Cops 2170 - The Power of Law
(von Patrick Streppel)

Was haben Jagged Alliance, Silent Storm und The Fall gemeinsam? Richtig, alles Rollenspiele. Und sie sind alle um Längen besser als Cops 2170. Das neueste Rollenspiel vom russischen Entwickler Mist

Cops 2170 - The Power of Law - Rollenspiel in der Zukunft - Technik und Gameplay aus dem Mittelalter

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Das Jahr 2170. Eine düstere Endzeitwelt, in der nicht alles so ist wie es scheint: Die Polizei ist längst nicht mehr der Hüter von Recht und Ordnung, der Sozialstaat existiert nicht mal mehr auf dem Papier und statt knallharter Cops gehen naive Mädchen auf Streife. Eine von ihnen ist die junge Katy, die geradewegs von der Akademie kommt, wo sie immer die Beste war. Katy freut sich ungemein auf ihren ersten Einsatz - darauf, das Gesetz zu vertreten und die Stadt zu erkunden. Wir auch. Noch.

Blade Runner meets Heidi
So langweilig das Spiel beginnt, es wird noch schlimmer: Katy ist wirklich

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so naiv wie sie grün hinter den Ohren ist - in einer rauen Zukunftswelt, in der sich Mutanten und Punks vor den Türen der reichen Hochhausbewohner die Köpfe einschlagen und Cops schon mal Kollegen um die Ecke bringen, um ihre Zubrotgeschäfte zu verbergen, wirkt die junge Dame so deplaziert wie Verona Feldbusch in einem Mad Max Film. Die mit nervig überbetonter, englischer Sprachausgabe hinterlegten Dialoge könnten glatt aus einem Groschenroman stammen, wären sie einen Tick anspruchsvoller. Katy jedenfalls scheint die Welt um sich herum durch eine rosa Brille mit großen Scheuklappen zu sehen,

was - Absicht oder nicht - jedliche Identifikation mit der Spielfigur im Keim erstickt.

Wer dennoch weiterspielt weil ihn die Spielwelt interessiert, wird ebenso enttäuscht: Statt einer offenen, komplexen Stadt gibt es lineare Missionen in relativ überschaubaren Arealen. Überschaubar, das heißt aber nicht übersichtlich, denn eine Minikarte sucht man ebenso vergebens wie eine anständige Wegbeschreibung oder die Markierung wichtiger Orte, Gegenstände oder NPCs. So irrt man oft orientierungslos durch die Level, auf der Suche nach dem Missionsziel. Apropos: Statt klarer Anweisungen gibt es nur allgemein gehaltene Briefings im Hauptquartier und weiterführende Gespräche während der Einsätze - ein eindeutiges Questlog wird vermisst, obwohl so etwas eigentlich Genrestandart sein sollte.

Ohne Waffen in den Kampf
Fröhliches ausprobieren wird dadurch erschwert, dass wir stets lange Fußmärsche zurücklegen müssen. Läuft das im Polizeihauptquartier zwischen den Einsätzen noch unkompliziert in Echtzeit ab, schaltet Cops in den eigentlichen Missionen auf einen Rundenmodus, in dem jeder Charakter unserer Party einen begrenzten, grafisch dargestellten Bewegungsradius hat - das mag in

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Kämpfen zwar die taktische Tiefe erhöhen, geht aber vor allem am vor den Konfrontationen auf den Keks - wer über mehrere Runden in eine Sackgasse läuft, wirft schon mal frustriert die Maus in die Ecke. Cops spielt sich extrem zäh, woran auch das einfallslose Missionsdesign nichts ändert. Grundsätzlich tolle Ideen wie Charakterentwicklung oder verzweigende Handlungsstränge reißen da nicht viel heraus.

Fast könnte man meinen, die unsagbar nervige Katy könnte Gegner mit ihren Kommentaren in die Flucht schlagen, aber die Fieslinge sind entweder taub oder einfach nur strunzdoof - für letzteres spricht, dass die KI wahllos über die Karte stapft und des Öfteren nicht auf Angriffe reagiert. Doch wir selbst sind nicht viel besser: Weil uns zu Beginn des Spiels so niemand richtig erklärt hat, wo und wie wir eigentlich Waffen und Munition aufnehmen, kommt nach einem langen Fußmarsch in der ersten Mission die böse Überraschung:

Katy hat gar keine Bewaffnung, ihre beiden Kollegen nur wenige Bleikugeln dabei. Schon beim ersten Kampf heißt es Neustart - und zwar nicht das Level, sondern das ganze Spiel! Danke liebe Entwickler, dass ihr auf ein anderorts übliches Tutorial verzichtet habt.Die Zukunft von Gestern
Hinzu kommt, dass Cops 2170 nicht gerade ansprechend aussieht: Die großen Level sind einfallslos designt und wenig detailliert. Viele Objekte wie identisch aussehende Terminals oder Stühle sind wahllos in der Gegend platziert, die meisten NPC-Charaktere sprechen lediglich eine einzelne, sinnlose Zeile ("Ich teste die Kommunikation"). Texturen sind matschig, grau und lieblos auf die groben Charaktere und Objekte geklatscht - das ganze Polizeihauptquartier wirkt wie ein hässlicher Rohbau. Obwohl die Grafik an alte Playstation-Zeiten erinnert (mal abgesehen von den gefilterten Texturen), frisst das Spiel dabei durchaus Hardwarepower.

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Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:
+ Gute Ideen…

Cons:

- …katastrophal umgesetzt - Maßlos veraltete, lieblose Grafik - zähes Spielprinzip, öde Missionen - kein Tutorial - komplexe Mechanismen werden kaum erklärt - nerviger Hauptcharakter - schwache Dialoge und Sprachausgabe

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Hinzu kommt, dass Cops 2170 nicht gerade ansprechend aussieht: Die großen Level sind einfallslos designt und wenig detailliert. Viele Objekte wie identisch aussehende Terminals oder Stühle sind wahllos in der Gegend platziert, die meisten NPC-Charaktere sprechen lediglich eine einzelne, sinnlose Zeile ("Ich teste die Kommunikation"). Texturen sind matschig, grau und lieblos auf die groben Charaktere und Objekte geklatscht - das ganze Polizeihauptquartier wirkt wie ein hässlicher Rohbau. Obwohl die Grafik an alte Playstation-Zeiten erinnert (mal abgesehen von den gefilterten Texturen), frisst das Spiel dabei durchaus Hardwarepower.

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Pro & Contra

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+ Gute Ideen…

Cons:

- …katastrophal umgesetzt - Maßlos veraltete, lieblose Grafik - zähes Spielprinzip, öde Missionen - kein Tutorial - komplexe Mechanismen werden kaum erklärt - nerviger Hauptcharakter - schwache Dialoge und Sprachausgabe