Conflict Global Storm (PS2-Test)
von Jörg Pitschmann

Im Grunde genommen haben wir es ja schon immer gewusst: es gibt sie noch, die guten Amerikaner. Jene tapferen Spezialkommandos, die weltweit für Frieden und Fortschritt ihr Leben riskieren, ohne dabei auch nur ansatzweise über ihr Tun nachzudenken.

Die Recken, die sich im neuesten Produkt der »Conflict«-Reihe für den Weltfrieden den Arsch aufreissen, sind dabei schon aus den Vorgängertiteln bekannt: Connors, Bradley, Foley und Jones fraßen bereits in zwei Wüstenkriegen Staub und treten diesmal - nein, falsch geraten! - nicht gegen mörderische Mullahs an, sondern bekommen es

mit einer weltweit agierenden Naziorganisation zu tun, die entschlossen ist, nach der Weltherrschaft zu greifen. Und da wir alle wissen, dass es nicht besonders ratsam ist, Faschisten auch nur einen Fußbreit Raum zu gewähren, sehen sich die Amerikaner einmal mehr gemüßigt, ihre besten Jungs an den Start zu schicken. Und wir haben sie - rechtzeitig zum Erscheinen des Spiels - bei ihrer Terroristenjagd begleitet.

Von Desert Storm zu Global Storm
Mit »Conflict Global Storm« steht bereits der vierte Teil der Spielreihe in den Regalen, die mit »Conflict Desert Storm 1« im Jahre 2002 begann. Damals wie heute gilt es, ein hochbezahltes Spezialistenteam sicher durch diverse Missionen im Feindesland zu geleiten.

Während sich Teil eins und zwei mit dem ersten Golfkrieg beschäftigten, kam mit »Conflict Vietnam« im Jahre 2004 ein historischer Krisenherd zum Zuge, der allerdings spielerisch nicht besonders gut ankam.

Daraufhin haben sich die Entwickler offenbar wieder alter Tugenden besonnen und schicken im aktuellen Teil Connors & Co. wieder in einen Gegenwartskonflikt - offenbar eine gute Entscheidung, denn der globale Sturm sticht durch eine gute Spielbarkeit und hohe taktische Tiefe hervor.

Die Weltverbesserer aus Amiland beschränken ihr Tun diesmal nicht auf eine Region. Die Jagd auf die bösen Nazibuben führt um den halben Erdball. Aber bevor es auf die große World Tour gehen kann, müssen sich die vier Jungs erst einmal aus einer misslichen Lage befreien.

Die erste Mission führt nämlich direkt ins bleihaltige Geschehen und zeigt nach einem kurzen Intro die Gefangennahme der fantastischen Vier unmittelbar nach deren Absprung über dem Zielgebiet im südamerikanischen Urwald. Es hat offenbar einen Verräter in den eigenen Reihen gegeben, denn die fiesen Faschos waren sehr genau über das Kommen der vier Jungs

Conflict Global Storm - Der ultimative Kampf gegen den globalen Terror!

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unterrichtet. Connors gelingt es kurze Zeit später, einen Bewacher zu überwältigen und seine Kumpels zu befreien. Und da die Fiesnicks netterweise die Ausrüstung der vier in einem Nebenraum aufbewahrt haben, können sich die tapferen Recken denn auch gleich auf die Socken machen und dem unartigen Nazivolk gehörig in den Hintern treten. Soviel zur Story. Denn so abgenudelt die Geschichte von den Weltpolizisten aus Amiland auch ist, so spannend spielt sie sich in »Conflict Global Storm«.

Packshot zu Conflict Global StormConflict Global StormErschienen für PC, PS2 und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Wer die Vorgänger gespielt hat, wird sich relativ schnell in der Spielmechanik zurechtfinden. Anfängern sei an dieser Stelle aber das umfangreiche und sehr gute Tutorial dringend ans Herz gelegt. Denn immerhin ist man nicht allein unterwegs, sondern hat in bester »Rainbow-Six-Manier« seine drei Kumpels immer hinter sich.

