicht mehr ganz zeitgemäß sind oder nicht.

Tatsache ist, dass die Intensität des Einflusses sehr stark von der psychologischen Konstitution des Spielers und der ihn umgebenen Sozialverhältnisse abhängt. Auf den 20-jährigen Julien Barreaux scheinen Computerspiele durchaus eine Wirkung zu haben - und zwar keine sonderlich positive. Nachdem er im Computerspiel Counter-Strike besiegt wurde suchte er seinen Feind, von dem nur der Name Mikhael bekannt ist, und fand ihn in Cambrai, einer Stadt 2 Stunden nördlich von Paris.

Mit einem sehr realen Küchenmesser bewaffnet machte er sich auf den Weg zu dessen Haus und stach brutal auf ihn ein. Zum Glück war er im Umgang mit dem realen Messer genauso ungeschickt, wie im Umgang mit dem virtuellen, sodass er das Herz seines Opfers um wenige Zentimeter verfehlte.

Julien Barreaux wurde noch in der gleichen Stunde festgenommen. In der polizeilichen Vernehmung gab er an, er wollte seinen Gegner für die Tötung seines virtuellen Charakters ausradieren.

Richter Alexiane Potel sagte in der Verhandlung: "Sie sind eine Gefahr für die Gesellschaft. Ich bin offen gestanden erschüttert darüber, was Sie erst für eine unverhältnismäßige Reaktion an den Tag legen könnten, wenn Sie jemand von der anderen Straßenseite aus auf die falsch Art und Weise ansieht."