Und da die Burschen zwar selbsttätig Feinde unter Beschuss nehmen, ansonsten aber herumstehen wie Salzsäulen, ist es ratsam, sie mit Befehlen auszustatten, die vom einfachen »Folge mir« bis zu »Gehe in Deckung und bete für mich« reichen. Denn nur, wenn man die Kollegen mit sinnreichen Anweisungen betraut, verdient die KI auch ihren Namen. Im Ernst, eine der besonderen Neuheiten des Spiels gegenüber seinen Vorgängern ist es, nicht nur jedem der vier Recken einzelne Anweisungen zu erteilen, sondern sogenannte verzögerte Befehle abzusetzen. Damit kann man seinen Mitkombattanten sozusagen im Vorhinein einspeichern, was sie auf einen Tastendruck hin als nächstes unternehmen sollen.

Das ist besonders praktisch in Situationen, die unübersichtlich zu werden drohen. Denn dann knn man sich mit seinem Hauptcharakter auf das Wesentliche konzentrieren, während ein einzelner kurzer Tastendruck die zuvor eingetrichterten Befehle bei den anderen auslöst. Das ist gut und bringt gegenüber den ungewaschenen Gegnern einen echten Vorteil. Einziger Wermutstropfen: die Steuerung der KI-Kämpfer erfolgt immer noch über ein recht umständliches und zeitaufwendiges Bildschirmmenü, das besonders in hektischen Situationen zu Zähneknirschen führt. Wenn man in angespannten Situationen nicht schnell genug ist, haben sich die mühsam ausgedachten Befehlsketten möglicherweise schon erledigt. Es ist nämlich verdammt schwierig, einem toten Kollegen Befehle zu erteilen. Da die Jungs brav warten, was Vati als nächstes von ihnen verlangt, geraten sie des öfteren in fieses Sperrfeuer oder ähnliches Übel. Zwar schießen sie, wie schon gesagt, zurück, aber das war's dann auch mit derintellektuellen Leistung. Man sollte also seine Befehlsketten möglichst in einer ruhigen Minute zusammenstellen, ansonsten kommt es vor dem Bildschirm womöglich zu Enttäuschungen, die sogar ernste Verstimmungen mit dem Lebenspartner nach sich ziehen könnten.

Missionarischer Eifer
Neben den insgesamt elf Hauptmissionen, die sich über ein globales Einsatzfeld erstrecken, kann man auch noch diverse optionale Aufgaben lösen.

Das ist auch empfehlenswert, denn es steigert die Erfahrung der Figuren und das Spielerego. So gilt es beispielsweise, diverse in einem Level versteckte Geheiminformationen aufzuspüren, die so ganz nebenbei die Handlung vorantreiben. Außerdem hat die Suche noch den angenehmen Nebeneffekt, dass man in einigen verborgenen Nischen oder Kisten neues Equipment der Marke »Superausknipser« oder den letzten modischen Schrei der Marke Dr. Kevlar findet.

Genaues Hinschauen lohnt sich also nicht nur, sondern ist an einigen Stellen sogar Pflicht. Wer allerdings glaubt, den Großteil des Spiels in Lara-Croft-Manier nach verborgenen Gadgets suchen und Rätsel lösen zu müssen, liegt falsch. Connors und seine Jungs haben dafür einfach nicht genug Oberweite. Außerdem handelt es sich bei »Conflict Global Storm« um einen reinrassigen Stealthshooter. Insofern steht auch die Taktik immer im Vordergrund, hinter der der (Er-)Forscherdrang in den Hintergrund tritt. Um taktisch optimal vorgehen zu können, wurden übrigens auch die Bewegungsmöglichkeiten der Figuren erweitert. So kann man seine Mannen jetzt durch Fenster springen lassen, über Mauern hüpfen oder, besonders empfehlenswert, sich um Ecken lehnen um das Gelände vorsichtig sondieren. Wer von den vielfältigen Bewegungskunststückchen Gebrauch macht, hat in jedem Falle ein längeres virtuelles Leben. Wie schon erwähnt, kommt es in den Missionen natürlich auf Teamwork an.Wer versucht, in Rambos Fußstapfen zu treten und den bösen Buben alleine in den Hintern treten will, erleidet unvermeidlich Schiffbruch, denn die Aufgaben sind durchweg so angelegt, daß es auf jeden Einzelnen des Streichquartetts ankommt.

So sollte der Scharfschütze Foley stets vorgeschickt werden, um mit seinem Zielfernrohr die weitere Umgebung abzusuchen und gegebenenfalls entdeckten Wachposten eine digitale Kugel in die ebenfalls digitalen Schädel zu jagen. Erst dann sollten Bradley, Jones und Connors nachrücken, wobei meist die genaue Aufstellung der Jungs entscheidend zu Erfolg oder Misserfolg einer Mission beiträgt. Empfehlenswert ist es auch, eventuell vorhandene stationäre Geschütze zu besetzen und damit den Gegnern nachhaltig einzuheizen. Wer will, vertraut die Teile einem seiner KI-Schützlinge an und schaut zu. Wer hingegen Spaß haben will, bedient die Großwummen selbst.

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Egal, wofür Ihr Euch entscheidet, wir empfehlen Euch in jedem Fall dringend, die vier Kollegen einzeln nacheinander zu steuern und von Hand in ihren jeweiligen Ausgangspositionen abzustellen, bevor man zum Angriff übergeht. Ansonsten kann es beispielsweise passieren, daß man mit seinem Hauptcharakter möglichst geräuschlos durch den Schlamm robbt, während die KI-Kumpels mit singendem, klingenden Spiel folgen. Das wird nicht gern gesehen und führt zumeist zu einem frühzeitigen Ableben der eigenen Truppe.Was die virtuellen Mitstreiter gerade tun, kann man übrigens an den jederzeit gut sichtbaren Symbolenneben ihren Portraits ablesen, die am rechten Bildschirmrand eingeblendet sind. Ein regelmäßiger Blick auf die Anzeige ist zwingend geboten, um vor unliebsamen Überraschungen sicher zu sein. So sollte man sich während der Aufklärungsphase vergewissern, dass die Kollegen an einer gut geschützten Stelle stehen. Solange sie dann auf »Position halten« eingestellt sind, ist alles gut. Ansonsten sollte man besser nach dem Rechten sehen, bevor man nach den Rechten sieht.

So ein Egoist!
Sehr schön: wer mag, kann die gesamte Story in der Ego-Perspektive durchhecheln. Damit dürfte eines der größten Hindernisse für all jene Zocker beseitigt sein, die es gewohnt sind, aus der Augenperspektive zu ballern. Denn die präzise Steuerung aus der Verfolgerperspektive heraus ist nicht jedermanns Sache.

Allerdings hat die Ego-Sicht den Nachteil, daß man zur Unvorsichtigkeit neigen könnte, weil man sich eines Teils der Übersicht beraubt. Insofern empfiehlt sich eine

gesunde Mischung zwischen Ich- und Verfolgerblick. Der fließende Wechsel funktionierte bei uns jedenfalls sogar während eines heißen Gefechts problemlos. Dass die Mission dennoch scheiterte, lag am Unvermögen des Schreibers dieser Zeilen. Aber gut, man kann eben nicht immer alles haben. Und wenn man regelmäßig von den reichlichen Speichermöglichkeiten Gebrauch macht, dann kommt man auch um Schaumbildung vor dem Mund herum, weil der im Laufe von zwei Stunden mühsam erkämpfte Spielfortschritt verloren gegangen ist…

Technisch hat sich übrigens im neuen Conflict-Titel gegenüber den Vorgängern auch eine Menge getan. Die Grafik ist überaus ansprechend und sieht selbst auf der leicht betagten PS2 beeindruckend aus. Die Detailfülle ist erfreulich und erleichtert die Suche nach Gegenständen ungemein. Auch auf dem akustischen Sektor kann das Spiel an einigen Stellen punkten. Die Entleibungswerkzeuge verfügen allesamt über einen satten Sound, und besonders sich nähernde Kettenfahrzeuge können zumKopfeinziehen führen, sofern man seine Playse an eine Dolby-Digital-Anlage angeschlossen hat. Einzig die Sprachausgabe irritiert, denn die Kommunikation der Charaktere untereinander klingt, als würde sie über eine Telefonleitung aus Timbuktu abgewickelt.

Sofern Connors mit seiner Zentrale im fernen Washington kommuniziert, ist das auch durchaus glaubwürdig. Wenn aber der eigene Kollege aus einer Entfernung von etwa einem halben Meter in der gleichen Telefonqualität auf ihn einredet, wirkt das eher ein wenig lächerlich. Hier wäre es fraglos besser gewesen, den Stimmen eine angemessenere Sprachqualität angedeihen zu lassen. Die Lokalisierung hingegen geht in Ordnung. Zwar wurden keine bekannten Synchronsprecher eingekauft, dafür wirken die Stimmen aber zumeist professionell. Und das ist in der heutigen Sparzeit doch auch etwas.

Fans der Conflict-Reihe werden begeistert in die Hände klatschen. Denn der neueste Spross der Familie kann nicht nur an alte Traditionen der ersten beiden Teile

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anknüpfen und die Fehler des Vietnam-Ablegers vermeiden, sondern die Entwickler haben augenscheinlich auch einige Vorschläge der Fans aufgegriffen und in das Spiel integriert. Wer auf der Suche nach Teamschleicher-Nachschub ist und sich nicht an der üblichen »Good-Guy-Mentalität« der Amerikaner stört, sollte Connors und Co. zu einem Hausbesuch einladen.

George Bush jedenfalls würde sich freuen, wenn seine Aussenpolitik in der Realität soviel Zuspruch erfahren würde, wie in diesem Spiel. Wenn ihm denn jemand erklären würde, worum es hier eigentlich geht.Kopfeinziehen führen, sofern man seine Playse an eine Dolby-Digital-Anlage angeschlossen hat. Einzig die Sprachausgabe irritiert, denn die Kommunikation der Charaktere untereinander klingt, als würde sie über eine Telefonleitung aus Timbuktu abgewickelt.

Sofern Connors mit seiner Zentrale im fernen Washington kommuniziert, ist das auch durchaus glaubwürdig. Wenn aber der eigene Kollege aus einer Entfernung von etwa einem halben Meter in der gleichen Telefonqualität auf ihn einredet, wirkt das eher ein wenig lächerlich. Hier wäre es fraglos besser gewesen, den Stimmen eine angemessenere Sprachqualität angedeihen zu lassen. Die Lokalisierung hingegen geht in Ordnung. Zwar wurden keine bekannten Synchronsprecher eingekauft, dafür wirken die Stimmen aber zumeist professionell. Und das ist in der heutigen Sparzeit doch auch etwas.

Fans der Conflict-Reihe werden begeistert in die Hände klatschen. Denn der neueste Spross der Familie kann nicht nur an alte Traditionen der ersten beiden Teile anknüpfen und die Fehler des Vietnam-Ablegers vermeiden, sondern die Entwickler haben augenscheinlich auch einige Vorschläge der Fans aufgegriffen und in das Spiel integriert. Wer auf der Suche nach Teamschleicher-Nachschub ist und sich nicht an der üblichen »Good-Guy-Mentalität« der Amerikaner stört, sollte Connors und Co. zu einem Hausbesuch einladen.

George Bush jedenfalls würde sich freuen, wenn seine Aussenpolitik in der Realität soviel Zuspruch erfahren würde, wie in diesem Spiel. Wenn ihm denn jemand erklären würde, worum es hier eigentlich geht.Kopfeinziehen führen, sofern man seine Playse an eine Dolby-Digital-Anlage angeschlossen hat. Einzig die Sprachausgabe irritiert, denn die Kommunikation der Charaktere untereinander klingt, als würde sie über eine Telefonleitung aus Timbuktu abgewickelt.

Sofern Connors mit seiner Zentrale im fernen Washington kommuniziert, ist das auch durchaus glaubwürdig. Wenn aber der eigene Kollege aus einer Entfernung von etwa einem halben Meter in der gleichen Telefonqualität auf ihn einredet, wirkt das eher ein wenig lächerlich. Hier wäre es fraglos besser gewesen, den Stimmen eine angemessenere Sprachqualität angedeihen zu lassen. Die Lokalisierung hingegen geht in Ordnung. Zwar wurden keine bekannten Synchronsprecher eingekauft, dafür wirken die Stimmen aber zumeist professionell. Und das ist in der heutigen Sparzeit doch auch etwas.

Fans der Conflict-Reihe werden begeistert in die Hände klatschen. Denn der neueste Spross der Familie kann nicht nur an alte Traditionen der ersten beiden Teile anknüpfen und die Fehler des Vietnam-Ablegers vermeiden, sondern die Entwickler haben augenscheinlich auch einige Vorschläge der Fans aufgegriffen und in das Spiel integriert. Wer auf der Suche nach Teamschleicher-Nachschub ist und sich nicht an der üblichen »Good-Guy-Mentalität« der Amerikaner stört, sollte Connors und Co. zu einem Hausbesuch einladen.

George Bush jedenfalls würde sich freuen, wenn seine Aussenpolitik in der Realität soviel Zuspruch erfahren würde, wie in diesem Spiel. Wenn ihm denn jemand erklären würde, worum es hier eigentlich geht.